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Was für Helmut Marko in der Formel 1 falsch läuft...

Aus der Sicht von Helmut Marko gibt es ein hohes Verbesserungs-Potential: Weniger Telemetrie, einfacheres Regelwerk, mehr Kiesbett....

Wenn RB-Motorsport-Konsulent Helmut Marko auf die Dinge schaut, die ihm an der aktuellen Formel 1 nicht gefallen, dann wird die Liste ziemlich lang. Von zu vielen Daten und übertriebenen Sicherheitsvorstellungen bis hin zu wenig herausfordernden Boliden ist alles dabei. Der Österreicher sieht eine Menge Problemzonen, die er jüngst bei einem Auftritt bei 'Servus TV' darlegte.

Da wäre zum einen die komplizierte Technologie. Marko weiß, dass der Durchschnittsfan etwa mit dem Begriff MGU-K nicht viel anfangen kann. "Und die Ingenieure und die meisten Journalisten genauso wenig", sagt er. Zwar sei die Technik faszinierend und der Verbrauch für die Leistung des Triebwerks gering, allerdings hält er sie für "nicht alltagstauglich".

"Dass wir zwei Energierückgewinnungssysteme haben, ist in der Praxis nicht umzusetzen, weil es viel zu aufwändig ist", sagt er und belegt es mit einem Beispiel: "Wir brauchen rund zehn Leute, um die Autos zu starten und die im Betrieb zu haben. Wenn wir die Telemetrie abschalten würden: Kein Auto würde fahren."

Zudem besitzen die Teams Unmengen an Daten, sodass die Formel 1 im Und weil die Autos zudem auch körperlich nicht so anstrengend wie früher sind - findet zumindest Lewis Hamilton - scheint es für Neueinsteiger einfacher zu sein, ein Formel-1-Auto zu fahren. Bestes Beispiel ist für Marko Nikita Masepin: "Ein nicht erfolgreicher Formel-2-Fahrer hat in Barcelona einen Mercedes getestet, und er war auf zwei Zehntel an der Zeit von Bottas dran", sagt er.

Der Österreicher würde die Autos wieder schwieriger zu fahren machen, die Telemetrie einschränken und auch den Funk verbieten. "Dann hätten wir wesentlich mehr Ausfälle, und wir hätten auch wesentlich spannendere Rennen, und die fahrerische Nivellierung würde nicht so schnell herbeigeführt werden", ist er überzeugt.

Apropos Ausfälle: Auch das Thema steht bei Marko auf der Agenda. Asphaltierte Auslaufzonen sind für ihn ein rotes Tuch, weil Fahrer dadurch nicht mehr bestraft werden. "Früher bist du im Kiesbett gesteckt und das Rennen war vorbei. Die Unterscheidung zwischen sehr gutem, gutem oder mittlerem Fahrer wird alles nivelliert." Markos Meinung: "Das soll nicht sein!"innerhalb von Minuten genau analysieren - innerhalb des Teams wissen die Ingenieure sogar nach Sekunden Bescheid. Das bedeutet, dass dem Fahrer sofort mitgeteilt werden kann, wie viel später der andere auf die Bremse tritt und wo er aufs Gas geht.

"So wird das ganze Fahrerfeld fast fahrschulmäßig herangezogen", ärgert sich Marko. "Wenn man sich früher in einer Kurve einen Vorteil erfahren hat, dann hat es mindestens ein Rennen gehalten, bis die anderen überrissen haben, dass diese Linie schneller ist." Heute kann man den Vorteil hingegen vergessen.

Für ihn muss der Fahrer wieder ein Held werden und zeigen, dass er etwas schafft, was sonst keiner schafft. Der Zuschauer müsse wieder in Faszination und Begeisterung versetzt werden. "Wir brauchen keine weiße Linien, wo stundenlang diskutiert wird, ob einer drüber war oder nicht", winkt er ab.

Überhaupt versteht er den Sinn hinter den immer größer werdenden Auslaufzonen nicht, die auch die Zuschauer immer weiter weg vom Geschehen bringen. "Das sind überzogene Sicherheitsvorstellungen", findet er. "Wir fahren Monte Carlo, wir fahren Singapur, wo du null Spielraum hast. Und da geht es auch!"

In der Sendung war auch Formel-1-Boss Chase Carey zu Gast, der sich die Meinung des Red-Bull-Konsulenten direkt anhören konnte. Versprechungen für die Zukunft wollte der Amerikaner im Hinblick auf das neue Reglement ab 2021 aber keine machen: "Wir haben eine Liste von Empfehlungen. Das sind von A bis Z mehrere Seiten. Das kann man natürlich nicht alles umsetzen", sagt er.

Zwar schätze er solche Anregungen, doch was am Ende umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. "Wir müssen noch mehr Anregungen bekommen, als wir sie jetzt haben. Egal ob es um Strecken, das Reglement, den Boxenfunk oder was auch immer für Regeln es geht." Die Formel 1 erreiche viele Gedanken und man müsse dann entscheiden, was der richtige Weg ist.

Für Marko ist aber klar, was die Fans der Formel 1 wollen: "Die Leute wollen Action und den besten Fahrer auf dem besten Auto siegen sehen", sagt er. Dabei spiele es keine Rolle, ob es ein Ferrari oder Mercedes sei - solange Abwechslung gegeben sei. Und dafür würde er konsequent den Rotstift ansetzen: "Ohne so ein kompliziertes Triebsystem und Regelwerk gibt es wieder einen tollen Sport."

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