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Mercedes hatte die Probleme schon seit Freitag Bei Mercedes ahnte man schon, dass es im Rennen eng werden könnte
Motorsport Images

Spielberg: Mercedes hatte Probleme aus dem Rennen schon seit Freitag

Für Mercedes kamen die Probleme im Rennen nicht überraschend - Man habe sie bereits seit Freitag gehabt und eine schnelle Lösung sei nicht möglich gewesen

"Die Situation war sehr ernst", sagte Teamchef Toto Wolff nach dem Rennen in Spielberg. Zwar gewann Valtteri Bottas den Saisonauftakt 2020, doch sowohl an seinem als auch am Boliden von Lewis Hamilton waren zuvor Probleme aufgetreten. "Irgendwann sah es so aus, als ob wir mit keinem Auto ins Ziel kommen würden", erklärt Wolff nach Rennende.

Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin verrät nun, dass die Probleme nicht unerwartet kamen. "Uns war es am Freitag bekannt, als Valtteri am Ende einer Session ein Problem hatte. Das war das erste Anzeichen, dass wir ein Problem hatten", so Shovlin, der erklärt, dass die entsprechenden Probleme anschließend auch am Samstag wiederholt aufgetreten seien.

Deswegen habe man bereits vor dem Rennen "erwartet", auch dort wieder Probleme zu kriegen. Denn laut Shovlin handelt es sich dabei aktuell um ein grundlegendes Problem. "Wenn wir das Auto aufbauen und damit fahren, dann wird dieses Problem irgendwann auftreten", stellt er klar. Die Frage sei nur, "wie schnell" es dann dazu komme.

Problem betrifft "viele verschiedene Dinge"

Doch was genau ist überhaupt "dieses Problem"? "Es zeigt sich nicht nur an einer Sache", erklärt Shovlin und präzisiert: "Grundsätzlich ist es eine elektrische Störung, die sich aufbaut und verschiedene Systeme beeinträchtigt. Bei Valtteri passierte es ungefähr zur Hälfte des Rennens und wurde zunehmend schlimmer. Bei Lewis kam es etwas später."

Von dieser Störung seien dann "viele verschiedene Dinge" betroffen. Bei Mercedes schaffte man während des Rennens Abhilfe, indem man beiden Piloten verbot, die Randsteine zu benutzen. Natürlich keine dauerhafte Lösung, denn das kostet pro Runde einige Zehntel. Es war nicht das erste Mal, dass Mercedes in Spielberg Probleme bekam.

Bereits 2019 musste man die Leistung der Boliden drosseln, weil die Kühlung nicht ausreichend war. "Man bekommt nicht so viel Kühlung wie normalerweise, und alle Temperaturen im Auto sind hoch", erklärt Shovlin im Hinblick auf Spielberg und die heißen Temperaturen im Sommer. Zudem gibt es 2020 noch eine weitere Herausforderung.

Denn in Spielberg fand in diesem Jahr erstmals der Saisonauftakt statt. Shovlin erinnert daran, dass viele Teams für ihre Boliden seit dem Test in Barcelona im Februar noch einmal neue Teile gebracht haben. "Da besteht die Möglichkeit, dass ein Fehler eingeschleppt wird", so der Ingenieur. Denn offizielle Testfahrten gab es seit Barcelona nicht mehr.

Saisonauftakt als zusätzliche Herausforderung

Was für diese Theorie spricht: Während viele andere Teams Probleme mit der Zuverlässigkeit hatten, machte Ferrari am Wochenende einen sehr stabilen Eindruck. Und die Scuderia war laut eigener Aussage komplett ohne Updates unterwegs. Laut Shovlin betreffen solche Dinge "vorherrschend" den Motor, weil dort schon Kleinigkeiten eine "Kettenreaktion" auslösen könnten.

"Österreich ist eine wirklich furchtbare Strecke für die Autos", erinnert er und erklärt: "Normalerweise beginnt die Saison auf einer Strecke wie Melbourne. In Melbourne kannst du nur sehr schwer überholen. Und wenn das der Fall ist, dann kann man sein Auto schonen, weil die anderen sowieso nicht vorbeikommen." In Spielberg sei das Überholen deutlich leichter.

"Wenn man die Randsteine nicht verwendet und nicht hart pusht, dann besteht ein Risiko [überholt zu werden]", erklärt er. Doch was bedeutet das für Mercedes? Schließlich steht am Wochenende direkt das zweite Spielberg-Rennen auf dem Plan. "Wir denken, dass wir einige Fortschritte machen können, um einige unserer Probleme zu verbessern", so Shovlin.

Gleichzeitig stellt er aber auch klar: "Andere [Dinge] werden auf der gleichen Strecke nicht besser werden." Deswegen erwartet er im gesamten Feld wieder zahlreiche Ausfälle. Am Sonntag hatten es lediglich elf der 20 Autos ins Ziel geschafft. "Es ist ein Rennen gegen die Zeit, bei diesen Komplikationen Fortschritte zu machen", so Shovlin.

Das gilt auch für Mercedes.

Motorsport-Total.com

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