TEC7 ORM, Rebenland Rallye: Bericht HRM | 15.03.2026
Nach spannendem ersten Tag – Europameister mit klarem Sieg
Spannender Freitag mit je zwei Bestzeiten für Gaubinger, Wagner und Königseder. Am Samstag jedoch konnte Wagner klar dominieren. Königseder gibt Titelverteidigung vorzeitig auf. Der Italiener Laurencich gewinnt ORC
Verena, du hast mich durchschaut“, meinte ein lachender Sieger Karl Wagner, nachdem Verena Gaubinger – Gattin und Copilotin von Patrik Gaubinger – im Spaß den Verdacht äußerte, Karl Wagner habe am ersten Tag der Rebenland-Rallye quasi seine Konkurrenten „scharf gehalten“. Tatsächlich bot der Freitag in der TEC7 HRM einen spannenden Schlagabtausch. Das Ehepaar Gaubinger eröffnete im Audi quattro mit einer Bestzeit und konnte bis zur letzten Prüfung die Führung halten. Erst auf der letzten Freitags-SP gelang es Karl Wagner und Gerda Zauner in ihrem knallgelben Porsche 911, Gaubinger von der Spitze zu verdrängen. Allerdings fehlten dem Audi-Duo nur zwei Zehntelsekunden – und auch Titelverteidiger Günther Königseder (Copilot Lukas Pilz) im Lancia Delta Integrale lag als Dritter nur 4,5 Sekunden zurück. Ein spannender zweiter Tag bahnte sich an.
Doch der Samstag begann mit einem Bestzeiten-Feuerwerk von Wagner – sodass am Nachmittag die Positionen klar vergeben waren. Wagner/Zauner gewannen mit 42 Sekunden Vorsprung auf die Gaubingers: „Wir sind von der verregneten Rally Costa Brava ins Rebenland gekommen, und ich musste mich am Freitag erst wieder auf Trockenverhältnisse einstellen“, so Wagner. Als dann quasi pünktlich zum großen Showdown auch im Rebenland starker Regen einsetzte, musste sich Wagner noch einmal umstellen: „Der Regen war gewaltig – auf dem Schlossberg-Rundkurs war es richtig nass, und wir waren ja mit Slicks unterwegs. Da konnte man nur mit viel Gefühl an die Sache rangehen. Auf der letzten Prüfung sind dann alle mit Regenreifen gefahren – das würde ich als eine Sicherheitsfahrt bezeichnen. Unser TEC7-Porsche lief jedenfalls während der gesamten Rallye gut und problemlos.“
Patrik und Verena Gaubinger können mit Platz zwei gut leben und blicken auf eine schöne Rebenland-Rallye zurück: „Die Rallye war so, wie man sie kennt – mit gewohnt schwierigen Prüfungen, wie es uns gefällt. Es gab auch einen heiklen Moment, als wir auf dem ersten Schlossberg-Rundkurs die Spur verloren haben und wild in die Wiese hinuntergesprungen sind. Da haben wir sicher rund zehn Sekunden liegen gelassen. Aber wir sehen das alles positiv und freuen uns auch darüber, dass fast alle historischen Fahrzeuge durchgekommen sind. Schön ist, dass wir HRM-Fahrer untereinander gute Verhältnisse haben. Karl ist halt nicht umsonst fünffacher Europameister – wir vergönnen Karl und Gerda den Sieg. Jetzt freuen wir uns schon auf die Lavanttal-Rallye, da werden wir wahrscheinlich unseren anderen Audi quattro einsetzen – in der originalen Audi-Sport-Lackierung.“
In Kärnten wird der regierende Staatsmeister der TEC7 HRM, Günther Königseder (im Rebenland auf Platz drei), fehlen: „Da wir in unserer Klasse das einzige Team sind, bekommen wir weniger Punkte – selbst wenn wir im Rebenland gewonnen hätten, hätten wir nicht die volle Punktzahl erhalten. Auch im Lavanttal wären wir wohl das einzige Team in unserer Klasse. Da macht eine Titelverteidigung keinen Sinn. Zumal ich geschäftlich gerade sehr viel um die Ohren habe – so ein Rallyestart soll ja auch keinen Stress verursachen.“ Karl Wagner bedauert diese Entscheidung: „Das ist sehr schade, denn wir hatten hier im Rebenland einen schönen Dreikampf – zumindest am Freitag.“
Auf Platz vier, mit einem Rückstand von über vier Minuten, landeten Horst Stürmer und René Zauner auf einem weiteren Audi quattro. Dahinter reihten sich die Italiener Rino Muradore und Cristina Delbello im Ford Escort RS 2000 ein, gefolgt von Andreas Schögler/Sabine Pailer (Volvo 142?S), Walther Stietka/Wolfgang Puff (VW Käfer 1302?S) und den Ungarn János Dunavölgyi/Martin Webel (Lada Samara 2108). Einzig die Ungarn Huba Mang und Attila „Unicum“ Beres mussten ihren Fiat Ritmo 130?TC vorzeitig abstellen.
ORC: Sieg für Federico Laurencich
Bei den ORC (Österreichische Rallye Classics) setzte sich der Italiener Federico Laurencich (Copilot Alberto Mlakar, Peugeot?106 Rally?1.6?16V) klar gegen die zunächst starken Österreicher Peter und Tobias Klamminger im VW?Golf?IV?Kitcar durch, die auf SP5 über fünf Minuten verloren. Auf Platz drei landeten Josef Lammer und Tobias Kober auf einem Citroën?Saxo?1.6?VTS vor den Italienern Albert Sosol und Marco Comar in einem weiteren Peugeot?106.

















