ZWEIRAD

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Der City-Flüsterer

Mit dem MÓ eScooter 125 hat der Automobilhersteller Seat zusätzlich zum Angebot an konventionellen Fahrzeugen mit unterschiedlichster Antriebstechnologie sein Portfolio um ein vollelektrisches Zweirad speziell für urbane Ballungsräume erweitert.

Dieter Scheuch

Was waren das noch für Zeiten, als sägende Geräusche von Zweitaktmotoren angetriebener Roller Wiens Straßenschluchten zum Erzittern und Bewohner auf die Palme brachten? Sie gehören längst der Vergangenheit an und die E-Mobilität ist mittlerweile auch bei leichten Zweirädern angekommen.

Flott und in schickem Design
Mit dem MÓ eScooter 125 entwickelte der Automobilhersteller Seat mit Silence, einem in Barcelona ansässigen Spezialisten für Elektro-Scooter, eine erschwingliche und unkomplizierte Möglichkeit für die inner- und außerstädtische Fortbewegung. Angetrieben von einem Elektromotor mit einer Spitzenleistung von 12,5 PS (was einem 125-ccm-Verbrennungsmotor entspricht) darf er als Leichtmotorrad auch mit dem B-Schein (Zusatz Code 111) gelenkt werden. Drei verschiedene Fahrmodi (Eco, City, Sport) stehen zur Verfügung. Im Fahrbetrieb in der Stadt macht der Roller eine gute Figur: In nur 3,9 Sekunden beschleunigt er aus dem Stand auf 50 km/h und ist mit einer Spitzengeschwindigkeit von 95 km/h flott genug, um auch auf Stadtautobahnen leicht und locker mithalten zu können. Etwas mehr als 100 Kilometer lassen sich so in der City bewältigen, ehe der MÓ wieder an die Steckdose muss.

Ein wenig getrübt ist der Spaß durch das straff abgestimmte Fahrwerk, gröbere Fahrbahnunebenheiten bekommt der Lenker hautnah zu spüren. Nerven kosten kann im Alltagsbetrieb des sonst lautlosen Rollers auch der penetrante Piepston, der nach Betätigen des Blinkers erschallt und zuweilen für Staunen (und manchmal auch Murren) von Passanten an Kreuzungen sorgt.

Gefallen hat uns die clevere Lösung für den mittig platzierten, 41 Kilogramm schweren Akku: Er lässt sich mit ein paar Handgriffen aus seiner Verankerung lösen und mutiert so zum Trolley, der nach Hause oder ins Büro mitgenommen und geladen werden kann. Allerdings ist dafür Barrierefreiheit Voraussetzung. Beeindruckt hat uns auch der große Stauraum unter dem Sitz, in dem problemlos zwei Helme Platz finden. Natürlich lässt sich dort auch alles andere unterbringen, was man im Alltag so benötigt, kleinere Einkäufe inklusive.

Das 1.000-Euro-Argument
Über eine Smartphone-App profitieren die Fahrer von umfangreichen Steuerungsmöglichkeiten. Sie ermöglicht den Zugriff auf vielfältige Funktionen und zusätzliche Fahrzeugdaten, beispielsweise sind Standort (Parkposition und Live-Tracking) und Batteriestatus in Echtzeit verfügbar. In Österreich kann der Seat MÓ eScooter 125 zu einem Listenpreis von 6.699 Euro erworben werden. Davon kann die staatliche Förderung von 700 Euro auf E-Motorräder (L3e) abgezogen werden, wodurch sich ein Einstiegspreis
von 5.999 Euro ergibt.

Technische Daten
Seat MÓ eScooter 125

Leistung | Drehmoment 9,5 PS (7 kW) | 240 Nm
0–50 km/h | Vmax 3,9 s | 95 km/h
Getriebe | Antrieb 1-Gang aut. | Hinterrad
Reichweite (max.) | Batterie 137 km (WLTP) | 5,6 kWh
Ø-Verbrauch 4,0 kWh/100 km (WLTP)
Ladedauer AC ca. 6–8 h 1
Kofferraum | Zuladung Helmfach | k. A.
Garantie Fahrzeug | Batterie 2 Jahre | 4 Jahre
Basispreis | NoVA 6.990 (inkl.) | -

Das gefällt uns: Akku-Trolley, Fahrleistung, Reichweite
Das vermissen wir: mehr Federungskomfort
Die Alternativen: von namhaften Herstellern keine

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Yamaha NEO als 50 ccm Äquivalent

Yamaha setzt auf Elektromobilität

Yamaha Motor Europe verkündet den Eintritt des Unternehmens in die Welt der Elektro-Individualmobilität.

Chinesische Bike-Marke kommt nach Deutschland und Österreich

QJ Motor startet mit österreichischem Importeur

Dass man eine Motorradmarke aus dem Reich der Mitte in Deutschland (noch) nicht kennt, sagt wenig über ihre globale Bedeutung aus. Beispiel QJ Motor: Dieses Label steht für einen der größten chinesischen Zweiradhersteller. Und der kommt jetzt auch zu uns.

Die Ninja 400 und die Z400 kommen zurück: Kawasaki nimmt die zwei Mittelklasse-Modelle für die Führscheinklasse A2 wieder ins Programm. Beide Motorräder sind voraussichtlich ab August lieferbar.

Kommt in limitierter Stückzahl auch zu uns

Justin Bieber X Vespa; Sonderedition vorgestellt

Pop-Superstar Justin Bieber hat sich als Designer versucht und eine einzigartige, monochrome Vespa erdacht, die als streng limitierte Sonderedition der Vespa Sprint auch zu uns nach Österreich kommt.

Jetzt zu günstigeren Konditionen

Abverkauf vor dem Zero-Relaunch

Bevor die große Welle an Neuheiten auf die Händler von Zero Motorcycles zurollt, wollen die 2021er-Modelle an den Mann gebracht werden. Wie das? Ganz klar: sie werden vergünstigt

Nie mehr zweite Liga

Triumph Tiger 1200 - erster Test

Leichter, aber leistungsstärker präsentiert Triumph seine neue Dreizylinder-Enduro Tiger 1200. Damit sie in der ersten Liga, als Konkurrent der BMW GS, bestehen kann, kommt sie auch gleich als multiple Persönlichkeit, als Modelfamilie, als fünf verschiedene Enduros. Wir konnten die Triumph Tiger 1200 auf unterschiedlichem Untergrund in der Eifel testen.