ZWEIRAD

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
KTM Duke 125 - schon gefahren

Jugend forscht

"Das ist vielleicht eine der wichtigsten KTM-Neuerscheinungen der letzten Jahre", sind die Mattighofener überzeugt. Ein Blick auf die Duke 125.

nm/mid

Die kleine Duke ist wahrlich etwas ganz anderes, als man es bisher von KTM gewohnt ist. Keine Enduro, keine Supermoto oder Cross-Maschine und auch kein Straßen-Renner der Superbike-Klasse.

Wohl auch deshalb ist man bei der Realisierung des Projekts ganz neue Wege gegangen, hat mehr als 100 Jugendliche aus ganz Europa nach Mattighofen zusammengeholt und sie nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen befragt, wie ein Motorrad für die Generation zwischen 16 und 20 aussehen sollte.

"Ich will mir nicht anmaßen, zu wissen, wie ein Jugendlicher heute tickt", bestätigt Gerald Kiska, KTMs Chef-Designer die ungewöhnliche Marktforschung.

Herausgekommen ist ein richtiges Motorrad, dem man eigentlich nicht ansieht, dass es sich "nur" um eine 125er handelt. Sofort ins Auge fällt die mächtige, von WP entwickelte Upside-down-Gabel mit einem Standrohrdurchmesser von 43 Millimetern, die in diesen Dimensionen auch gut in einer RC8 arbeiten könnte.

Das gilt genauso für das in der Zugstufe einstellbare, direkt angelenkte Zentralfederbein mit 150 Millimeter Federweg, der in der Praxis völlig ausreicht, die kleine Duke stabil über unebenes Geläuf zu manövrieren.

Auch die anderen Bauteile erinnern eher an eine im Trockner eingelaufene Duke 690 als an eine herkömmliche 125er. Breiter als gewöhnlich sind die 17-Zoll-Radialreifen, vorn mit 110 Millimeter, hinten kommt ein ausgewachsener 150er zum Einsatz.

Noch erwachsener wirkt die radial angeschlagene Vierkolbenvorderradbremse, die sich in Verbindung mit der Einkolben-Schwimmsattelbremse ausgezeichnet dosieren lässt und einen klar spürbaren Druckpunkt liefert.

Besonders stolz sind die KTM-Techniker auf ihren eigenen, 28,5 Kilogramm leichten Viertakt-Single mit einer von Bosch entwickelten Einspritzanlage, der die in dieser Klasse erlaubten 15 PS-Leistung bei 10.500 U/min voll ausschöpft und der vollgetankt 125 Kilogramm wiegenden Mini-Duke ordentlich Beine macht.

Die 125er reagiert spontan auf Gasbefehle, der Motor dreht gleichmäßig ohne Schluckbeschwerden in Drehzahlregionen über 10.000 U/min bis in den Begrenzer.

Trotz eines ansehnlichen Drehmoments von 12 Nm bei 8.000 U/min verlangt der Single nach Drehzahlen und fleißiger Schaltarbeit. Oberhalb von 6 000 U/min sollte die Duke schon bewegt werden, wenn man mehr will als nur im Verkehr mit schwimmen.

Das Sechsganggetriebe lässt sich sanft und exakt schalten, die Kupplung ist nutzerfreundlich abgestimmt. Dass man auf einer KTM anders Platz nimmt, als auf normalen Motorrädern gehört schon fast zur Firmenphilosophie.

Dies gilt auch für die Duke 125. In mühelos erreichbarer Sitzhöhe von 81 Zentimetern thront der Fahrer zwar entspannt aufrecht über dem Gitterrohrgeflecht der KTM.

Der Oberkörper ist Supermoto-like deutlich nach vorn über dem Lenker gebeugt, während die Beine im spitzen Kniewinkel auf einer weiter hinten angeordneten Fußrastenanlage sportlich abgelegt werden.

Größere Fahrer wird die Ergonomie eventuell auf längeren Touren stören. Die sind nämlich bei einem Tankinhalt von elf Litern und einem von KTM angegebenen Maximalverbrauch von 3,5 Litern auf 100 km gut möglich.

Die in Indien beim KTM-Partner Bajaj produzierte Duke 125 ist auf jeden Fall ein richtiges Spaßmobil, leicht beherrschbar, wendig und spurstabil, ohne den Fahrkomfort zu vernachlässigen.

Auch deshalb dürften sich nicht nur junge Fahrer für das ab Ende Mai beim Händler stehende Naked Bike interessieren. Schließlich bekommt man für 3.898 Euro ein fast ausgewachsenes Zweirad, mit dem man sich nicht gleich als Anfänger outet.

Technische Daten KTM Duke 125

Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor, zwei obenliegende
Nockenwellen, vier Ventile, 124,7 cm3, 15 PS bei 10.500/min, 12 Nm bei 8.000/min, Einspritzung, Sechsganggetriebe, Gitterrohrrahmen aus Stahl, USD-Gabel, Alu-Zweiarmschwinge hinten, direkt angelenktes Zentralfederbein, Scheibenbremse vorne und hinten, Reifen v./h. 110/70 ZR17 / 150/60 ZR17, Radstand 1350, Trockengewicht 118 kg, Sitzhöhe 810 mm, Tankinhalt 11 l; Preis 3.898 Euro.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Tipps für einen erfolgreichen Motorradverkauf

Gebrauchtes Motorrad verkaufen

Motorräder sind so beliebt wie eh und je. Das Gefühl von Freiheit auf zwei Rädern, der Wind in den Haaren und die endlose Straße vor einem – das ist es, was Motorradfahrer antreibt.

Die "Triumph Street Triple 765 R" erinnert an den Filmtitel "Die Schöne und das Biest". Allerdings ist die Engländerin schön und biestig in Personalunion.

Die Bremsen am Motorrad richtig warten und tunen

Von schwammig zu standfest

Die Bremsanlage ist zweifellos eine der sicherheitsrelevantesten Komponenten an jedem Motorrad. Sie entscheidet nicht nur über den Anhalteweg in kritischen Situationen, sondern beeinflusst auch maßgeblich das Fahrgefühl und das Vertrauen des Fahrers in seine Maschine.

Streng limitiert und stolze 159.000 Euro teuer

Yamaha bringt R1 GYTR PRO 25th Anniversary Limited Edition

Zur Feier des 25-jährigen Jubiläums der R1 hat Yamaha eine exklusive Serie von 25 R1-Bikes aufbauen lassen, die angefangen beim Rahmen von Hand aufgebaut werden und mit der gesamten Palette der GYTR PRO Performance-Teile ausgestattet sind.

Immerhin ist jeder fünfte Verkehrstote in Österreich Motorradfahrer

App soll Motorrad-Unfälle verhindern

Eine App soll Motorradfahrer immer dann warnen, wenn sie riskant unterwegs sind. Wie diese neue Technologie Fahrzeuge, Ampeln, Tunnel und Autobahnen miteinander verbindet, um den Verkehr flüssiger und sicherer zu machen.