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Harte Schale, smarter Kern

Die dritte Generation des Hyundai i20 macht fast alles richtig, überrascht Hyundai-Kenner aber nicht nur positiv.

Johannes Posch

Viel Ausstattung und hohe Qualität um faires Geld. Dafür kennt man Hyundai. Und ja, auch der neue i20 ist da im Großen und Ganzen keine Ausnahme. Zwei Punkte überraschen aber. Erstens: Will man den kleinen Koreaner Marke "volle Hütte" sein Eigen nennen, muss zusätzlich zur höchsten Ausstattungslinie noch das eine oder andere Extra geordert werden. Navigation, adaptiver Tempomat, Toter-Winkel-Warner, Schiebedach und mehr sind nämlich weder in der zivilen "Trend Line" noch der sportlichen "N Line" enthalten, der übrigens die 120-PS-Top-Motoren mit Mild-Hybrid-Power vorbehalten sind. Und zweitens: So gut wie alles im Interieur, das nicht zum Lenken, draufsitzen oder als Boden gedacht ist, besteht aus Hartplastik. Fein verarbeitetem Hartplastik zwar, aber eben doch einem, das laut "klonk, klonk" macht, wenn man draufklopft. Aber gut: Irgendwoher muss er ja kommen, der ausstattungsbereinigte Kostenvorteil zu Konkurrenten wie dem Ford Fiesta, dem VW Polo oder auch dem Konzernbruder Kia Rio; der Hyundai ist günstiger als sie alle.

Genug gemeckert
Das war ehrlicherweise auch schon alles, was wir dem i20 vorwerfen können. Die angebotene Ausstattung liegt auf dem Niveau einer Klasse darüber, das Platzangebot ist für Mensch und Gepäck gleichermaßen tadellos, die Sitze sind okay, die Ergonomie ist einwandfrei und das Infotainmentsystem absolut auf der Höhe der Zeit sowie angenehm schnell. Und dass Hyundai sich trotz des bis zu 10,25 Zoll (!) großen Touchscreens darauf besonnen hat, zusätzlich Drehregler für die Lautstärke und echte Tasten für die Klima-Bedienung zu verbauen, gibt Extrapunkte.

Sparsamer Dreizylinder
Gleich noch welche bekommt er für seine Manieren auf der Straße. Der von uns getestete 100-PS-Dreizylinder-Turbo-Benziner wird laut Hyundai der Bestseller werden. Zu Recht, wie wir finden. Für einen Dreiender akustisch und vibrationstechnisch angenehm zurückhaltend bietet er adäquaten Vortrieb und ist dabei auch einigermaßen sparsam: 5,9 Liter Testverbrauch standen am Ende unserer Verbrauchsrunde im Bordcomputer; nur haarscharf an der maximalen WLTP-Angabe von 5,8 vorbei. Wären schon Sommerreifen auf dem Testwagen gewesen, wären sich die also wohl locker ausgegangen.

Auch die Doppelkupplung macht ihre Sache gut. Sie schaltet nicht blitzartig, aber ausreichend schnell und sanft. Beim Rangieren schlägt sie sich ebenfalls nicht schlechter als andere Getriebe-Kollegen gleicher Bauart. Und auch Lenkung und Fahrwerk wissen zu gefallen. Erstere ist recht leichtgängig, aber angenehm direkt, und letzteres zwar fast überraschend hart (der i20 N wird einem dann wohl endgültig jede Blombe raushauen), gibt sich dafür in flotten Kurven aber keine Blöße und taugt trotzdem gerade noch für die Langstrecke.

Testmodell: 1,0 T-GDi DCT Trend Line
Hubraum | Zylinder: 998 cm3 | 3
Leistung: 100 PS (74 kW)
Drehmoment: 172 Nm bei 1.500–4.000/min
0–100 km/h | Vmax: 11,4 s | 185 km/h
Getriebe | Antrieb: 6-Gang aut. | Vorderrad
Ø-Verbrauch | CO2: 5,3 l S | 119 g/km (EU6d)
Kofferraum | Zuladung: 352–1.165 l | 540 kg
Basispreis | NoVA: 22.990 € (inkl.) | 2 %

Das gefällt uns: Ausstattung, Bedienung, Platzangebot
Das vermissen wir: Softtouch-Materialien im Innenraum
Die Alternativen: VW Polo, Ford Fiesta, Kia Rio, Seat Ibiza etc.

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