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Herr Rossi findet das Glück

Valentino Rossi krönt sich mit einem Sieg auf Philip Island zum neuen Halbliter-König. Katoh gewinnt die 250ccm-Klasse, Ui das Achtelliter-Rennen.

Bernhard Eder

Valentino Rossi hat´s geschafft: der Honda-Pilot ist Motorrad-Weltmeister der Halbliterklasse. Als erst dritter Fahrer der WM-Geschichte hat der 22-jährige Italiener damit sowohl 125er, 250er als auch 500er-Klasse gewonnen, schön im Zweijahres-Rhythmus (1997, 1999, 2001).

Wie sich´s für einen wahren Champ gehört, begnügt sich Valentino beim Rennen auf Philip Island nicht damit, die für den Titel noch notwendigen acht Punkte sicher einzufahren. Nein, Rossi fightet in einem der spannendsten GP´s des Jahres verbissen um den Sieg, als ob es noch um alles ginge – und holt sich schließlich den 57 GP-Sieg seiner Karriere.

500ccm: Rossi bremst Biaggi in letzter Sekunde aus

Aber schön der Reihe nach: vom Start weg schießt Rossi in Führung, Erzrivale Max Biaggi muss beim Versuch, Rossi außen zu überholen, zurückstecken und fällt auf Rang vier – hinter Alex Barros und Olivier Jacque - zurück. Wenig später geht auch noch Haga an Biaggi vorbei, der damit nur noch Fünfter ist.

Zweite Runde, Führungswechsel: Barros übernimmt die Spitze, Haga überholt Jacque und Rossi, ist damit bereits Zweiter. Die Top-Fünf - Barros, Haga, Rossi, Biaggi and Jacque – nur durch knapp eine Sekunde getrennt. Rossi und Haga tauschen einige Mal die Plätze, Biaggi setzt sich in Runde neun erstmals vor seinen italienischen WM-Rivalen. An der Spitze löst Haga kurzfristig Barros ab, der Konter des Brasilianers lässt aber nicht lange auf sich warten.

Runde 16: jetzt wieder Rossi vorne, Biaggi auf zwei. Inzwischen hat sich auch der dritte Top-Italiener Loris Capirossi an die Spitzengruppe herangekämpft. Weiterhin tolle Überholmanöver an der Spitze: zuerst übernimmt Biaggi die Führung, dann Capirossi. Rossi komplettiert die italienische Dreifachführung.

24 Runde: Rossi wieder auf eins, dahinter Biaggi und Barros. Letzte Runde: Biaggi vor Rossi und Capirossi, aber Valentino will den WM-Titel unbedingt mit einem Sieg krönen – und er schafft´s. Tolles Überholmanöver in der Haarnadel, und mit einem Vorsprung von 0.013 Sekunden überquert der neue Champ die Ziellinie. Biaggi und Capirossi komplettieren das rein italienische Podium.

Kommentar des neuen Weltmeisters im Ziel: “Dieser WM-Titel ist der Höhepunkt meiner Karriere, weil ich das Gefühl habe, damit das Wichtigste im Motorrad-Rennsport gewonnen zu haben.“

250ccm: Katoh siegt, Harada auf zwei.

Daijiro Katoh kann den WM-Sekt schon einmal einkühlen. Der Japaner – letzte Woche in Motegi durch Sturz ausgeschieden – gewinnt auf Philip Island seinen neunten Saison-GP und hat bei noch zwei ausstehenden Rennen nun 29 Punkte Vorsprung auf Verfolger Tetsuya Harada.

Katoh erwischt zwar den besten Start, aber schon in Kurve zwei wird der WM-Leader von Alfonso Nieto ausgebremst. Dahinter kommt´s zu einem Massencrash, in den de Puniet, Porto, Battaini und Checa verwickelt sind. Tetsuay Harada ganz dicht an Katoh dran, die beiden WM-Rivalen tauschen mehrmals die Plätze. Harada kämpft sich schließlich an Nieto vorbei in Führung, Katoh bald darauf auf zwei.

Dann ein Fehler Harada´s, der sich verbremst - Katoh übernimmt die Führung. In der Folge eine japanische Zwei-Mann-Show, Katoh und Harada fahren dem Rest des Feldes auf und davon. In der Schlussphase kann schließlich Harada das Tempo Katoh´s nicht mehr halten – Zieleinlauf: 1.Katoh, 2. Harada (+5.644), 3. Roberto Rolfo (+8.518).

Wie geht´s den Deutschen? Alex Hofmann fährt ein starkes Rennen, liegt auf Rang acht, als er nach Sturz aufgeben muss. Katja Poensgen liefert ein solides Rennen und wird 19.

125ccm: Ui gewinnt, Poggiali baut WM-Führung auf Elias aus.

Am spannendsten bleibt der Titelkampf in der Achtelliterklasse. Youichi Ui gewinnt wie schon in der Vorwoche und hat damit weiter Boden auf WM-Leader Manuel Pogialli und dessen ersten Verfolger Toni Elias gut gemacht.
In einem abwechslungsreichen Rennen setzt sich Ui erst in der Schlussphase von seinen Titelrivalen klar ab und fährt einen letztendlich ungefährdeten Sieg heraus.

Spannend der Kampf um die Plätze: Manuel Pogialli und Toni Elias liefern sich ein tolles Duell um Rang zwei, schließlich hat Poggiali das bessere Ende für sich, liegt im Ziel 0.034 Sekunden vor dem Spanier. Die beiden Deutschen Steve Jenkner (17.) und Jarno Müller (25.) haben mit dem Kampf um die Punkte diesmal nichts zu tun.

In der WM hat Pogialli seinen Vorsprung auf Elias wieder auf 12 Punkte ausgebaut, Ui mit weiteren vier Zählern Rückstand auf Rang drei.

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