Motorrad

Inhalt

Vierrad-Roller Quadro4 - im Test Quadro4 2017

Auf allen Vieren

Der Vierrad-Roller Quadro4 ist jetzt mit mehr Leistung, saubereren Abgasen und einem niedrigeren Preis in den Sommer gestartet. Im Test.

Text: Rudolf Huber/mid, Fotos: Presse21

Hier geht's zu den Bildern

Auf vier Rädern durch die Kurven schwingen wie auf einem Motorrad: Das ungewöhnlich proportionierte Gefährt Quadro4 ist dank seiner patentierten Neigetechnik zu Schräglagen bis 45 Grad in der Lage. Und das ist, das zeigt sich im Test, eine ganze Menge.

Wer ein bisschen Erfahrung mitbringt und der Traktion der vier auch in Kurven satt aufliegenden Reifen vertraut, kann damit ziemlich dynamisch-sportlich unterwegs sein. Der bei zweirädrigen Sportbikes möglichen Schräglage steht die des Quadro4 jedenfalls in nichts nach.

Vor allem Landstraßen mit schönen Kurvenkombinationen eignen sich, um den Spaß auf vier geneigten Rädern voll auszukosten. Und bei Nässe oder dem Befahren von Straßenbahngleisen und dergleichen Unannehmlichkeiten zeigt er dank seiner vier Räder deutlich mehr Stabilität als motorisierte Zwei- und Dreiräder.

Ein großer Vorteil des Vierrades: Den schrägen Fahrspaß gibt es auch für Nur-Autoführerschein-Inhaber. Dank der neuen gesetzlichen Bestimmungen darf er seit Anfang des Jahres mit dem PKW-Führerschein ab 21 Jahren mit voller Leistung gefahren werden.

Volle Leistung, das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine kleine Steigerung von 29 auf 31,1 PS, auch die Abgaseinstufung klettert auf Euro 4-Niveau. Von 18 bis 21 Jahren darf man den Quadro4 mit einer Leistungsbegrenzung bis 20 PS mit dem PKW-Führerschein fahren.

Und wer den Führerschein der Klasse A1 hat, darf den Quadro4 schon ab 16 Jahren mit dieser Leistung fahren. Möglich macht das die Einordnung des Quadro4 in die Fahrzeug-Kategorie L5e. Das ist die Klasse der dreirädrigen Kraftfahrzeuge, in die der Quadro4 aufgrund der Spurweite von vorne 550 und hinten 450 Millimeter fällt.

"Er ist sozusagen vorne Pkw mit über 460 Millimeter Spurweite und hinten ein Zweirad mit unter 450 Millimeter - damit wird er auch der Dreirad-Roller Klasse zugeordnet", heißt es bei Quadro Vehicles.

Exakt 31,1 PS - das reicht im Falle des Quadro4 für anständige Fahrleistungen. An der Ampel zieht er nach einer kleinen Gedenksekunde der stufenlosen Automatik munter davon und lässt die meisten Autos problemlos hinter sich.

Auf der Autobahn beschleunigt das 350-Kubik-Aggregat bis auf Tempo 140, ehe bei rund 8.000/min der Drehzahlbegrenzer eingreift. Der Verbrauch liegt bei knapp fünf Liter auf 100 Kilometer, das ist angesichts des Leergewichts von 281 Kilo noch angemessen.

Die Verkleidung des Quadro4 erledigt ihre Aufgabe zufriedenstellend, die Sitzposition auf dem breiten Fahrersessel ist angenehm entspannt. Und die Bedienung der Hebel und Schalter entspricht dem internationalen Standard - da muss man nicht lange studieren.

Eine Eigenheit ist der Feststellhebel, der den Quadro4 im Stand stabilisiert. Praktisch und sinnvoll ist die Feststellbremse, die nur bei gleichzeitigem Zündschlüssel-Dreh nach links aktiviert oder deaktiviert werden kann.

Das schützt den Quadro4 vor Langfingern. Wird der Schlüssel ganz nach rechts gedreht, öffnet sich der Fahrersitz. Darunter sitzen der Tankstutzen und ein Staufach für einen nicht zu großen Helm.

Auffallend ist, wie oft man beim Parken auf den Quadro4 angesprochen wird. Autofahrer und die Piloten italienischer oder französischer Dreiradroller sind besonders an dem Vierradler interessiert - und zeigen sich beim Blick auf die aufwändige hydraulische Neigetechnik und den wartungsarmen Riemenantrieb beeindruckt. Als äußerst positiv empfinden sie auch die Preispolitik bei Quadro Vehicles. Denn statt bisher 10.800 Euro kostet der Quadro4 jetzt mit 9.795 Euro spürbar weniger.

Vierrad-Automatikroller mit flüssigkeitsgekühltem Einzylinder-Viertaktmotor, Hubraum: 346 ccm, max. Leistung: 22,9 kW/31,1 PS bei 7.500/min, max. Drehmoment 34,8 Nm bei 5.500/min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator, CVT-Automatikgetriebe, Stahlrohr-Rahmen, hydro-pneumatische Neigungsfederung vorne und hinten, je zwei Scheibenbremsen vorn und hinten, Reifen vorn und hinten: je 2x 110/80-14, Sitzhöhe: 780 mm, Tankinhalt 14 l, Leergewicht: 281 kg, Zuladung: 219 kg, Preis: 9.795 Euro.

Drucken

Ähnliche Themen:

11.09.2017
Drag-King

Der aktualisierte Ford Mustang kommt 2018 nach Europa – mit 10-Gang-Automatik, bis zu 450 PS und "Drag"-Modus für optimale Beschleunigung.

07.07.2017
Upgedated

Der kompakte Straßen-Racer KTM RC 390 wurde für 2017 umfassend upgedatet - mit Ride-by-Wire, Anti-Rutsch-Kupplung und größeren Bremsen.

28.06.2017
Up-Date

Der technisch und optisch aufgefrischte Skoda Citigo steht ab Anfang Juli beim Skoda-Händler. Wir fahren erste Testkilometer mit dem City-Flitzer.

Sparsam unterwegs Ford Fiesta: Spritspar-Rekorde

Der Ford Fiesta blieb beim MPG-Marathon in Großbritannien als Diesel wie auch als Benziner unter einem Verbrauch von drei Liter auf 100 Kilometer.

Ausbleibende Revolution NSU Ro 80: vor 50 Jahren auf der IAA

Der NS Ro 80 war 1967 als geräumige Limousine konzipiert worden. Die Besonderheit aber war der von Felix Wankel erfundene Kreiskolbenmotor.

DTM: News Selektionsverfahren auf dem Lausitzring

Ganz wie das große Vorbild Formel-1-WM begibt sich auch die DTM mit einem "Young Driver"-Test auf die Suche nach Nachwuchspiloten.

Frischer Wind City-SUV Hyundai Kona - erster Test

Ein neuer Kandidat im inzwischen hart gewordenen Konkurrenzkampf der kleinen SUV um 4,20 Meter: Der Hyundai Kona startet Ende Oktober.