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DTM-Rennen Spielberg 1 Manthey-Pilot Thomas Preining gewinnt den DTM-Auftakt in Spielberg
ADAC Motorsport

Preining siegt nach Engel-Pech und Dörr-Unfall

Thomas Preining (Manthey-Porsche) gewinnt den DTM-Auftakt auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg: Polesetter Maro Engel (Winward-AMG) verliert Siegchance an der Box

Manthey-Porsche-Pilot Thomas Preining hat den DTM-Auftakt auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg gewonnen: Der Österreicher, der vom dritten Startplatz in das Rennen gegangen war, profitierte von einem missglückten Boxenstopp bei Polesetter Maro Engel im Winward-Mercedes, der am Ende Dritter wird.

"Das Highlight des Wochenendes ist gesetzt", jubelt Preining als Auftaktsieger und neuer Tabellenführer nach der Zieldurchfahrt bei ran.de. "Wir werden natürlich morgen versuchen, an das Ganze anzuknüpfen und wieder maximal Punkte mitzunehmen, aber es war schon ein Auftakt nach Maß."

AMG-Pilot und Lokalmatador Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) erreicht den zweiten Platz und komplettiert das Podium beim ersten DTM-Rennen der neuen Saison. DTM-Rookie Bastian Buus (Land-Porsche) wird bei seinem Debüt starker Vierter, gefolgt von Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) und Schubert-BMW-Pilot Marco Wittmann.

Timo Glock kam mit seinem Dörr-McLaren auf der siebten Position ins Ziel, musste zunächst allerdings noch zittern: Denn der Deutsche musste in der zweiten Hälfte des Rennens einmal die Penalty-Lap antreten, nachdem seine Reifen beim Boxenstopp bereits durchgedreht hatten, als der McLaren noch aufgebockt war.

Offenbar, so der erste Eindruck der Rennleitung, wurde die Penalty-Lap nicht korrekt ausgeführt. Das bestätigte sich im Anschluss an das Rennen allerdings nicht, weshalb der Dörr-Pilot seinen siebten Platz behalten durfte. Arjun Maini (HRT-Ford), Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari) und Ricardo Feller (Manthey-Porsche) komplettieren die Top 10.

Safety-Car-Phase nach frühem Dörr-Unfall

Nach dem Start blieb das erwartete Chaos in der ersten Kurve zunächst aus: Engel wandelte seine Poleposition aus dem ersten Qualifying souverän in die Führung um, gefolgt von Lokalmatador Preining sowie dessen Landsmann Auer im Landgraf-AMG. Dahinter entbrannte bereits ein intensiver Kampf um die weiteren Positionen.

Zu Beginn der zweiten Runde kam es hinter der Spitzengruppe zur Kollision zwischen Ben Dörr (Dörr-McLaren) und DTM-Rookie Buus im Land-Porsche. Dörr wurde in der ersten Kurve weit hinausgetragen und musste offenbar leicht verzögern, um die Kontrolle über seinen Boliden zu behalten.

Buus wurde davon überrascht und traf den Deutschen leicht am Heck, woraufhin sich dieser drehte, von der Strecke rutschte und rückwärts in die Leitplanke einschlug. Dörr blieb unverletzt, doch sein McLaren wurde beschädigt, weshalb das Safety-Car zum ersten Mal auf die Strecke musste.

"Das muss man sich nachher ganz in Ruhe anschauen", hielt sich Dörr-Projektleiter Volker Strycek mit voreiligen Schuldzuweisungen bei ran.de zurück. "Es sah danach aus, dass eine leichte Berührung hinten stattgefunden hat, gerade in der Ecke, wo das Auto sehr leicht ist. Bitter für Ben, bitter für uns."

Zoff zwischen Schubert-BMW-Teamkollegen

Beim anschließenden Restart verteidigte Engel seine Führung, während sich Preining und Auer bereits ein hartes Duell um den zweiten Rang lieferten, das der Manthey-Porsche-Pilot für sich entscheiden konnte. Bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters gab es zahlreiche packende Zweikämpfe im Mittelfeld.

Die beiden Schubert-BMW-Teamkollegen Marco Wittmann und Kelvin van der Linde kämpften um die achte Position, wobei es sogar zu einer leichten Berührung kam. "Das war Moving under braking", beschwerte sich Wittmann anschließend lautstark im Teamfunk.

"Es ist immer nicht so schön, wenn beide so nebeneinander sind. Natürlich will jeder die Position für sich beherrschen. Leider konnte ich mich nicht ganz durchsetzen, dann hätten wir eine unterschiedliche Strategie gehabt", kommentierte Teamchef Torsten Schubert bei ran.de.

Die Fahrer haben bei der Strategie "immer ein bisschen mitzureden", ergänzte der erfahrene BMW-Teamchef. "Und natürlich muss man als Team gemeinsam irgendwo eine Entscheidung treffen. Und dann haben die Fahrer natürlich das letzte Wort."

Maro Engel verliert Führung beim Boxenstopp

Nach dem Öffnen des Boxenstoppfensters waren Dörr-Pilot Glock, Manthey-Pilot Ricardo Feller sowie Finn Wiebelhaus (HRT-Ford) und Luca Engstler (Abt-Lamborghini) die ersten vier Piloten, die zum Reifenwechsel kamen. In den folgenden Runden steuerten weitere Fahrer die Box an, wobei Preining zu den ersten Piloten aus der Spitzengruppe gehörte.

AMG-Pilot Engel kam zwei Runden später an die Box, doch bei der Winward-Mannschaft lief der Reifenwechsel alles andere als optimal: Weil sich das linke Hinterrad nicht sofort befestigen ließ, stand der Polesetter deutlich länger als die Konkurrenz und verlor dadurch seine Führung an Preining.

"Natürlich sind wir enttäuscht, weil der Sieg heute auf jeden Fall möglich war", resümierte Engel nach dem Rennen bei ran.de. "So ist es manchmal. Meine Mannschaft hat mir über die Jahre mega Boxenstops beschert, insofern absolut kein Vorwurf. Die Jungs sind mega stark, heute tut es ein bisschen weh. Ich werde jetzt in die Box gehen und versuche, die Jungs wieder aufzubauen, munter putzen, morgen greifen wir wieder an."

Auch der Boxenstopp von Auer, der zwei weitere Runden nach Engel von seiner Landgraf-Truppe abgefertigt wurde, dauerte zu lange, sodass der Österreicher hinter Preining und Jules Gounon (Winward-Mercedes) zunächst auf den dritten Rang zurückfiel und sich anschließend gegen die Attacken von Engel verteidigen musste.

Eine weitere Safety-Car-Phase, ausgelöst durch Comtoyou-Pilot Nicolas Baert, der seinen Aston Martin mit einem Schaden an der Radaufhängung abstellen musste, brachte Ruhe ins Rennen und rückte das Feld nach Abschluss aller Boxenstopps wieder zusammen. Der folgende Restart brachte aber keine Veränderungen an der Spitze.

Jules Gounon fällt kurz vor Schluss vom Podium

Preining behauptete seine Führung vor Gounon, Auer und Engel. Bis wenige Minuten vor Rennende sah alles nach diesem Endstand aus, doch dann schlug bei AMG der Defektteufel zu: Der zweitplatzierte Gounon musste seine "Mamba" mit einem unerwarteten Schaden an der Aufhängung vorzeitig abstellen.

Nun witterte Auer seine Chance: Der Österreicher hing seinem Landsmann in den Schlussrunden dicht am Heck und suchte nach einer Möglichkeit, am "Grello"-Porsche von Manthey vorbeizugehen. Dazu kam es allerdings nicht mehr, weil Kelvin van der Linde seinen Schubert-BMW kurz vor Schluss ohne Öldruck abstellen musste.

Die dritte Safety-Car-Phase brachte die vorzeitige Entscheidung. "Ich glaube, das wäre noch ein cooler Showdown geworden für die finale Runde", ärgerte sich Auer bei ran.de. "Ich habe einen Reifenvorteil gehabt, aber so ist es auch ein gutes Resultat. Es war ein super Start, es gibt noch einige Sachen zu verbessern, aber wir haben morgen noch einen Schuss."

Die Lamborghini-Fahrer fuhren ihr eigenes Rennen und beendeten den Auftakt am Ende des Feldes: Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini) landete als bester Pilot der italienischen Marke auf dem 13. Gesamtrang und sammelt damit immerhin drei Punkte.

Motorsport-Total.com

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