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Fahrerwahl: Zweifelt Williams an Kubica?

Williams möchte erst nach Robert Kubicas wahrscheinlichem Abu-Dhabi-Test entscheiden: Wieso der Pole zittern muss und was sich di Resta ausrechnet.

Der Cockpitpoker bei Williams geht langsam in die Zielgerade: Auch wenn es keine Bestätigung gibt, gilt es als äußerst wahrscheinlich, dass Robert Kubica an einem der beiden Pirelli-Testtage in Abu Dhabi nach dem Saisonfinale zum Einsatz kommt. Das deckt sich auch mit den Informationen von motorline.cc. Und Technikchef Paddy Lowe gibt zumindest zu, dass es davor keine Fahrerentscheidung geben wird. "Das ist eine vernünftige Schlussfolgerung. Wir stehen unter keinem speziellen Zeitdruck."

Das ist klar, denn abgesehen von Sauber - und dort ist Charles Leclerc so gut wie fix - sind ohnehin alle Cockpits vergeben. Dennoch wirft das Verhalten von Williams Fragen auf: Nachdem Renault offenbar im Sommer von Kubica nicht restlos überzeugt war, testete der Pole, dessen rechte Hand seit dem Rallyeunfall vor sieben Jahren beeinträchtigt ist, in Silverstone und in Ungarn einen 2014er-Williams-Boliden. Auf dem Hungaroring ließ man am Tag danach sogar Ersatzmann Paul di Resta fahren, um die beiden miteinander zu vergleichen.

Wäre Kubica schneller gewesen, hätte man dann nicht sofort zugegriffen? Denn das Sensations-Comeback des einmaligen Grand-Prix-Siegers würde dem etwas verstaubten Williams-Team, das mit Felipe Massa und Lance Stroll 2017 auch eine eher farblose Fahrerpaarung hat, auf jeden Fall neuen Glanz verleihen und für Schlagzeilen sorgen. Das würde mit Sicherheit auch Hauptsponsor Martini freuen. Einen Glanz, den DTM-Pilot di Resta, der vor vier Jahren sein Formel-1-Stammcockpit loswurde und der im Gegensatz zu Kubica keine Sponsoren mitbringt, dem Team keineswegs verleihen würde.

Kubica-Konkurrenten werden weniger

Dennoch zögert Williams. Dass man Kubica jetzt in Abu Dhabi noch einmal testen will, könnte bedeuten, dass man dem 32-Jährigen aus Krakau eine zweite Chance geben will, obwohl man nach Ungarn offenbar nicht in Euphorie verfiel. "Wir befinden uns mittten in unserem Entscheidungsprozess", will Lowe die Karten nicht auf den Tisch legen. "Robert ist ein großartiger Fahrer, und wir ziehen ihn für die kommende Saison in Betracht - neben anderen Fahrern."

Laut Informationen von motorline.cc handelt es sich dabei neben di Resta um Daniil Kwjat, während Pascal Wehrlein trotz eines Dementis von Williams aus dem Rennen zu sein scheint. Man darf gespannt sein, ob der russische Ex-Toro-Rosso-Pilot auf dem Yas-Marina-Circuit am zweiten Testtag zum Einsatz kommen wird, oder ob man di Resta oder als bekannte Größe Stammfahrer Stroll ins Cockpit setzt, um bessere Vergleichswerte zu haben.

Noch einen weiteren Grund könnte es geben, dass Williams bei Kubica zögert: Die Boliden der Generation 2014 sind um mehrere Sekunden langsamer als die aktuellen Fahrzeuge. Erst in einem 2017er-Auto traut man sich möglicherweise ein realistisches Urteil zu, ob Kubica den aktuellen Formel-1-Belastungen gewachsen ist.

Bleibt di Resta Ersatzmann?

Und selbst dann wäre es klug, zumindest für den Fall der Fälle einen ernstzunehmenden Ersatzmann bereit zu haben, der das Cockpit übernehmen könnte, sollte das Experiment mit Kubica doch nicht nach Wunsch verlaufen. Auch diesbezüglich könnten die Namen di Resta und Kwjat bei den Williams-Planungen eine Rolle spielen.

"Hoffentlich habe ich genug getan, um ihnen zu zeigen, was ich kann", hat di Resta seine Hoffnungen auf ein Formel-1-Comeback jedenfalls noch nicht aufgegeben und verweist gegenüber Sky Sports F1 auf seinen Testtag auf dem Hungaroring. "Das Team kennt mich gut genug. Ich bin gut integriert, bin mit den Leuten befreundet, kenne sie persönlich und professionell. Ich muss daraus kein Geheimnis machen, dass ich dieses Cockpit will und nächstes Jahr in diesem Auto sitzen möchte."

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