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Formel 1: Interview

Vettel: Rücktritt "keine Option"

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel will seinen Vertrag bis mindestens Ende 2020 erfüllen - Der interne Zwist und der Sotschi-Ausfall ändern seine Meinung nicht.

Der interne Machtkampf im Team und der Frust über die Unzuverlässigkeit des Autos bescherten Sebastian Vettel ein enttäuschendes Wochenende in Russland. Der Deutsche wünschte sich die V12-Zeiten zurück, seine Unterstützer kritisierten die Ferrari-Taktik scharf. Helmut Marko sprach davon, dass die Scuderia Vettel "geopfert" habe. Kein Grund für den 32-Jährigen über Rücktritt nachzudenken.

"Vettel hat bei Ferrari keine Zukunft mehr, das steht für mich jetzt fest", stellte der Red-Bull-Motorsportkonsulent und Vettel-Intimus gegenüber 'Auto Bild motorsport' klar. In denselben Tenor stimmten auch viele Vettel-Fans nach dem Rennen ein. Sie forderten, dass sich der Heppenheimer diese Spielchen nicht gefallen lässt und seinen Ferrari-Vertrag vorzeitig beenden soll.

Bis Ende 2020 ist er offiziell noch vertraglich an die Roten gebunden. Auch im kommenden Jahr wird er neben Charles Leclerc antreten müssen. Im Duell um die Oberhand werde Vettel 2020 keine Chance mehr haben, glaubt Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve.

Steht also tatsächlich der Rücktritt des viermaligen Weltmeisters zur Debatte? "Es gibt keine Rennserie wie die Formel 1 mit V12-Motoren - ansonsten würde ich es mir überlegen", scherzte er auf diese Frage angesprochen. Vettel denkt auch nach dem internen Zwist seit Italien nicht ans Aufhören.

"Es gibt keine solche Option." Der Ausfall in Sotschi wurde von einem MGU-K-Defekt ausgelöst. Purist Vettel bestärkt das in seiner Abneigung gegen die Hybrid-Motoren der aktuellen Generation: "Diese Antriebseinheiten sind sehr komplex. Aus Ingenieurssicht sehr faszinierend, aber ich habe da meine ganz eigene Meinung."

Der Ferrari-Pilot ist der Meinung, dass die V6-Turbos keinen Mehrwert im Rennen bieten, auch nicht für die Fans. Deshalb denkt er dennoch nicht an Rücktritt: "Nein, aber es ist natürlich sehr bitter, weil ich bis zum Ausfall sehr gut gefahren bin. Es sah nach einem guten Nachmittag aus."

Bevor er den SF90 in Runde 26 des Grand Prix am Streckenrand abstellen musste, lag er die meiste Zeit des Rennens in Führung. Er hatte die Chance, seinen zweiten Saisonsieg nach Singapur einzufahren. Doch statt eines Doppelsiegs für Ferrari wurde dank des Ausfalls daraus ein Mercedes-Doppelerfolg. "Natürlich ist man nach so einem Ausfall niemals glücklich."

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