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Ford Ka+ 1.2 Active - im Test Ford Ka+ Active 2019

Süvchen

Mit der Modellpflege gibt es nun auch den Ford Ka+ als höher gelegten Active. Trendiges Design wird mit pragmatischen 85 PS gemixt. Im Test.

Text und Fotos: Bernhard Reichel

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Die dritte und erstmals nur noch fünftürige Generation des Ford Ka - genannt Ka+ - steht nicht mehr auf der gemeinsamen Plattform des Trendsetters Fiat 500. Als Weltauto, also dem Versuch für jeden Markt einen entsprechenden Kompromiss zu finden, ging der einstige Charme endgültig in Pragmatismus über, was jedoch äußerst erfrischend ist.

Manchen ist selbst der neue Fiesta elektronisch zu überdreht. Die Technik im Ka+ hingegen ist noch einfach gestrickt und damit herrlich stressfrei, sowie langlebig und günstig in der Erhaltung.

Kein winziger Turbo-Dreizylinder, keine Touchscreens, in denen man sich in zig Untermenüs verliert, kein diebstahlfördernder Schlüssellos-Zugang, keine den Fahrer teilentmündigenden Assistenzsysteme. Stattdessen blind bedienbare Tasten und Drehregler, ein manuelles Getriebe, eine echte Handbremse sowie ein analoger Tacho - so etwas gibt es heutzutage leider immer seltener.

Im Topmodell „Active“ gibt es im Crossover-Stil etwas mehr Bodenfreiheit, schwarz lackierte Akzentteile, eine Dachreling sowie modische und robust-unlackierte Anbauteile rundum.

Im Innenraum lebt ein Hauch des alten Fiesta in Mittelkonsole und Lenkrad weiter. Die Bedienung ist simpel und intuitiv. Das Handy lässt sich per Bluetooth koppeln, abspielen von Musik klappte damit aber ebenso wenig wie über die USB-Schnittstelle. Sprachsteuerung ist vorhanden, hat aber von Haus aus weniger Möglichkeiten als das "SYNC 3"-System der größeren Brüder.

Komfortables Platzangebot gibt es vorne definitiv, in der zweiten Reihe geht es beengter zu - im Klassenvergleich aber geradezu großzügig. Der Kofferraum ist mit 270 Litern nicht üppig, die Fondlehnen lassen sich aber schnell 2:1 umklappen. Völlig eben wird der auf 1029 Liter gewachsene Laderaum dabei nicht. Ablagen sind zahlreich und ausreichend vorhanden.

Gestartet wird per Knopfdruck. Der 1.2-Liter-Benziner geht dank 85 PS und vier Zylindern auch ohne Turbo ausreichend munter ans Werk. Überholmanöver erfordern dann doch höhere Drehzahlen, das Drehmoment ist mit 115 Nm nicht gerade ausufernd.

Gefühlt beschleunigt man auf Tempo 100 dennoch etwas flotter als die weksseitig angegebenen 13,5 Sekunden befürchten lassen. Insgesamt gibt es ein gutes Empfinden für die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit. Die Lenkung geht gemütlich und leichtgängig ans Werk, ohne dabei unangenehm zu sein. Fünf-Gang-Schaltung und Kupplung harmonieren sauber miteinander. Das Fahrwerk liegt straffer auf Straße oder Feldweg als man vermuten würde, zu hart ist es aber keineswegs.

Mit unseren im Test erzielten sechs Litern kamen wir dem Normverbrauch von 5,7 Litern sehr nah. Absolut gesehen ist der Wert allerdings nicht besonders niedrig, zumal ihn längere Autobahnfahrten weiter nach oben treiben. Dank unkomplizierter Technik und somit längerer Nutzungsdauer dürfte sich die Umweltbilanz aber wieder korrigieren.

Als Active kostet der getestete Ford Ka+ mit 85-PS-Benzinmotor 13.290 Euro, als ebenfalls erhältlicher 95-PS-Diesel ist er um 14.640 Euro erhältlich.

Die Ausstattung ist in beiden Fällen die beste, die für den Ka+ zu haben ist. Start-Stopp-System, Sechs Airbags, Klimaanlage, Tempomat samt Geschwindigkeitsbegrenzer, USB-Schnittstelle, Aluräder und beheizbare Außenspiegel sind beispielsweise serienmäßig.

Für 380 Euro sind im empfehlenswerten "Komfortpaket" elektrisch verstellbare und in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel, elektrische Fond-Fensterheber, Kindersicherung und akustische Einparkhilfe hinten enthalten.

Im "Technologie-Paket" finden sich für glatte 400 Euro ein automatisch abblendender Innenspiegel, Regen- und Lichtsensor, und konfigurierbarer Zusatzschlüssel. Im 300 Euro teuren "Winter-Paket" gibt es beheizte Vordersitze und Windschutzscheibe, sowie eine Armlehne.

Die Eingangs gelobte Einfachheit lässt sich auch beim Ford Ka+ Active teilweise in Richtung komplexer Modernität korigieren - etwa mit dem "Cool&Connect-Paket" ab 590 Euro (6,5-Zoll-Touchscreen, Sprachsteuerung Sync 3, Apple CarPlay, Android Auto, Multifunktionslenkrad und Klimaautomatik). In jedem Fall großzügig sind die serienmäßigen fünf Jahre Fahrzeug-Garantie. Die Lackierung Havanna Braun-Metallic bleibt allein dem Active vorbehalten.

Plus
+ tolles Raumangebot für ein 3,95-Meter-Auto
+ angenehm schaltbares Getriebe
+ kleiner Wendekreis
+ zahlreiche Ablagen
+ satte fünf Jahre Fahrzeuggarantie

Minus
- Handybedienung übers Auto mühsam

Resümee
Packt man noch ein paar Extras oder Pakete hinzu, liegt man zügig auf Fiesta-Niveau. Für robuste und einfache Fahrzeuge gibt es aber zu Recht und nach wie vor einen Markt. Nur der Verbrauch dürfte etwas geringer sein.

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