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Preining rechnet mit BoP ab Thomas Preining reicht's! Der "Grello"-Pilot denkt sogar an Rückzug aus der DTM
ADAC Motorsport

"Bin kurz davor aufzuhören!"

Porsche-Pilot Thomas Preining geht hart mit der BoP ins Gericht und deutet seinen Rücktritt an: Warum ihn sogar die "Köche aus dem Catering" überholen würden

Ex-DTM-Champion Thomas Preining, der bereits dreimal auf dem Norisring gewonnen hat, platzte nach Rang neun beim DTM-Samstagsrennen in Nürnberg der Kragen. Es sei "relativ offensichtlich, dass das mit Sport nichts zu tun hat", schimpft der Porsche-Werksfahrer über die Balance of Performance (BoP). "Wir sind katastrophal scheiße von der Pace her. Es macht null Spaß. Der Countdown läuft zum Urlaub fahren."

Das sei nun im Fokus, denn nach dem Rennen am Sonntag geht um 19 Uhr sein Flug. "Darauf freue ich mich, weil hier ist überhaupt nichts positiv", kann der 27-Jährige seinen Frust nicht verbergen. Die aktuelle Situation gefährde seine Zukunft in der DTM. "Ich bin wirklich kurz davor, dass ich sage: Das bringt nichts mehr, ich höre auf", spricht er sogar offen über einen möglichen Rücktritt.

Vermutlich hat auch das Sonntagsrennen diese Gedanken nicht beseitigt: Obwohl der Porsche 911 GT3 R Evo im Vergleich zum Samstags-Qualifying, bei dem Preining 15. wurde, um 30 Kilogramm leichter war, kam Preining als bester Porsche-Pilot nicht über Startplatz elf hinaus. Im Rennen wurde er erneut Neunter. Das entspricht nicht den Ansprüchen des "Grello"-Piloten, der seinen zweiten DTM-Titel erobern will.

"Kannst die Köche aus dem Catering reinsetzen"

Besonders bitter: Am Samstag war Preining durch seinen Stopp kurz vor dem Horrorcrash, der dann für Full Course Yellow sorgte, von Platz elf auf Rang vier nach vorne gespült worden, war beim Neustart gegen seine Verfolger jedoch chancenlos und wurde auf Platz neun durchgereicht. "This is just complete bullshit!", beschwerte er sich am Funk darüber, dass seine Rivalen lediglich 200 Meter für ein Überholmanöver benötigen.

"Ich habe versucht, den Porsche so breit zu machen wie es geht, aber im Endeffekt kannst du die Köche aus dem Catering in die anderen Autos reinsetzen - und die fahren an dir vorbei", zeigt sich der Österreicher nach dem Rennen sarkastisch.

Das Hauptproblem sei die mangelnde Geschwindigkeit auf den Geraden. Der Porsche landete bei der Topspeed-Messung auf dem Norisring an allen Tagen am Ende der Rangliste: Preining fehlten meist rund zehn km/h auf die an der Spitze liegenden Ford-Mustang-Boliden.

"Bin der beste Überholer der DTM und habe null Überholmanöver"

Und das, obwohl der Porsche vor dem Wochenende mit dem großen 43er-Restriktor ausgestattet wurde, der um 1,5 Millimeter größer ist als bei Preinings Vorjahressieg am Norisring, was mit 30 Kilogramm Ballast kompensiert wurde, der durch zwei BoP-Änderungen bis Sonntag wieder entfernt wurde. Es gibt Zweifel im Fahrerlager, ob der große Restriktor wirklich so viel Leistung bringt, da der kleine Porsche-Boxermotor ohnehin schon am Limit operiert.

Dem stimmt Preining zu. "Das bringt überhaupt nichts", sagt er. "Wir sind komplett chancenlos, sind das ganze Jahr eigentlich schon komplett nirgends. Am Red-Bull-Ring haben wir Glück gehabt, dass die anderen noch im Winterschlaf waren und dass wir den Reifen schneller verstanden haben - sonst profitieren wir nur von Fehlern", erklärt Preining den ungünstigen Saisonverlauf nach dem Heimsieg beim Auftakt.

Auch seine bekannte Überholstärke könne er 2026 nicht mehr ausspielen. "Ich habe in meiner Karriere schon viel überholt. Ich bin meiner Meinung nach der beste Überholer in der DTM", sagt Preining. "Dieses Jahr habe ich bisher null Überholmanöver. Auch null Überholversuche, weil es einfach aussichtslos ist. Wir sind so weit weg", ärgert er sich.

Eine mögliche Erklärung für die Topspeed-Schwäche ist, dass die dieses Jahr eingeführte Evoversion des Porsche 911 GT3 R mehr Luftwiderstand generiert als das bis Ende 2025 genutzte Basisauto. Der Heckflügel wurde zum Beispiel mit einem vier Millimeter großen Gurney-Flap versehen, was mehr Abtrieb und weniger Topspeed bringt - und eigentlich das Set-up-Fenster vergrößern sollte.

Motorsport-Total.com

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