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WRC Kanaren-Rallye: Bericht Sebastien Ogier holte sich seinen ersten Saisonsieg 2026
Toyota

Ogier siegt - Keferböck auf P2 im Masters Cup

Oliver Solberg verunfallt auf der vorletzten Wertungsprüfung und beendet das Riesenduell mit Sebastien Ogier - Toyota überragend auf den Kanarischen Inseln. Keferböck/Minor bauen mit Platz 2 die Masters-Führung aus.

68. Karrieresieg in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) für Sebastien Ogier (Toyota; 1.) in einem wahren Blockbuster-Duell mit Oliver Solberg (Toyota; DNF), das - für die Fans leider - ein vorzeitiges Ende fand. Ogier wurde Dritter auf der Powerstage und Zweiter in der Super-Sonntag-Wertung.

Ein wahrer Sekunden-Thriller entschied sich auf der vorletzten Prüfung: Solberg, der zu diesem Zeitpunkt nur 2,2 Sekunden Rückstand auf den neunmaligen Weltmeister hatte, verunfallte auf der vorletzten Wertungsprüfung der Rallye, der zweiten Durchfahrt von Ingenio-Telde-Valsequillo.

Den Fans entging damit ein gigantisches Duell um den Sieg auf der Powerstage, die für Ogier zur Siegverwaltung wurde. Er gewann die Rallye mit 19,9 Sekunden Vorsprung auf Elfyn Evans (Toyota; 2.) und holte damit seinen ersten Saisonsieg.

"So wollten wir es natürlich nicht enden sehen. Oliver hat bis zu dem Zeitpunkt einen fantastischen Job gemacht. Der Rallyesport ist hart. Schnell zu sein ist wichtig, es bis ins Ziel schaffen aber noch mehr. Ich bin nie in Panik verfallen, als ich gesehen habe, wie er attackierte, und habe einfach meinen Rhythmus beibehalten. Tut mir leid für dich, Oliver. Ich bin mir sicher, wir werden noch tolle Kämpfe ausfechten", sagt der Rallyesieger.

Durch Solbergs Unfall entging Toyota auch der schon sicher geglaubte Fünffachsieg, am Ende machten Sami Pajari (Toyota; 3.) und Takamoto Katsuta (Toyota; 4.) einen Vierfachsieg für die Japaner perfekt.

Packendes Duell bis zur vorletzten Prüfung

Ogier und Solberg duellierten sich vom ersten Tag an. Am Freitag hatte der Titelverteidiger noch das bessere Ende für sich. Er gewann vier der sechs gefahrenen Wertungsprüfungen (eine WP musste wegen 100 falschparkender Zuschauer-Autos abgesagt werden), doch 8,9 Sekunden waren kein sicheres Polster.

Am zweiten Tag blies Solberg zur Aufholjagd, musste aber mühsam Zehntel um Zehntel vom Rückstand abtragen. Auf der letzten Prüfung des Tages, mit 28,90 Kilometern die längste der Rallye, machte er auf einen Schlag 1,4 Sekunden gut und ging damit mit 3,8 Sekunden Rückstand in den Finaltag.

Am Sonntag war Frühaufstehen angesagt, die erste Wertungsprüfung begann bereits um 7:35 Uhr Ortszeit (8:35 Uhr MESZ). Ogier verlor eine weitere Sekunde bei der ersten Durchfahrt der beiden Sonntagsprüfungen auf teils feuchter Strecke. Sein Polster schrumpfte damit auf 2,2 Sekunden. Auf der nächsten Prüfung folgte Solbergs Unfall. Der Schwede war der einzige Rally1-Ausfall des Events.

Evans musste sich zunächst durch einen schwierigen Freitag kämpfen, an dem er noch hinter Pajari auf Platz vier lag. "Damit kann ich nicht zufrieden sein. Ich habe mich nicht schlecht gefühlt, aber das Auto lenkte nicht so ein, wie ich es gerne gehabt hätte", meldete er am Freitagabend.

Ab Samstag lief es besser. Evans überholte Pajari auf der ersten Prüfung des Tages und machte sogar Jagd auf Ogier und Solberg, die am Nachmittag aber noch eine Schippe nachlegten. Eigentlich war er dabei, Platz drei zu verwalten, als der Solberg-Ausfall ihn nach vorne spülte. Evan gewann sowohl die Powerstage als auch die Super-Sonntag-Wertung, die er Ogier auf der Abschlussprüfung noch um zwei Sekunden entriss.

Gleichfalls erbte Pajari den letzten Podiumsplatz. Auf eine Teamorder zugunsten von Tabellenführer Katsuta verzichtete Toyota. Dafür ließ sich der Japaner die zweitbeste Zeit auf der Powerstage gutschreiben.

Hyundai bleibt nur zweite Geige

Gegen Toyota war auf den Kanarischen Inseln kein Kraut gewachsen, Hyundai war klar unterlegen. Zunächst setzte sich am Freitag Rückkehrer Daniel Sordo (Hyundai; 7.) an die Spitze des Korea-Trios, wurde aber schon auf der ersten Prüfung des Samstags von Adrien Fourmaux (Hyundai; 5.) abgefangen.

Der Franzose setzte sich von seinen Teamkollegen ab, daran änderte auch eine 10-Sekunden-Strafe für einen Frühstart auf der Powerstage nichts. Sordo bekam es mit einem schwach in die Rallye gestarteten Thierry Neuville (Hyundai; 6.) zu tun. Der Ex-Weltmeister ging am Sonntag mit Leichtigkeit durch, als Teilzeitstarter Sordo sich offenbar auf das Absichern der Herstellerpunkte festlegte.

Josh McErlean (M-Sport-Ford; 8.) fuhr eine fehlerfreie Rallye durch und entschied sein teaminternes Duell gegen Jon Armstrong (M-Sport-Ford; 11.). Die Entscheidung fiel hier etwas früher als an der Spitze: Armstrong hatte einen Ausritt auf der letzten Samstagsprüfung. Zu seinem Glück waren zahlreiche Zuschauer an der Stelle, die sein Auto wieder auf die Strecke hievten. Es blieb bei zwei Minuten Zeitverlust.

In der WRC2 gab es den zweiten Lancia-Sieg in Folge. Yohan Rossel (Lancia; 9.) dominierte seine Klasse und fuhr einen souveränen Sieg mit 25,1 Sekunden Vorsprung heraus. Dahinter duellierten sich sein Bruder Leo Rossel (Citroen; 14.) und Alejandro Cachon (Toyota; 10.) um den zweiten Platz. Hier kam es zu einer dramatischen Entscheidung, als Leo Rossel wegen Getriebeproblemen auf der Powerstage noch bis auf P5 der WRC2-Wertung zurückfiel.

Keferböck/Minor bauen WRC Masters Cup-Führung aus

Im WRC Masters Cup konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor im K4 Toyota GR Yaris Rally2 den zweiten Platz hinter Miguel Granados und Marc Marti (Skoda Fabia RS Rally2) belegen und damit die Tabellenführung im WRC Masters Cup weiter ausbauen.

Die Rallye-Weltmeisterschaft siedelt nun wieder auf das europäische Festland um. Vom 7. bis 10. Mai findet die Rallye Portugal statt.

Motorsport-Total.com

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