MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Hamilton erklärt: So läuft ein Rennstart

Von wegen einfach losfahren: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton erklärt, was beim Start zu einem Grand Prix im Cockpit alles zu beachten ist.

Fünf Doppelampeln leuchten nacheinander auf. Wenn sie zeitgleich ausgehen, beginnt der Grand Prix. Und damit die größte Stressphase für die Piloten. Denn auf den ersten Metern sind sie im Cockpit massiv gefordert: Es gilt, den Rennstart bestmöglich zu erwischen, um gleich Positionen gutzumachen oder den Platz zu verteidigen. Eine bessere Chance kommt im Rennen vielleicht nicht wieder.

Dazu ein paar Zahlen: Die Reaktionszeit der Piloten nach dem Erlöschen der Startampeln beträgt etwas mehr als eine Zehntelsekunde. Und ein modernes Formel-1-Auto benötigt weniger als fünf Sekunden, um aus dem Stillstand heraus auf 200 km/h zu beschleunigen - sofern der Fahrer die Startabläufe optimal erledigt.

Laut Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton ist das keine einfache Aufgabe, weil der Rennstart eine "ziemlich technische" Aufgabe für die Piloten ist. Und eigentlich beginnt der Start bereits beim Verlassen der Boxengasse mit einem Probestart und setzt sich in der Einführungsrunde fort. "Wichtig ist, dass deine Reifen auf Temperatur sind", meint Hamilton. Diese Vorarbeit muss sein.

Die erste Hürde: Der Schleifpunkt der Kupplung

Steht das Auto in der Startaufstellung und hat die Ampelsequenz begonnen, treffen die Fahrer weitere Vorbereitungen. "Du musst [für das Losfahren] eine bestimmte Drehzahl erreichen", sagt Hamilton. "Lässt du dann die Kupplung kommen, musst du den Schleifpunkt perfekt erwischen."

Letzteres ist leichter gesagt als getan, wie der Mercedes-Pilot weiter ausführt: "Du hast einen Spielraum von null bis einhundert Prozent. Und irgendwo dazwischen liegt dein Ziel. Man spürt es aber kaum. Das bedeutet, du musst möglichst nahe herankommen. Liegst du darunter oder darüber, dann greift die Kupplung nicht gescheit."

Aus diesem Grund sind Formel-1-Fahrer dazu angehalten, häufig Probestarts ausgangs der Boxengasse durchzuführen, damit sie ein Gefühl für die Kupplung und die Bedingungen an der jeweiligen Strecke entwickeln können.

Die ersten Meter im Rennen

Das ist nötig, weil sich die Gegebenheiten von Kurs zu Kurs verändern können. "Auf jeder Strecke hast du es mit einem anderen Gripniveau zu tun", meint Hamilton. Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen Boxengasse und Zielgeraden, mal mit mehr, mal mit weniger Grip. Wer die Situation am besten einschätzt, kommt demnach auch am besten los - sofern die weiteren Abläufe der Startphase passen.

Denn nach dem ersten Anrollen ist der Start noch lange nicht erledigt. "In der Beschleunigungsphase ist es entscheidend, wie du die Kupplung kommen lässt und wie du mit dem Gaspedal umgehst", erklärt Hamilton. "Auch die Schaltpunkte müssen perfekt stimmen. Das ist unheimlich wichtig für den Start."

Es dauert einige Sekunden, bis diese erste Hürde genommen ist, bis die Reifen nicht mehr durchdrehen, bis das Auto voll beschleunigt. "Dann geht es nur noch um die Distanz bis zur ersten Kurve und wer sie am schnellsten zurücklegt", sagt Hamilton.

Und diese Situation stellt sich jedes Mal anders dar: Beim Stadtrennen in Monte Carlo etwa beläuft sich die Anfahrt zur ersten Kurve auf gerade mal hundert Meter, auf dem Straßenkurs in Sotschi dagegen kommt die erste (Brems-) Kurve erst nach 800 Metern. Vor allem bei einem längeren Weg bis zur ersten Kurve spielen Linienwahl, Zweikämpfe und Windschatten ebenfalls eine Schlüsselrolle, genauso wie der Zustand der jeweiligen Reifen.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

WEC Hypercar und IMSA GTP

Wer für 2026 Updates bringt und wer nicht

Vollständige Übersicht, welche Hypercar- und GTP-Hersteller für das Langstreckenjahr 2026 Upgrades an ihren Boliden planen und welche nicht

Trotz Gerüchten um einen vorzeitigen Abgang von Red Bull wird Gianpiero Lambiase auch 2026 an Bord sein und Renningenieur von Max Verstappen bleiben

Wirbel vor den F1-Tests: Ein Schlupfloch im 2026er-Reglement sorgt für Streit - Mercedes und Red Bull stehen im Fokus, die FIA ruft zum Krisentreffen

"Vorfreude umso größer"

Habsburg fährt auch 2026 für Alpine

Während Mick Schumacher die WEC und Alpine in Richtung IndyCar verlassen hat, bleibt Ferdinand Habsburg für drittes Jahr im französischen Werksteam an Bord

MotoGP 2026: Aprilia

Aprilia enthüllt RS-GP26

Aprilia Racing startet 2026 nicht nur mit neuer Optik, sondern mit dem Selbstverständnis eines Titelanwärters in die neue MotoGP-Saison