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Drachen-Flaggschiff

Ein drachenhautgoldener Skoda Superb Combi mit 272 PS für knapp 70.000 Euro? Dieses Auto zeigt, was bei der tschechischen VW-Tochter mittlerweile möglich ist.

Stefan Schmudermaier

Bei vielen Herstellern wird noch vor der Aushändigung des Testautos ein Datenblatt übermittelt, aus dem sich Motorisierung, Ausstattung und Preis ablesen lassen. So auch beim Skoda Superb, der gleich mit drei Fakten für redaktionsinternes Aufsehen sorgte. Zum einen hat die Presseabteilung der tschechischen VW-Tochter im Hinblick auf die Farbe Mut bewiesen.

Und Dragonskin-Gold-Metallic erscheint durchaus mutig, erst recht auf dem Flaggschiff Superb. In natura muss man sagen, steht die Drachenhaut dem Combi wirklich gut, erst recht in Verbindung mit der Sportline-Ausstattung, die mit schwarzem Kühlergrill, dunklen Scheinwerfen und 19-Zoll-Rädern feine Kontrastpunkte setzt.

Unser bis dato teuerster Skoda

Der ebenfalls in dunkelgrau gehaltene Innenraum harmoniert perfekt, die Ausstattung lässt fast keine Wünsche offen. Kein Wunder – und damit wären wir beim zweiten spannenden Fakt – kostet unser Testauto inklusive aller Extras satte 69.330 Euro und 58 Cent. Und ist somit der teuerste Skoda, den wir jemals im Testfuhrpark zu Gast hatten. Der Basispreis liegt bei 56.390 in Österreich und 49.390 Euro in Deutschland.

Die Aufzählung aller Extras würde den Rahmen hier sprengen, daher nur ein Auszug. Knapp 2.100 Euro (D: 2.230 Euro) kostet das feine Columbus-Navi, für 1.435 Euro (D: 1.250 Euro) bekommt man das große Glasschiebedach.

Im Winter freilich wichtiger war die Standheizung für 1.157 Euro (D: 1.090 Euro), die sich nicht nur per Fernbedienung, sondern auch mittels App starten lässt. Der neue Superb ist dank Skoda-Connect nämlich voll vernetzt. Mit dem Smartphone lässt sich so etwa der Tankstand, der Standort des Fahrzeuges oder etwaiger Servicebedarf feststellen, wenn nötig, kann das Fahrzeug auch ver- bzw. entriegelt werden.

Viel Platz, (zu) hoher Verbrauch

Immer wieder erstaunlich ist das Platzangebot im Superb. Selbst hinter großgewachsenen Fahrern bleibt so viel Beinfreiheit, dass man beinahe die Füße übereinander schlagen kann, der Kofferraum ist mit 660 bis 1.950 Litern ebenfalls echt riesig. Das war aber bereits bekannt und ist nicht der dritte Wow-Effekt. Der begründet sich vielmehr in der Motorisierung. Kein Dieselmotor, sondern der 272 PS starke Turbobenziner sorgte für Vortrieb, den das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder weiterleitete. Das optionale adaptive Fahrwerk lässt die Wahl zwischen Komfort und Sport.

Und dennoch fällt das Resümee gemischt aus. Zwar ist der Punch (5,7 Sekunden auf 100 km/h) absolut OK, allerdings ist der Verbrauch unzeitgemäß hoch, unter 9,5 Litern war nichts zu machen. Unser Tipp: Der neue 150 PS TDI, der mit knapp über der Hälfte das Auslangen findet und auch sonst mit tadellosen Fahrleistungen überzeugt.

Plus
+ Fahrleistungen
+ Platzangebot
+ Verarbeitung
+ Vernetzung

Minus
- Verbrauch
- Kosten

Technische Daten
Hubraum: 1.984 cm3
Zylinder: 4
Leistung: 272 PS (200 kW)
Drehmoment: 350 Nm bei 2.000/min
0–100 km/h: 5,7 s
Vmax: 250 km/h
Getriebe: 7-Gang aut.
Antrieb: Allrad
Ø-Verbrauch: 8,7 l Super
CO2: 197 g/km (EU6d-TEMP)
Kofferraum: 660–1.950 l
Zuladung: 640 kg

Basispreis Österreich: 56.390 € (inkl. MwSt. & 16 % NoVA)
Basispreis Deutschland: 49.390 € (inkl. MwSt.)

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