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"Man ist nur noch Passagier" WRC-Auto von M-Sport bei der Safari-Rallye 2025
M-Sport

"Man ist nur noch Passagier": Warum die Safari-Rallye 2026 zur WRC-Lotterie wird

Heftige Regenfälle verwandeln die Safari-Rallye in Kenia in eine unberechenbare Schlammschlacht: Selbst erfahrene WRC-Stars erwarten eine der härtesten Ausgaben

Die diesjährige Ausgabe der Safari-Rallye in Kenia verspricht die extremsten Bedingungen seit der Rückkehr des Events in den Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) im Jahr 2021. Die Regenzeit hat Ostafrika fest im Griff und verwandelt die ohnehin härteste Rallye des Jahres in eine unvorhersehbare Schlammschlacht.

Hyundai-Pilot Esapekka Lappi bringt die angespannte Stimmung im Servicepark auf den Punkt: "Ich glaube, es ist die gleiche Lotterie, die man in Europa hat: Man kauft ein Ticket und hofft auf das Beste. So in der Art wird es sein. Es wird dieses Jahr sehr wild."

Obwohl die Route in diesem Jahr von 383 auf 350 Kilometer verkürzt wurde und weniger von den tückischen Sandabschnitte enthält, bleibt die Herausforderung gewaltig. Die Regenzeit ist in vollem Gange. Massive Niederschläge haben die Pisten teilweise in tief zerfurchte Schlammbäder verwandelt. Zudem wurde durch das Wasser vermehrt felsiger Untergrund freigelegt, was das Risiko für Reifenschäden und technische Defekte drastisch erhöht.

Die Teams stellen sich auf einen schwierigen Rhythmus ein: Während die Prüfungen in der Morgensonne abtrocknen könnten, wird für die Nachmittage mit heftigen Schauern gerechnet. Dies führt nicht nur zu rutschigen Bedingungen, sondern beeinträchtigt durch den aufgewirbelten Schlamm auch massiv die Sicht der Fahrer.

Ogier warnt: "Noch nie so viel Wasser gesehen"

Der achtmalige Weltmeister Sebastien Ogier, der die Safari-Rallye bereits zweimal gewinnen konnte, erwartet den schwierigsten Kenia-Einsatz seiner Karriere. "Es sieht so aus, als würde es die größte Herausforderung von allen, zumindest von dem ausgehend, was ich bisher gesehen habe. Ich war dreimal hier und habe noch nie so viel Wasser gesehen. Es scheint, als hätte die Regenzeit etwas früher begonnen als erwartet", so der Toyota-Pilot.

Der Franzose betont die Unberechenbarkeit der Bedingungen: "In einigen Abschnitten ist man nur noch Passagier, weil einen die Spurrillen überallhin schleudern. Man hofft einfach, dass alles gut geht. Es ist besser, nicht zu viel von dieser Rallye zu erwarten, weil man wirklich nicht weiß, was passieren kann."

Die Suche nach der richtigen Balance

Für Ogiers Teamkollegen Oliver Solberg wird der Kompromiss zwischen Tempo und Vorsicht entscheidend sein: "Wir müssen eine gute, sichere Geschwindigkeit finden und verstehen, auf welcher Prüfung man pushen kann und auf welcher nicht. Jede Kurve ist anders, mit Steinen und allem Möglichen, es wird also extrem."

Auch die Technik der Scheibenreinigung spielt eine Rolle. Solberg scherzt: "Es gibt da ein paar alte Tricks meiner Großmutter mit Seife für die Scheiben, das könnte eine Kleinigkeit sein, die wir tun können." M-Sport-Ford-Pilot Jon Armstrong verglich die Besichtigung der Strecken derweil humorvoll mit einem Fantasy-Film: "Ich habe gescherzt, dass Shrek wütend sein könnte, weil wir durch seinen Sumpf fahren."

Neuville sieht Chancen für alle

Für Hyundai war die Safari-Rallye in der Vergangenheit oft ein schwieriges Pflaster. Trotz eines verhaltenen Saisonstarts 2026 glaubt Thierry Neuville, dass die extremen Bedingungen das Feld nivellieren könnten. "Offensichtlich wird es dieses Wochenende ein riesiges Abenteuer. Bei dieser Rallye hat jeder die gleiche Chance auf den Sieg und ein gutes Abschneiden", erklärt der Belgier.

Die Safari-Rallye in Kenia umfasst insgesamt 20 Wertungsprüfungen und startet am Donnerstagnachmittag.

Motorsport-Total.com

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