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Grand Prix von Japan 2012

Die Tops & Flops aus Suzuka

Top waren Vettel und Red Bull Racing, Kobayashi und Sauber, Massa und Kovalainen. Flops lieferten Grosjean, Mercedes, Senna und Petrov.

Michael Noir Trawniczek

Top: Vettel & RBR – alte Weltmeisterform

Sebastian Vettel und Red Bull Racing zeigten sich in Suzuka wieder in jener Top-Form, der sie zuvor zwei WM-Titel in Folge zu verdanken haben. Kann man diese Performance aufrechterhalten, gewinnt Vettel seine dritte Weltmeisterschaft in Folge.

Top: Kobayashi & Sauber – Heroes

Er ist der große Held des Japan-Grand Prix 2012. Schöner hätte sein erster Podiumsplatz nicht sein können – Kamui Kobayashi verzauberte und verzückte seine Landsleute, das Publikum vor Ort war zu Recht aus dem Häuschen.

Dass er ein großes Kämpferherz hat, ist längst bekannt – doch am vergangenen Sonntag bewies Kobayashi auch Nervenstärke, als ihn Button vom Podium „boxen“ sprich überholen wollte…

Das Sauber-Team demonstrierte schon im Qualifying und nicht zum ersten Mal, wie stark der aktuelle Bolide eigentlich ist. Sehen wir heuer noch einen Sauber-Sieg?

Top: Massa – Zehnjahresvertrag

Wer hätte gedacht, dass es Felipe Massa jemals wieder in die „Tops“ schaffen könnte? Doch diesmal hat sich der Brasilianer diese Ehrung schwer verdient. Den zweiten Platz hat er aus eigener Kraft heraus erringen können – daran gibt es nichts zu rütteln.

Massa ist bei Ferrari dermaßen stark verankert und wird auch von Alonso (als bequemer Teamkollege) derart favorisiert, sodass einem Zehnjahresvertrag wohl nichts mehr im Wege steht…

Top: Kovalainen – beinahe übernatürlich

Grandiose Leistung von Heikki Kovalainen im “Zweite Klasse”-Auto von Caterham. Im Rennen konnte sich der Finne für eine kurze Zeit sogar bis auf Rang zehn vorarbeiten – dass er dort nicht verweilen wird können, war wohl auch ihm selbst klar.

Doch hinsichtlich seiner Verhandlungen über eine Verlängerung des Caterham-Vertrags war dieses Rennen vom vergangenen Sonntag ganz sicher nützlich. Applaus!

Flop: Grosjean – kein Durchstarter

Auf einen, der bereits am Boden liegt, soll man nicht eintreten – Romain Grosjean wirkte nach seiner neuerlichen „Harakiri“-Aktion am Start geknickt und verlegen wie ein Schuljunge, der beim Schummeln erwischt wurde.

Die ganze Welt hat sich an diesem Rennsonntag in punkto Grosjean an den Kopf gegriffen. Mark Webber meinte zynisch-böse, dass der Franzose vielleicht wieder einen „Urlaub“ benötigen würde, womit er wie viele andere auch eine weitere Sperre gemeint hat.

Doch eine solche wurde nicht ausgesprochen. Offenbar verhängen die Stewards nur dann eine Sperre, wenn die Folgen eines solchen Fehlers spektakulär genug sind. Irgendetwas muss sich Grosjean überlegen – der Langstreckensport wäre eine Alternative. Dort teilen sich zwei bis drei Piloten ein Auto, Grosjean bräuchte keine Starts mehr fahren. Ach so, wir wollten ja nicht zynisch sein…

Flop: Mercedes – zu langsam

Großes Medien-Trara im Vorfeld des Japan-Grand Prix rund um die Verpflichtung von Lewis Hamilton und den damit einhergehenden Abschied von Michael Schumacher. Die Stellungnahmen der Mercedes-Teammitglieder zu der Art und Weise, wie man Schumacher mehr oder weniger „abserviert“ hat, waren irgendwie peinlich berührt und schmallippig…

Dass es nicht an den Piloten, sondern vielmehr am Team respektive am Auto scheitert, wurde am Rennwochenende in Suzuka nur allzu deutlich demonstriert. Der „Silberpfeil“ hat zu wenig Topspeed und ist daher leichte Beute im Rennen.

Wobei Rosberg diesmal im Grunde gar kein Rennen bestreiten konnte (wegen dem Senna-Abschuss, siehe „Flops“) und Schumacher das Feld von hinten aufräumen musste. Tatsächlich schaffte er es bis auf den „verflixten“ elften Rang. Mit mehr Speed wäre Schumacher schneller vorwärts gekommen. Eines ist klar: Mit diesem Auto würde auch ein Lewis Hamilton keinen Sieg einfahren…

Flop: Senna – nur ein Name

Was würde wohl Bruno Sennas Onkel Ayrton zu seiner slapstickartigen Vorstellung im ersten Qualifying-Heat für den Grand Prix von Japan sagen? Bruno ist auf seiner schnellen Runde, doch Jean-Eric Vergne übersieht ihn – das muss Senna unbedingt mit wilden Gesten „bestrafen“, doch in Wahrheit straft er sich selbst, die Fuchtelei kostet ihn jene Sekundenbruchteile, welche ihm den Aufstieg ins zweite Quali gebracht hätten…

Im Rennen kracht er gleich am Anfang ins Heck von Nico Rosberg – so muss er gleich einmal an die Box fahren, um einen neuen Frontflügel auszufassen. Wenig später erhält er zu Recht eine Durchfahrtsstrafe – binnen kurzer Zeit hat der Mann mit dem verheißungsvollen Nachnamen sein Rennen sowie jenes von Rosberg zerstört. Bravo!

Flop: Petrov – Hindernis statt Rakete

Der vorletzte Platz von Vitaly Petrov im Qualifying entspricht ganz sicher nicht dem Kräfteverhältnis unter den nunmehr schon seit Jahren “neuen“ Teams Caterham (vormals Lotus), Marussia (vormals Virgin) und HRT, die auch drei Jahre nach ihrem Einstieg immer noch eine Art “Formel 1B” darstellen.

Im Rennen wurde die „russische Rakete“ zum Hindernis – weil er blaue Flaggen ignoriert hatte, musste Petrov zur Drive Through-Strafe antreten. Gerade angesichts der bei den „Tops“ erwähnten Leistung von Heikki Kovalainen eine ziemlich schwache Vorstellung.

Da muss seine russische und resolute Managerin wohl noch ein paar weitere Millionen locker machen – Petrov mutiert zu einer Art russischer Pflichtpilot, der nur deshalb im Formel 1-Auto sitzt, weil Herr Ecclestone in Russland „einmarschieren“ möchte…

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Grosjean in der Kritik Grosjean in der Kritik "Diesen Moment werde ich nie vergessen" "Diesen Moment werde ich nie vergessen"

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