Autowelt

Inhalt

Citroen Berlingo PureTech 110 Feel - im Test Citroen Berlingo 2019

Erhobenen Daches

Mit dem neuen Berlingo behält Citroen trotz des anhaltenden SUV-Hypes einen reinrassigen Familien-Van im Programm. Test des 110-PS-Benziners.

Mirko Stepan/mid

Hier geht's zu den Bildern

Klassische Vans sterben langsam aus, die Übermacht der SUV als Familienkutschen ist zu groß, obwohl deren Nutzfaktor deutlich kleiner ist. Wer heute komfortabel mit Kind und Kegel unterwegs sein möchte, ist mit einem Hochdachkombi gut bedient.

Aber sind die Autos, die früher ohne zweite oder gar dritte Sitzreihe und hintere Seitenfenster als kompakte Lieferwagen unterwegs waren, wirklich familien- und alltagstauglich?

Die Frage erübrigt sich, wenn das Innere des Berlingo hinter der weit geöffneten Schiebetür zum Vorschein kommt. Denn der stylische Franzose - wie alle Citroen-Modelle fährt auch der Berlingo, der auf gerader Linie mit dem Peugeot Rifter und dem Opel Combo verwandt ist, mit eigenständigem, ja fast ein bisschen extravagantem Design vor - ist auf kleinem Raum ein Großer.

Mit 4,40 Metern Länge ist die Kurzversion (der Berlingo XL ist 35 Zentimeter länger) mitten drin in der Kompaktklasse. Das ist kaum zu glauben, wenn man hinten und vorne rechts alle Hebel umlegt und Schlaufen zieht, und mit ein paar Handgriffen eine durchgehende und nahezu ebene Ladefläche zaubert.

Erster Eindruck: Hier passt sogar eine Hüpfburg rein. In Zahlen: 2,70 Meter Ladelänge, 775-3.000 Liter Kofferraumvolumen, maximal 844 Kilo Zuladung. Dazu bietet er zahlreiche Zugangsmöglichkeiten, die für jede Gelegenheit passen - entweder durch die beiden Schiebetüren, die Heckklappe oder die separat zu öffnende Heckscheibe.

23.100 Euro kostet der Berlingo als PureTech 110, also mit 81 kW/110 PS und Euro 6d-Temp-Dreizylinder-Turbobenziner, in der für diesen Motor höchsten Ausstattung "Feel".

Da verwundert es, dass der stilbewusste Franzose, der mit farblich abgesetzten seitlichen Airbumps vorfährt, keine Alufelgen im Serienpaket hat. Diese kosten knapp 600 Euro extra. Hier blitzt kurz das Handwerkerauto durch, denn den Berlingo gibt es immer noch als Kastenwagen: mehr Nutzfahrzeug-Eigenheiten sind nicht zu finden - außer den hervorragenden Platzverhältnissen.

Auch auf der Straße erinnert nichts an Lastesel-Zeiten. Der Berlingo sieht innen nicht nur aus wie ein Pkw, bei dem das gute Platzangebot auch für reichlich Ablageflächen und Cupholder gut ist, sondern fährt sich auch wie ein Kleinwagen von nebenan.

Dazu kommt ein Connectivity-Angebot, das alle aktuellen Bedürfnisse befriedigen kann. Ein 8-Zoll-Touchscreen dient als zentrales Bedienelement. Mehrere - wenn auch durchwegs aufpreispflichtige - Assistenzsysteme sorgen dafür, dass Berlingo-Passagiere sicher unterwegs sind, zum Beispiel ein aktiver Spurhalteassistent, der Müdigkeitswarner "Coffee Break Alarm", ein Toter-Winkel-Assistent, eine Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitsempfehlung, eine Rückfahrkamera mit 180-Grad-Rundumsicht.

Mit seinen 110 PS macht der Citroen Berlingo eine gute Figur, selbst voll beladen zeigt er im Alltagstest keine Schwächen. Der Testverbrauch von 7,5 Litern je 100 Kilometer ist zwar nicht preisverdächtig, aber auch nicht zu beanstanden. Immerhin wiegt das Auto 1,5 Tonnen. Die bewegt das 1,2 Liter große Motörchen sehr ordentlich. 170 km/h schafft der Hochdachkombi in der Spitze, 11,5 Sekunden dauert der Spurt auf Tempo 100. Und lässt auch bei flotterer Fahrt nichts an Komfort vermissen. Gute Sitze und ein ausgewogener Federungskomfort waren nicht immer die Merkmale französischer Autos - das hat Citroen gut hingekriegt.

Fünftüriger, fünfsitziger Kastenwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.403/1.848/1.844/2.785 mm, Leergewicht (EU): 1.587 kg, Zuladung: 567 kg; Anhängelast gebremst/ungebremst: 1.150/600 kg, Kofferraumvolumen (bei aufrechter Rückenlehne): 775-3.000 l, Tankinhalt: 61 l.
Antrieb: 3-Zylinder-Turbobenziner; Hubraum: 1.199 ccm; Leistung: 81 kW/110 PS bei 5.500 U/min; max. Drehmoment: 205 Nm bei 1.750 U/min; manuelles 6-Gang-Getriebe; 0-100 km/h: 11,5 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h; Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix): 6,3/5,0/5,5 l/100 km; CO2-Emission: 125 g/km; Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.
Österreich-Preis: 23.100 Euro.

Drucken

Ähnliche Themen:

18.03.2019
Pingpong-Effekt

Hochwertige Raffinesse - dieser Begriff taucht bei der Präsentation des DS 3 Crossback öfters auf. Aber genau das trifft es auf den Punkt. Erster Test.

19.02.2019
In aller Kürze

Auto mit Doppelwinkel für zwei Insassen: Citroen präsentiert in Genf einen neu konzipierten Mini-Stromer als "Moped-Auto" der besonderen Art.

28.12.2018
Kompakt à la Francaise

Citroën renovierte den C4 Cactus tiefgreifend - er ist nun das zentrale (weil einzige) Kompaktmodell der Marke. Preisgünstig-pfiffiger Crossover im Test.

Buchtipp: Motorlegenden Im Windschatten von Steve McQueen

Steve McQueen war Filmstar, Stilikone, Rebell und Rennfahrer und steht nun im Mittelpunkt einer Biographie, die alles andere ist als gewöhnlich.

GP von Australien Hamiltons Unterboden war beschädigt

Durch einen Defekt am Unterboden seines Mercedes hat Lewis Hamilton beim Saisonauftakt in Melbourne an Leistungsfähigkeit eingebüßt.

Bergrallyecup: Lödersdorf Saisonauftakt zum Bergrallyecup 2019

Wie schon in den letzten Jahren findet auch heuer der Saisonauftakt zum steirischen Bergrallyecup am Köberlberg in Lödersdorf statt.

Sanfte Evolution Neuer Range Rover Evoque - erster Test

Der neue Range Rover Evoque vereint die markante Silhouette seines Vorgängers mit der Eleganz seines größeren Bruders Velar. Erster Test.