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Max Mosley im Gespräch

Der FIA-Boss zu den jüngsten Schummel-Vorwürfen von McLaren-Boss Ron Dennis, und warum sich einer der beiden Reifenriesen vor Melbourne Sorgen machen muss...

Bernhard Eder

"Ich nehme von Ron´s Schummel-Vorwürfen kaum noch Notiz!"

Ron Dennis hat beim Launch des McLaren MP4-17 vor knapp vier Wochen angedeutet, dass es im technischen Reglement der FIA Schlupflöcher gibt, und dass ein Konkurrenzteam McLaren´s (ganz offensichtlich war Ferrari gemeint) diese Schlupflöcher ausnützen würde, um zu schummeln. Jetzt hat FIA-Präsident Max Mosley zu Dennis´ Vorwürfen Stellung bezogen – und dem McLaren-Boss eine klare Abfuhr erteilt.

"Ron behauptet doch immer solche Sachen", so Mosley. "Er war einer derjenigen, die bei jeder Gelegenheit erzählt haben, dass wir das Traktionskontrollen-Verbot nicht im Griff haben. Letztendlich hat sich die öffentliche Meinung dann dahingehend entwickelt, dass wir Launch-Control und andere Elektronik-Hilfen freigegeben haben. Und welche Autos sind nach Freigabe all dieser Technologien am Start sitzen geblieben? Jene von Ron Dennis."

"Ganz offenbar war McLaren nicht imstande, auf Anhieb ein hundertprozentig funktionierendes legales System zu bauen, und ich denke, sie wären auch nicht imstande gewesen, ein illegales funktionierendes System zu entwickeln, das wir nicht entdeckt hätten. Und wenn das für das Team mit der größten Elektronik-Abteilung in der Formel 1 gilt, umso mehr gilt das auch für alle anderen. Ich denke, damit wurde bewiesen, dass das ganze Gerede rund um die Traktionskontrolle Mist war."

Mosley nimmt die neuesten Vorwürfe, die Dennis in Richtung Ferrari erhoben hat, offenbar nicht wirklich ernst. "Der gute alte Ron wird immer noch davon überzeugt sein, dass die F1-Teams schwindeln, wenn er schon längst pensioniert ist und im Rollstuhl sitzt. Immer wenn er behauptet, dass die Konkurrenz schummelt, sagen wir zu ihm: 'Erzähl uns genau, worum es sich handelt', und das kann er aber nicht. Er sagt dann, das Problem bestünde darin, dass die Regeln nicht eindeutig sind."

"Aber das Reglement ist klar und eindeutig, und zwar für jeden. Wir haben zu ihm gesagt: 'Ron, mache uns einen Vorschlag, wie ein klares, eindeutiges Reglement aussehen müsste, dann können wir uns darüber unterhalten.' Dieses Angebot an Ron ist jetzt sieben Jahre her, und ich warte noch immer auf seine Antwort. Ich mag Ron sehr gerne, aber ich nehme nicht mehr allzu viel Notiz von dem, was er sagt."

"Die Frage war und ist: wird in der F1 geschummelt? Nein, wir glauben nicht, dass dem so ist, und wir überprüfen die Einhaltung des Reglements auch sehr konsequent. Es gibt gewisse strittige Dinge, die es vor Melbourne noch zu klären gibt, aber die einzige Sache, von der wir derzeit denken, dass sie illegal ist, haben wir gegenüber den betroffenen Leute ganz klar angesprochen, und ich hoffe, dass sie damit in Melbourne nicht auftauchen werden."

Mosley geht dann - das corpus delicti betreffend - nur bedingt ins Detail: "Es soll einen neuen Reifen mit asymmetrischen Rillen geben, und das entspricht nicht den Regeln. Die Rillen müssen gleichmäßig aussehen, ganz egal, von welchem Blickwinkel aus man sie betrachtet. Einige Leute denken, dass es kein Problem ist, wenn sich eine Schulterfläche mehr neigt als die andere, wir sind da anderer Meinung."

Ob es sich bei der umstrittenen Neuentwicklung um einen Bridgestone- oder um einen Michelin-Pneu handelt, darüber hüllt sich der FIA-Boss in Schweigen...

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