24h Nürburgring 2026 – Hintergrund | 22.05.2026
Große Galerie der Zuschauer-Rekordveranstaltung
Das 24h Rennen durch die grüne Hölle brachte vor allem einen neuen Zuschauer-Rekord. 352.000 Besucher nannte der Veranstalter. Und dies bei typischem Eifelwetter mit maximal Temperaturen um die 10 Grad und Luftfeuchtigkeit in allen Variationen. Galerie mit mehr als 250 Bildern!
Bernhard Schoke
Wechsel von Sonnenschein auf Regen innerhalb weniger Sekunden – und dies nicht nur einmal, sondern quasi während des gesamten Rennwochenendes. Regen in allen Stärken, Gewitter in einigen Streckenabschnitten, Hagelschauer und auch einige sonnige Abschnitte waren die äußeren Bedingungen. Die Folgen: Spektakuläre Dreher auf der Strecke und Schlamm-Schlacht in bisher ungesehen „Tiefen“. Köcheltief galt dabei noch als nicht berichtenswert. Wenn allerdings sich die richtig großen neuen Allrad-Traktoren festfahren, dann bekommt man einen Eindruck der Verhältnisse rund um die komplette Nordschleife.
Diese wurden durch die Zuschauer-Massen noch verstärkt. Auch die Ausweichparkplätze waren davon betroffen, sodass auch richtig schweres Gerät einerseits und Zusammenarbeit der Zuschauer, die gegenseitig die Autos, Wohnwagen und Reisemobile solange schoben, bis Bereiche erreicht waren, die halbwegs Grip boten. Auch Walzen sollen im Anschluss den Schotter auf den Zufahrten so verfestigt haben, damit die Zuschauer ohne bleibende Blessuren wieder ihre Lieblingspositionen zu den Landstraßen rund um die Strecke wieder verlassen konnten.
Große Reifen-Show
Apropo Grip: Im Fahrerlager gab es die große Show der 10 Reifen-Hersteller-Hersteller. Hintergrund: Das Rennen zweimal rund um die Uhr in der Eifel ist eines der wenigen Top-Rennen, das nicht nur einen Lieferanten hat, sondern auch darüber hinaus „Spielraum“, beispielsweise mit Heizdecken, für die gemeinsame Entwicklung mit den Teams ermöglicht. Dementsprechend war der Aufwand entsprechend. Rund 1/3 des Fahrerlagers hinter den Boxen war notwendig, um die Boliden mit dem schwarzen Gold der Fahrer auszurüsten.
Platzhirsch ist Michelin, die (66) Teams ausrüsteten sowie Bridgestone (2), Dunlop (2) , Falken (13), Giti (2), Goodyear (50), Hankook (5), Pirelli (12), Toyo (3) & Yokohama (6) waren im Fahrerlager vor Ort und brachten unzählige Varianten an vorzugsweise weichen Regenreifen und unterschiedlich intensiv geschnittenen ebenso weichen Rennslicks in die Eifel, um die Boliden optimal für die ständig wechselnden Wetterbedingungen auszurüsten.
Renn-Ablauf 2026
Die Geschichte des Rennens ist schnell erzählt: Das Duo aus der Startnummer 3 rund um Max Verstappen und der 80 um Maro Engel bestimmten das Rennen round about 20 Stunden, davon rund 75 Prozent allein an der Spitze. Dahinter das große „Sterben“ all jener, die im Vorfeld auch Ambitionen auf die Plätze an der Sonne hatten. Dabei hatte der „Grello“ bereits in der Anfangsphase das größte Renn-Pech. Ausgangs des Streckenabschnitts Brünnchen hatte ein Fahrzeug eines Wettbewerbers Öl verloren. In Kombination mit der nassen Strecke war die berüchtigte Schmierseife die Folge. Weiteren aussichtreichen Teams erging es ähnlich.
Entschieden war das Rennen zugunsten des Quartetts um Engel (Startnummer 80) exakt 3:23 Stunden vor dem Ende. Ein Antriebswellen Schaden war der Auslöser. Gerüchten zu Folge aufgrund der ambitionierten Fahrweise des Niederländers.
Was gab es sonst noch zu berichten?
*Der Mercedes von Verstappen wurde auf seinen besonderen Wunsch mit einem Fahrwerk von Multimatic ausgerüstet – und laut „Radio Fahrerlager“ auch von ihm bezahlt.
*Am Renntag waren die ersten Fans bereits um 7.00 Uhr auf den Tribünen mit Stau auf den Anfahrtstrecken noch zuvor. Verkehrs-Chaos aufgrund des Zuschauer-Zahlen – trotz der umfassenden Infos aus den Vor-Verkaufs-Ergebnissen.
*Der Schweizer Ricardo Feller parkte nach 10 Jahren als Profi erstmals einen Renner in den
Leitplanken – irgendwann trifft es auch die Besten.
*Der Grello des letzten Jahres stand für die Fans quasi greifbar für die Fans im Fahrerlager beim Fahrwerks-Spezialisten KW-Automotive.
*Auch im Fahrerlager gab es lustige Aktionen: So bauten Fans vor der Red Bull Hospi die Dosen des Wettbewerbers Monster auf - entsprechend „festgehalten“ und damit genüsslich dem „Zweikampf“ der Energie-Drink-Giganten ein weiteres Kapitel hinzugefügt.
*Für den traditionellen Besuch der Startaufstellung für all jene, die dafür Tickets hatten, wurde zu einem längeren Fußmarsch; denn die „Sammelstelle“ war gegenüber dem alten Fahrerlager – und von dort ging es dann von einem Zugang. Bei der letzten Schikane vor Start & Ziel entlang des gesamten Fahrerlager und der Boxengasse bis runter zur Mercedes-Tribüne. Ein „ordentlicher“ Weg – und von dort ging es dann in ebenso langen Schlangen durch die Hauptzufahrt zum Fahrerlager wieder runter von der Strecke.
*Die niedrigen Außen- und Asphalt-Temperaturen sorgten bei einigen Fahrern für „Big Moments. Will sagen: Mit kalten Reifen gab es „einige Quersteher“ auch bei arrivierten Nordschleifen-Spezialisten.
*Apropo Nordschleifen-Spezialisten: Max Verstappen zeigten vielen von diesen – oft auch selbsternannten – Profis, wo es lang geht. Oder anders ausgedrückt: Fahrerisches Talent ersetzt – eindeutig - auch zigtausend Nordschleifen-Runden.
*Vor dem eigentlichen Rennen gab es einen richtig dominanten Auftritt von Lamborghini – insbesondere im Top-Qualifying 3:
Luca Engstler war im Abt-Lamborghini #84 (Engstler/Bortolotti/Niederhauser) in 8:11.123 Minuten der Schnellste auf der 25,378 Kilometer langen Kombi aus dem Nürburgring-Grand-Prix-Kurs und der Nordschleife mit ihren 73 Kurven. Damit verwies er seinen Teamkollegen Marco Mapelli in der #130 (Mapelli/Catsburg/Yelloly;)um 0,345 Sekunden. Mapelli hatte nach dem ersten Aufschlag den Time-Table in 8:11.668 Minuten angeführt und verbesserte diesen in seinem im letzten Umlauf auf 8:11.468 Minuten. Das reichte aber immer noch nicht, um Engstler zu entthronen, der sich zwischenzeitlich an die Spitze gesetzt hatte.
*Die Startnummer 130 war bewusst gewählt: 130 Jahre besteht das Haus Abt
*Die Startnummer 50 zierte ein Golf GTI – der Trendsetter einer ganzen Fahrzeug-Kategorie feierte auf der Nordschleife quasi seine Geburt vor einem halben Jahrhundert.
*Und auch die BoP war „natürlich“ auch wieder ein Thema.
Vor den Top-Qualifyings bekamen der Porsche 911 GT3 R und der Ford Mustang GT3 etwas mehr Leistung. Und die V8-Saugmotoren der Ford Mustang GT3 bekamen ein bisschen mehr Leistung. Die beiden Restriktoren „wuchsen“ von 35 Millimetern auf 36 Millimeter. Der McLaren 720S GT3 „bekam“ im Drehzahlbereich von 6.000 Umdrehungen weniger „Dampf“, da man den Ladedruck minimal reduzierte, um ihn dann zwischen 6.250 und 6.500 Umdrehungen aber leicht zu erhöhen.
*Am Samstag folgte dann noch vor dem Rennen eine „Überarbeitung“.
Der BMW M4 GT3 bekam zehn Kilogramm ins Auto – neues Mindestgewicht deshalb jetzt 1.350 Kilogramm.
Der Lamborghini Huracán GT3 „durfte“ fünf Kilogramm auf 1.335 Kilogramm zuladen. Und dem nicht genug: Der Air-Restriktor-Durchmesser sank um 0,5 auf 50 Millimeter.
Auch die Porsche 911 GT3 R mussten fünf Kilogramm zuladen, obwohl man nicht die Topzeiten setzte. Neues Mindest-Gewicht 1.350 Kilogramm.
Am Ford Mustang GT3 nahm die Technikkommission tags zuvor vorgenommene Änderung der Luftmengenbegrenzer zurück. Beide Restriktoren hatten nun 35 Millimeter.
*Und last but not least: Die Gewinner des Gewinnspiels waren trotz der „gemischten Wetterbedingungen einfach nur begeistert von der Atmosphäre und den Möglichkeiten, die die Tickets ermöglichten – genau deshalb wollen sie auch im nächsten Jahr wieder teilnehmen, wenn es darum geht, live beim 24h Rennen vor Ort in der Eifel zu sein.
















