WRC Monte-Carlo: Bericht | 25.01.2026
Oliver Solberg siegt bei Eis und Schnee
Oliver Solberg schreibt Geschichte: Der 24-Jährige gewinnt die Rallye Monte-Carlo 2026 und wird zum jüngsten "Monte"-Sieger in der Geschichte der WRC. Keferböck/Minor gewinnen den WRC Masters Cup.
Oliver Solberg hat am Sonntag die Rallye Monte-Carlo, den Saisonauftakt zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, gewonnen und damit einen perfekten Einstand als Toyota-Werksfahrer hingelegt. Bei einer der schwierigsten "Montes" der jüngeren Geschichte setzte sich der Schwede gegen die versammelte Weltelite durch und meisterte extreme Bedingungen mit Schnee und Eis.
Mit diesem Erfolg kürte sich der 24-jährige Solberg zum jüngsten "Monte"-Sieger der WRC-Ära. Zudem ist er der erste Vertreter der Solberg-Familie, der diesen prestigeträchtigen Klassiker gewinnen konnte. Er verwies seine erfahreneren Teamkollegen Elfyn Evans (+51,8 Sekunden) und den neunfachen Weltmeister Sebastien Ogier (+1:10,4 Minuten) auf die Plätze zwei und drei.
"Ich verstehe es im Moment noch nicht ganz. Es ist ein weiterer emotionaler Tag. Das war die schwierigste Rallye, die ich je in meinem Leben bestritten habe", erklärte Solberg nach seinem zweiten Karrieresieg. "Es war mein erster Einsatz auf Asphalt mit diesem Auto und wir haben das Ding direkt gewonnen. Ich möchte Toyota für das Vertrauen und den Glauben an mich danken. Die Teamarbeit war außergewöhnlich."
Solbergs Dominanz in den französischen Alpen
Bereits am Donnerstagabend setzten Solberg und sein Beifahrer Elliott Edmondson ein Ausrufezeichen. In der zweiten Wertungsprüfung nahmen sie dem bis dahin führenden Elfyn Evans beeindruckende 31,1 Sekunden ab. Trotz einer verkürzten Freitags-Etappe, bei der die dritte Prüfung aus Sicherheitsgründen abgebrochen wurde, baute der Schwede seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf über eine Minute aus.
Selbst Rückschläge konnten ihn nicht stoppen. Ein schleichender Reifenschaden verkürzte seinen Vorsprung in Prüfung fünf, doch Solberg konterte umgehend mit einer weiteren Bestzeit. In der zwölften Prüfung entging er nur knapp einem Desaster, als sein GR Yaris auf einer Eisplatte von der Straße rutschte und einen Zaun durchbrach. Er konnte das Auto jedoch wenden und die Prüfung dennoch mit 1,9 Sekunden Vorsprung auf Evans gewinnen.
Während Toyota die Podestplätze unter sich ausmachte, kämpften die Konkurrenten mit den tückischen Bedingungen. Besonders Ogier haderte mit der Situation. Seine Kritik richtete sich vor allem gegen die Winterreifen von Hankook, der laut Ogier nicht in der Lage war, den Schneematsch effektiv von der Fahrbahn zu verdrängen.
Debakel für M-Sport-Ford und Hyundai-Sorgen
Für M-Sport-Ford endete in Monaco eine historische Serie. Seit der Rallye Monte-Carlo 2002 hatte das Team bei jedem WM-Lauf Herstellerpunkte gesammelt. Diese Strähne riss nun, da Josh McErlean, Debütant Jon Armstrong und Gregoire Munster das Ziel nicht erreichten. Armstrong beeindruckte zwar zeitweise auf Rang drei, schied aber in der vorletzten Prüfung durch einen Unfall aus.
Auch Hyundai erlebte ein schwieriges Wochenende. Die Fahrer klagten über mangelndes Vertrauen in das Reifenpaket. Adrien Fourmaux rettete mit Rang vier immerhin ein solides Ergebnis, nachdem er am Samstagabend die Super-Special auf dem Formel-1-Kurs von Monaco gewonnen hatte. Thierry Neuville verlor nach einem Ausritt in einen Graben und einem späteren Radwechsel viel Zeit und belegte Rang fünf. Rückkehrer Hayden Paddon beendete die Rallye auf dem zehnten Platz, nachdem er zwischenzeitlich durch einen Fahrfehler wertvolle Minuten eingebüßt hatte.
In der WRC2-Kategorie dominierte Leo Rossel (Citroen) das Geschehen. Er sicherte sich nicht nur den Klassensieg, sondern schob sich im Gesamtklassement sogar auf den sechsten Rang vor, noch vor Toyota-Pilot Takamoto Katsuta, der mit Reifenschäden und Problemen an der Servolenkung kämpfte.
Die Österreicher
Johannes Keferböck und Ilka Minor konnten die selektive Rallye auf Platz 14 der WRC2 (Platz 16 der Klasse RC2) beenden und das gesteckte Ziel, den Sieg im WRC Masters Cup souverän verwirklichen. Das K4 Rally Team gewann letztendlich mit rund 21 Minuten Vorsprung auf Eamonn Boland.
Baumschlager Rallye Racing konnte sich mit Albert von Thurn und Taxis und Copilotin Jara Hain noch über die sechstschnellste Zeit der RC2 (gesamt neuntschnellste Zeit) auf SP14 erfreuen. Das BRR-Skoda-Duo beendete die Rallye direkt hinter den Österreichern auf Platz 17 der RC2.
Weiter geht es in der Rallye-Weltmeisterschaft 2026 vom 12. bis 15. Februar mit der Rallye Schweden, bei der die Teilnehmenden erneut winterliche Bedingungen erwarten werden.

















