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Kymco Downtown 350i ABS - im Test

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Durchzugsstarker Sporttourer-Roller mit 30 PS aus einem 321-ccm-Einzylinder und üppiger Austattung: der Kymco Downtown 350i - im Test.

Thilo Kozik/mid

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Die Sporttourer-Familie des taiwanesischen Rollerherstellers Kymco Downtown hat sich seit der Einführung 2009 weltweit mehr als 100.000mal verkauft - ein großer Erfolg.

Doch weil die Konkurrenz nicht schläft, gibt es ab sofort den neuen Downtown 350i, der das Kymco-Angebot in der gehobenen Mittelklasse luxuriöser macht.

Das sieht man dem Neuling von allen Seiten an. Die Front dominieren zwei Rundscheinwerfer mit umlaufenden LED-Leuchtbändern und mittig angedeutetem Lufteinlass, pfeilförmige LED-Blinker an der Seite geben einen zusätzlichen sportlichen Touch.

Am luftig gestalteten Heck dominieren eine kantige Schalldämpferabdeckung sowie zwei eckige Rückleuchten mit integrierten LED-Blinkern und Chrom-Einfassungen.

Damit einher gehen optimierte ergonomische Verhältnisse mit um fünf Millimeter abgesenktem und mit neuer Kontur versehenem Polster.

Die stark gestufte Sitzbank bietet jeder Fahrerstatur ein komfortables Plätzchen mit viel Bewegungsspielraum, guter Lendenunterstützung und lockeren Kniewinkeln bei gutem Bodenkontakt im Stand - der Abstand zwischen Trittbrett und Sitzauflage könnte aber noch größer sein.

Auch hinten herrscht dank ausklappbarer Rasten eine annähernde Großzügigkeit. Der verbreiterte Vorbau bietet eine gute Wind- und Wetterprotektion, bei schneller Fahrt bleibt lästiger Sog hinter dem hohen Windschild aus.

Neben der stark veränderten Hülle liegt der wichtigste Fortschritt bei der neuen Antriebsquelle. Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Motor mit Vierventiltechnik und Einspritzung bekam eine größere Bohrung für ein minimales Hubraumplus von zwei auf 321 ccm gegenüber dem Vorgänger.

Die Maximalwerte steigen auf 22 kW/30,1 PS und 31,4 Newtonmeter maximales Drehmoment. Doch mit dem Motor selbst wurden auch das Variomatik-Getriebe und die Motorkühlung überarbeitet - allein der rechteckige Kühler aus Aluminium und die tiefere Einbaulage ermöglichen eine um 40 Prozent höhere Kühlleistung, und die modifizierte CVT-Automatik erhöht den Wirkungsgrad.

Alle diese Maßnahmen senken auch den Verbrauch - im Gegensatz dazu steigerten sich die Durchzugsfreude und der Antritt. Ausgangs der Ortschaft ist der druckvolle Durchzug im unteren und mittleren Drehzahlbereich nicht von schlechten Eltern.

Dem gewachsenen Motorenpotenzial hat der Hersteller das Fahrwerk angepasst. Insbesondere der Stahlrohrrahmen ist nun torsionssteifer, womit der New Downtown eine hohe Fahrstabilität samt direkter Übertragung der eingeleiteten Lenkkräfte erzielt.

Im kurvigen Terrain fallen vier Kilo Mehrgewicht gegenüber dem Vorgänger - der neue Kymco wiegt 192 Kilogramm - nicht auf. Präzise und lenkstabil biegt der New Downtown auf die gedachte Linie ein und zieht seine Spur durch die Kurve.

Mit nur wenig Körpereinsatz lässt er sich in Schräglage bringen, die jetzt bis zu 39 Grad betragen kann, bevor es ungesund wird. Für eine gute Lenkpräzision rotiert vorn ein 14-Zoll-Rad, die Handlichkeit fördert hinten ein vergleichsweise kleiner Dreizehnzöller.

Fahrkomfort schreibt der Downtown groß: Auf Bodenunebenheiten zeigen die Telegabel, aber auch die beiden Federbeine im Heck ein recht sensibles Ansprechverhalten, auch die Dämpfung geht in Ordnung.

Für die Verzögerung nehmen eine Dreikolbenzange vorn sowie ein Doppelkolben-Schwimmsattel hinten jeweils eine Wave-Bremsscheibe in die Mangel, vom ABS gesichert. Über die beiden vierfach auf jede Fingerlänge einstellbaren Bremshebel ergibt sich ein gutes Gefühl für die Verzögerung, das ABS regelt den Bremsdruck für unblockierte Bremswege vergleichsweise spät ein.

Bei der Ausstattung herrscht Kymco-typische Üppigkeit, wie die beiden Handschuhfächer mit innenliegendem USB-Anschluss belegen.

Im großen digital-analogen Cockpit mit blauer Hintergrundbeleuchtung finden sich neben den üblichen Informationen im mittigen LCD über Drucktasten anwählbar zwei Tageskilometer-Zähler, Motor- und Umgebungstemperatur, die Batteriespannung und eine Ölstandsanzeige.

Für mehr Tourenqualitäten ist das Staufach unter dem Sitzgewachsen. Hier lassen sich nun zwei Integralhelme unterbringen - der Kleinkram passt in die Handschuhfächer im Bug.

Mit seinem Upgrade kann sich der tourig angehauchte Allrounder durchaus sehen lassen. Er hat bei Motor, Fahrwerk und Ausstattung zugelegt; der Preis ist aber nur leicht auf nun 5.699 Euro (Deutschland: 5.599 Euro) gestiegen.

Automatikroller mit flüssigkeitsgekühltem Einzylinder-Viertakt-Motor, vier Ventile, ohc, Hubraum: 321 ccm, Bohrung x Hub: 75,3 x 72,0 mm, max. Leistung: 22,1 kW/30 PS bei 7.500/min, max. Drehmoment: 31,4 Nm bei 5.750/min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator, CVT-Automatikgetriebe, Stahlrohr-Rahmen, Teleskopgabel vorn, Triebsatzschwinge mit zwei Federbeinen hinten, je eine Scheibenbremse vorn und hinten, ABS, Reifen vorn: 120/80-14, hinten: 150/70-13, Sitzhöhe: 770 mm, Tankinhalt: 12,5 l, Leergewicht: 192 kg, Zuladung: 165 kg.
Österreich-Preis: 5.699 Euro (Deutschland: 5.599 Euro).

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