WRC Monte-Carlo: Nach SP12 | 24.01.2026
Solberg kontrolliert das Geschehen
Toyota bleibt nach elf Wertungsprüfungen beim Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Monte Carlo mit einer Dreifachführung auf Kurs. Auf Kurs liegen auch Keferböck/Minor mit der Führung im WRC Masters Cup.
Oliver Solberg hat auch am Samstag bei der Rallye Monte-Carlo, Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, alles unter Kontrolle und führt mit mehr als einer Minute Vorsprung, während sich die winterlichen Bedingungen am Samstagmorgen weiter verschärften.
Nach nächtlichen Schneeschauern herrschten Bedingungen, die eher an die Rallye Schweden erinnerten als an Monte Carlo. Obwohl Solberg zunächst Zeit verlor, kämpfte er sich zurück und stellte seinen Vorsprung auf 1:02,8 Minuten gegenüber Toyota-Teamkollege Elfyn Evans wieder her.
Titelverteidiger und Monte-Carlo-Spezialist Sebastien Ogier blieb Dritter, allerdings schon 1:13,1 Minuten hinter Solberg. Die Fahrer setzten Spikereifen ein, mussten sich aber durch die verschneite und vereiste Auftaktprüfung des Tages (SS10 La Breole/Bellaffaire 1) nahezu im Schritttempo kämpfen.
Ogier kam mit den Bedingungen auf der 29,93 Kilometer langen Prüfung am besten zurecht und sicherte sich mit einer starken Fahrt seinen dritten Prüfungsieg in Folge. Der Franzose war 3,5 Sekunden schneller als Evans und verkürzte damit dessen Vorsprung auf nur noch 3,0 Sekunden.
Rallye-Leader Solberg verlor dagegen 20,5 Sekunden, nachdem er eingeräumt hatte, seine Spikereifen vor dem Start nicht ausreichend vorbereitet zu haben. Sein Vorsprung auf Evans schrumpfte damit auf 51,4 Sekunden, Ogier lag weitere drei Sekunden dahinter, obwohl dieser seine Siegchancen bereits abgeschrieben hatte.
"Platz 1 ist zu weit weg, aber wir müssen unser Bestes geben, um um das Podium zu kämpfen", so Ogier.
Bedingungen spielen Solberg in die Karten
Toyota belegte in der Prüfung die Plätze 1 bis 4: Takamoto Katsuta fuhr die drittschnellste Zeit und rückte nach dem Servolenkungsschaden vom Freitag, der durch einen Fahrfehler ausgelöst wurde, in die Top 10. Thierry Neuville war in Prüfung 10 der beste Hyundai-Pilot, gefolgt von WRC2-Leader Leo Rossel.
Die Bedingungen verbesserten sich deutlich in der letzten Prüfung der Schleife, einer Wiederholung der Etappe, die am Donnerstagabend unterbrochen worden war.
Während die ersten Fahrer auf der Strecke noch mit Schnee- und Eispassagen kämpften, war bei Solbergs Fahrt bereits viel Eis geschmolzen. Der Führende nutzte die besseren Bedingungen aus, während Evans und Ogier Zeit verloren.
Solberg sicherte sich damit seinen fünften Prüfungssieg der Rallye und war 11,4 Sekunden schneller als Evans, Ogier verlor 18,7 Sekunden. "Die Spikes funktionieren jetzt, es ist ein bisschen einfacher. Ich fühle mich hier nun deutlich wohler", so Solberg.
Evans erklärt: "Es war sehr, sehr schwierig. Zuerst triffst du auf Eis und Schnee, was schon schlimm genug ist, aber im Schneematsch wird es zu einer Lotterie. Gegen Ende hatte die Gravel Crew komplett schwarzes Eis, aber die Bedingungen haben sich sehr stark verändert. Ich war nicht mutig genug, das einfach zu ignorieren."
Hyundai-Fahrer chancenlos gegen Toyota-Trio
Hyundai-Pilot Adrien Fourmaux war drittschnellster Rally1-Fahrer in der Prüfung und beendete die Schleife auf Gesamtrang vier (+ 5:36,7 Minuten) hinter Solberg, 54,9 Sekunden vor seinem Teamkollegen Neuville auf Platz fünf.
Rally1-Debütant Jon Armstrong hielt für M-Sport-Ford trotz eines schleichenden Plattfußes - verursacht durch eine Brückenberührung in Prüfung 10 - den sechsten Platz (+ 8:58,2 Minuten). Hyundai-Fahrer Hayden Paddon, ebenfalls in seinem ersten Rally1-Einsatz, erreichte den Mittagsservice als Siebter.
"Es wird immer schwieriger. Wir müssen ins Ziel kommen, und genau das macht es noch härter. Vielleicht sollte [Co-Pilot] John [Kennard] den nächsten Abschnitt fahren, der kann es vermutlich besser", witzelt Paddon.
Die Top 10 komplettierten WRC2-Leader Rossel, Katsuta und Lancia-Fahrer Nikolay Gryazin.
Die Österreicher
In der WRC2 liegen Johannes Keferböck und Ilka Minor auf Platz 15 - im WRC Masters Cup ist das Toyota-Duo auf Kurs: Führung mit rund 16 Minuten Vorsprung auf Eamonn Boland.
Baumschlager Rallye Racing liegt mit Albert von Thurn und Taxis und Copilotin Jara Hain auf Platz 33 gesamt, das Team postete auf Facebook: "Nach der neunten Zeit in der RC2 bei extremen Bedingungen auf SP 12 sind Albert & Jara auf dem Weg nach Monaco..."
Dort steht am Abend ab 18.35 Uhr noch eine Superspecialprüfung auf einem Teil der Formel-1-Strecke auf dem Programm.
Am Sonntagvormittag werden noch vier Prüfungen über etwas mehr als 70 SP-Kilometer absolviert.



















