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BMW R nineT Scrambler - erster Test BMW R nineT Scrambler

Hoch das Bein!

BMW steigt mit der R nineT Scrambler in den Markt der Soft-Enduros ein. Die Scrambler ist fein fahrbar und günstiger als die Straßenversion.

Ralf Schütze/mid

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Nach Triumph und Ducati hat nun also auch BMW eine Soft-Enduro im Angebot. Die Accessoires, die allesamt auf leichte Geländegängigkeit hinweisen, machen sie zum klassischen Scrambler.

"Kletterer" heißt wörtlich aus dem Englischen übersetzt die Motorradkategorie, die bereits in der Nachkriegszeit den Freunden leicht geländegängiger Allround-Bikes eine spezielle Art von Fahrspaß bot.

BMW reagiert auf den Drang vieler Biker nach einem Allrounder in klassischem Outfit: Ab sofort bereichert die R nineT Scrambler die noch junge "Heritage"-Welt der Marke mit klassischen, puristischen Bikes.

Der Einstiegspreis für die Scrambler ist mit 15.500 Euro (Deutschland: 13.000 Euro) deutlich niedriger als die 17.900 fälligen Euro für die R nineT (D: 14.900 Euro), was vor allem an der einfacheren Frontgabel mit klassischen Gummi-Faltenbälgen und dem Stahltank liegt. Als neuer Einstieg in die R nineT-Welt erreicht die R nineT Scrambler somit neue Zielgruppen.

Wie schon die R nineT besticht nun auch die neue R nineT Scrambler durch handwerklich aufwändige und liebevolle Details wie den lackierten Stahlblechtank, die in "Sattelbraun" gefärbte, flache Zweiersitzbank oder die aus feinem Aluminiumblech gefertigte Blende mit "R nineT"-Prägung.

Bei ersten Testfahrten mit dem neuen Serienmodell gefiel vor allem der knackige, sonore und dennoch nicht aufdringliche Sound der Akrapovic-Anlage, aus der bei der Scrambler serienmäßig der charakteristische Klang des 1,2-Liter-Boxers tönt.

Der besonders eng ans Motorrad montierte Doppelauspuff mit zwei übereinander liegenden Endschalldämpfern trägt wesentlich zur Scrambler-tpischen Optik des leicht geländegängigen Neulings im BMW-Programm bei. Die dazu idealen Stollenreifen vom Typ Metzler Karoo gibt's nur gegen Aufpreis, serienmäßig sorgen Metzler Tourance für hervorragendes Fahrverhalten und hohe Gripreserven.

In typischer Scambler-Manier wirkt das neue Hertiage-Bike von BMW etwas hochbeinig dank 19 Zoll-Vorderrad und leicht erhöhten Federwegen. Eine klassische Telegabel vorne mit Gummifaltenbälgen bietet 125 Millimeter eine BMW-typische Paralevereinarmschwinge hinten 140 Millimeter. Federung und Dämpfung erfolgen hinten über ein Zentralfederbein.

Mächtig Druck macht auch bei der neuen Scrambler der bekannte, luft-/ölgekühlte Boxermotor aus der R nineT mit 1.170 ccm Hubraum, 81 kW/110 PS Leistung bei 7.750/min sowie 116 Nm Drehmoment bei 6.000/min.

Der druckvolle Antrieb passt so recht zum entspannten Charakter der R nineT Scrambler. Die wegen des breiten Drehzahlbands selten benötigte Schaltung arbeitet präzise, auch bei niedrigen Drehzahlen ist stets reichlich Schubkraft abrufbar.

Der Soziusrahmen ist für einfaches Customizing leicht entfernbar und erlaubt so den schnellen Umbau der BMW R nineT Scrambler von einem Zweisitzer in den Solobetrieb. Standard ist eine ungewöhnliche Doppelsitzbank: Sie ist deutlich tailliert, in braun patinierter Lederoptik gestaltet und abgesteppt.

Mit ihrem auffälligen Erscheinungsbild passt sie harmonisch ins Bild der Scrambler, die künftig die großen Erfolge der BMW R nineT in der weltweit aufstrebenden Heritage-Szene noch deutlich verstärken dürfte. Allerdings: Nach rund zwei Stunden Fahrzeit merkt man allerdings, dass die serienmäßige Sitzbank mehr auf kurze Turns zum Lieblings-Café ausgerichtet ist, als auf Langstrecke.

Verkaufserfolge im Stile der R nineT könnte außerdem eine große Auswahl an Original-Zubehör sicherstellen. Auch sind umfangreiche Individualisierungsteile von unabhängigen Veredlern zu erwarten. Ab Werk ist die BMW R nineT Scrambler erhältlich im Farbton "Monolith metallic matt" mit Leichtmetall-Gussrädern, gegen Aufpreis auch mit klassischen Kreuzspeichenrädern.

Den puristischen Charakter des Bikes sollen Komponenten wie Rahmen, Schwinge, Gabelrohre und Motorgehäuse in schwarzer Beschichtung betonen. Schwarz gehalten sind auch die klassischen Rückspiegel, die alte BMW-Hasen an ihre /7-Modelle der 70er-Jahre erinnern werden. BMW kann hier ins Regal greifen und kostengünstig traditionelle Details umsetzen.

Ausgesprochen puristisch sind die Instrumente gestaltet: Ohne Drehzahlmesser, Gang- oder Verbrauchsanzeige. Doch nach kurzer Eingewöhnung merkt der frischgebackene Scrambler-Pilot: Was moderne Hightech-Motorräder in dieser Hinsicht gewöhnlich so alles zu bieten haben, braucht man nicht unbedingt.

Dank der Akrapovic-Anlage kann man wunderbar nach Gehör fahren und schalten, und den Übergang zur ausreichenden 3,5-Liter-Reserve im 17-Liter-Tank zeigt früh genug ein Warnlicht im spartanischen Instrument an. Auch in dieser Hinsicht schwingt der wahre Scrambler-Geist mit bei der neuen BMW.

Puristischer Retro-Scrambler mit luft-/ölgekühltem Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, vier Ventile je Zylinder, Hubraum 1.170 ccm, max. Leistung 110 PS/81 kW bei 7.750/min, max. Drehmoment 116 Nm bei 6.000/min, klauengeschaltetes Sechsgang-Getriebe, Kardanwelle, Stahl-Gitterrohrrahmen, Motor mittragend, vorn Telegabel 43 mm, hinten "Paralever"-Einarmschwinge, vorn hydraulisch betätigte Doppelscheibenbremse 320 mm, hinten Einscheibenbremse 265 mm, BMW Motorrad ABS, Reifen vorn 120/70 ZR19, hinten 170/60 ZR17, Sitzhöhe 820 mm, Tankinhalt 17 Liter, Leergewicht 220 kg, zul. Gesamtgewicht 430 kg, 0-100 km/h 3,6 s, Höchstgeschwindigkeit "über 200 km/h", Kraftstoffverbrauch (WMTC) 5,3 l/100 km.
Österreich-Preis: ab 15.550 Euro (Deutschland: 13.000 Euro)

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