CLASSIC

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Jubiläum: Der Karmann Ghia wird 60

"Hausfrauen-Porsche"

Vor 60 Jahren entwarf Designer Luigi Segre im Auftrag von Wilhelm Karmann einen Sportwagen auf Basis des VW Käfer, den Karmann Ghia.

mid/friwe

Den Prototyp eines sportlichen Coupés auf der Basis des VW Käfer ließ sich vor 60 Jahren Wilhelm Karmann in einer Garage in Paris präsentieren. Der italienische Designer Luigi Segre von der "Carozzeria Ghia" in Turin hatte den ursprünglichen Auftrag für einen offenen Sportwagen zunächst in ein Coupé umgesetzt, das er im Vorfeld des Pariser Automobilsalons 1953 seinem auf Anhieb begeisterten Auftraggeber vorstellte. Der Karmann Ghia war geboren.

Karmann produzierte zu diesem Zeitpunkt bereits das VW Käfer Cabriolet und gewann schnell auch den VW-Chef Heinrich Nordhoff für sein Projekt. So lief 1955 in Osnabrück die Produktion für den Käfer-Ableger an, der mit seinem italienischen Design auch die Herzen der Damen eroberte und sich damit Spitznamen wie "Sekretärinnen-Ferrari" oder "Hausfrauen-Porsche" einhandelte.

Zwei Jahre später erhielt auch die offene Version des Karmann Ghia den Segen von Heinrich Nordhoff. Zwischen 1955 und dem Produktionsende 1974 fertigte Karmann von den beiden Varianten des intern "Typ 14" genannten Modells insgesamt 443 482 Exemplare. 362 601 davon waren Coupés, 80 881 hatten ein Stoffdach. Der Karmann Ghia erwies sich nicht zuletzt als Export-Schlager. 61 Prozent der Produktion ging in die Vereinigten Staaten.

Der Erfolg der beiden Versionen scheint im Rückblick erstaunlich. Mit einer Leistung von 30 PS trat der Karmann Ghia bei weitem nicht so dynamisch an, wie es die sportliche Form vermuten ließ. Die Höchstgeschwindigkeit betrug gerade einmal 118 km/h. Der Coupé-Prototyp steht heute in der Automobilsammlung des mittlerweile vom VW-Konzern übernommenen Unternehmens in Osnabrück.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ARBÖ Classic & ARL 2025

27. ARBÖ Classic rechnet mit Nennrekord

Am 6. und 7. Juni werden wieder bildhübsche Oldtimer die traumhafte Gesäuseregion rund um die Stiftsgemeinde Admont beglücken. Bei der 27. Ausgabe der ARBÖ Classic winkt ein Rekordergebnis.

Die ARBÖ Classic (5. und 6. Juni) bringt mit 165 Fahrzeugen ab Jahrgang 1928 einmal mehr die Freude am Automobil in die Admonter Gesäuse Region und darüber hinaus. Und: Schon jetzt trudeln Nennungen für die im September steigenden Austrian Rallye Legends ein

Die Opfer des Wunders

Helden auf Rädern: BMW Glas 3000 V8

Weil das Wirtschaftswunder schneller Wohlstand brachte, als es manche Firma recht war, griff Glas mit dem 3000 V8 gleich nach den Sternen. Dazu fehlte es dann aber doch an Strahlkraft.

Kleiner Bruder, das Luder

Helden auf Rädern: Renault 6

Plattformübergreifende Entwicklungen waren schon in Mode, bevor sie wirklich in Mode kamen. Im Falle des Renault 6, brachte das Gleichteileprinzip aber fast mehr Nach- als Vorteile mit sich.

Wenn man ein simples Arbeitstier schon überzeichnet, dann bitte ordentlich. Dass dem Mazda Rotary Pick-up dennoch keine große Karriere zuteil wurde, lag vor allem am schlechten Timing. Aber auch am Charakterdarsteller Wankelmotor.