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Kia Ceed 1.6 CRDi Gold - im Test Kia Ceed 2019

Korea kompakt

In seiner neuen dritten Generation präsentiert sich der Kia Ceed attraktiv gezeichnet und qualitativ hochwertig. Wir testen ihn mit 116-PS-Diesel.

Text: Ralf Schütze/mid; Fotos: Georg Koman

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Seit 2006 bemüht sich die südkoreanische Marke Kia darum, mit dem VW Golf als Bestseller der Kompaktklasse gleichzuziehen. Mit der nunmehr dritten Generation des Ceed steht endgültig fest: Mit Erfolg.

Generation eins war primär pragmatisch, die pralle Design-Dynamik von Generation zwei ging etwas zulasten des Praxiswerts. Mit Generation drei bewegt man sich nunmehr elegant am Mittelweg zwischen gutem Design und überzeugenden praktischen Qualitäten.

Qualität und Fahrverhalten liegen nunmehr auf einem neuen Top-Level, die Ausstattung war immer schon reichhaltig, und außerdem hat der Kia Ceed (den Apostroph der beiden Vorgänger - cee'd - ließ man samt der Kleinschreibung weg) ein europäisches Erfolgsgeheimnis: Der vermeintliche Koreaner entstand in Kias Entwicklungs- und Designzentren rund um Frankfurt und wird im slowakischen Žilina gebaut.

Staunen und Wohlfühlen ist sofort angesagt, wenn man im Kia Ceed Platz nimmt. Hochwertige Materialien, wohin das Auge auch blickt, gutes Tastgefühl, wohin die Hand auch fasst. Sprich: Optik und Haptik stimmen. Auch in Sachen Ergonomie gibt es keinerlei Überraschungen. Die Sitze sind vielfach verstellbar, der Innenraum bietet großzügig Platz für Beine, Kopf und Schultern, und auch die Hinterbänkler können sich bis 1,90 Meter nicht über Enge beschweren.

Extrem logisch aufgebaut ist das Multimedia-System, das man über den angenehm hoch platzierten Touchscreen fein bedienen kann. Auch bei der Sicherheit gibt sich Kia mit seinem Kompaktmodell keine Blößen. Besonders lobenswert: Die elektrischen Fensterheber sind auch hinten mit Einklemmschutz kombiniert - also dort, wo dies wegen mitfahrender Kinder besonders wichtig ist.

Die dritte von fünf Ausstattungslinien - Gold -, in der der getestete, 116 PS starke Diesel-Ceed 1.6 CRDi um 27.190 Euro zu haben ist, enthält serienmäßig neben Komfort-Features wie Navigation auch Sicherheits-Features wie Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung, Spurhalte-Warner und Fernlicht-Assistent serienmäßig.

Gegen Aufpreis sind unter anderem ein Radar-Tempomat, ein aktiver Spurfolgeassistent, ein Totwinkelwarner sowie ein Querverkehrs-Assistent (warnt beim Rückwärts-Ausparken) erhältlich. Besonders fair wirkt der Preis für den Kia Ceed angesichts der einzigartigen Sieben-Jahres-Garantie bis 150.000 km.

Im Fahrverhalten ist der Kia Ceed nicht unkomfortabel, aber eindeutig auf der dynamisch-straffen Seite angesiedelt. Auf Kanaldeckeln oder bei Querfugen wirkt der Ceed daher leicht polternd. Mit 395 bis maximal 1.291 Litern Kofferraum ist er kein Ladewunder, deckt aber die typischen Ansprüche an einen Kompaktwagen ab. Und: Der Kofferraumboden ist sehr variabel nutzbar.

Die Rundumsicht ist nach schräg hinten durch die breite C-Säule am Heck leicht eingeschränkt, wie man das aber auch von der Konkurrenz kennt. Tröstlich: Eine Rückfahrkamera weist bereits ab der zweiten Ausstattung (Silber) serienmäßig auf einem großen Monitor den Weg.

Trotz überschaubarer 116 PS bietet der gut gedämmte Vierzylinder-Diesel passable Fahrleistungen. 10,9 Sekunden vergehen für den Standardsprint, 190 km/h Spitze sind genug, der Normverbrauch beträgt bombastische 3,8 l/100 km.

Der 1,6-Liter-Antrieb ist angenehm durchzugsstark. Kein Wunder, denn das maximale Drehmoment von 280 Newtonmetern bringt schon ab 1.500 Umdrehungen hohe Schubkraft. Die Sechsgang-Handschaltung hat angenehm kurze Wege, will aber exakt gehandhabt werden. Der Testverbrauch lag mit 4,7 l/100 km spürbar höher, aber immer noch in einem Top-Bereich.

Das Fahrgefühl stimmt insgesamt. Das Design auch. Das geht vor allem auf einen gebürtigen Bayern zurück: Peter Schreyer machte sich einst als Formgeber für Audi TT oder VW New Beetle einen Namen und herrscht seit über zehn Jahren über die Optik der Autos von Kia sowie der Konzernschwester Hyundai. Speziell beim Ceed hat es Kia geschafft, sich dem Mainstream anzunähern, ohne beliebig zu wirken.

Fünftüriger, fünfsitziger Kompaktwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.310/1.800/1.447/2.650 mm, Leergewicht: 1.313 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.830 kg, max. Anhängelast gebremst/ungebremst 1.500/650 kg, Kofferraumvolumen: 395-1.291 l, Tankinhalt: 50 l.
Motor: Reihenvierzylinder-Diesel, Hubraum: 1.598 ccm, Leistung: 85 kW/116 PS bei 4.000 U/min, max. Drehmoment: 280 Nm bei 1.500-2.750 U/min, Sechsgang-Handschaltung, 0-100 km/h: 10,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h, Vorderradantrieb, Normverbrauch (Stadt/überland/Mix): 4,2/3,6/3,8 l pro 100 km, CO2-Emission: 99 g/km, Testverbrauch: 4,7 l/100km, Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.
Preis 27.190 Euro

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