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Rallycross-ÖM Melk: Bericht
Foto: Harald Lindtner

Rallycross-Saisonstart in Melk

Mit spannenden Rennen auf dem Wachauring startete die neue Saison der Rallycross-Staatsmeisterschaft. Die Siege gingen an die Stars der FIA-Zentraleuropa-Meisterschaft. Bei den großen Tourenwagen konnten die Österreicher mit den Plätzen 1–3 zurückschlagen.

Den zahlreichen Besuchern wurde beim Auftakt der österreichischen Rallycross-Staatsmeisterschaft in Melk hervorragender Rennsport geboten. Mit 100 Startern war auch das frei zugängliche Fahrerlager gut gefüllt. Ein weiteres erfreuliches Novum im Rallycross: Der Anteil an weiblichen Startern lag bei über zehn Prozent.

Supercars
Schlicht atemberaubend ließ der sechsfache FIA-Zentraleuropa-Meister Zbigniew Staniszewski aus Polen seinen Ford Fiesta mit 600 PS über den Wachauring donnern. Er dominierte das gesamte Wochenende und gewann überlegen vor dem Tschechen Aleš Fu?ík (VW Polo). Dahinter ging es eng zur Sache: Vorjahresmeister Werner Gurschler war auf dem besten Weg, sich ein Stockerl zu sichern, als sich der Südtiroler mit einer gebrochenen Antriebswelle in der Jokerlap drehte. So schaffte Newcomer Norman Ganser die Sensation und gleich in seinem ersten Rennen überhaupt ein umjubeltes Podium. „Ich bin sprachlos. Im Training hatte ich noch zwei Dreher, dann bin ich es einfach ruhig runtergefahren. Es ist unglaublich“, war der Neueinsteiger aus dem Häuschen. Für Comebacker Alois Höller aus dem Mühlviertel reichte es nur für Platz vier. „Im Schotter habe ich mich noch nicht so getraut, im Finale hatte ich zudem einen Leistungsverlust – das hat sich natürlich bemerkbar gemacht“, war Höller nicht zufrieden.

Super 1600
Bei den hochgezüchteten Kleinwagen mit 1,6 Liter Hubraum gewann Václav Veverka in einem Peugeot 208 aus Tschechien vor dem Ungarn András Kelemen (Audi A1). Die internationalen Piloten nutzten das Rennen am Wachauring als Vorbereitung für ihre Einsätze in der Europameisterschaft.

Super Touring Cars über 2.000 ccm
Der Waldviertler Daniel Pfeiffer zeigte sich mit seinem neu aufgebauten Škoda Fabia bestens aufgelegt und war stets im Spitzenfeld zu finden. „Es ist schön zu sehen, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat und wir jetzt die Früchte ernten können“, strahlte Pfeiffer. An der Spitze war der Ungar Tibor Vámosi zunächst unangefochten – nach dem Finale wurde der BMW-E36-Turbo-Pilot jedoch überraschend disqualifiziert. Der Tank des BMW hatte nicht dem Reglement entsprochen, der Ausschluss war somit gerechtfertigt. Karl Schadenhofer holte sich dadurch seinen ersten Sieg mit dem heckgetriebenen VW Polo. „Es taugt mir extrem. Der Start aus der zweiten Reihe war richtig gut, das war die halbe Miete“, so Schadenhofer. Eine starke Steigerung über das Wochenende zeigte Markenkollege Patrick Eigenbauer: „Im Finale wäre sogar noch mehr drinnen gewesen. Ich bin mit Daniel Pfeiffer zusammengestoßen, das war nicht ideal. Ich bin dennoch zufrieden“, zeigte sich Eigenbauer zwiegespalten. Für Pfeiffer reichte es nach dem Tête-à-Tête mit Eigenbauer noch zu Platz drei. Damit standen ausschließlich Österreicher auf dem Podium.

Super Touring Cars bis 2.000 ccm
„Wir hatten etwas Glück, aber das braucht man auch im Motorsport. Für das erste Rennen mit dem neuen Auto bin ich wirklich sehr zufrieden“, so Melvin Alic. Der junge Persenbeuger im Honda Civic wurde starker Dritter und konnte auch den favorisierten Josef Strebinger (Škoda Fabia) hinter sich lassen. „Nach dem Samstag bin ich enttäuscht, da wäre mehr drinnen gewesen. Leider hatte ich im Finale sehr hohe Motortemperaturen, vermutlich durch den Schlamm aus den Schotterpassagen“, zuckte Strebinger mit den Schultern. Den Sieg holte sich etwas überraschend Jakub Michal aus Tschechien (Peugeot 206), der seinen Landsmann und Seriensieger Roman ?astoral (Opel Astra) deutlich im Griff hatte.

Super Touring Cars bis 1.600 ccm
Hier war die Konkurrenz für die Österreicher besonders groß. Nico Stachelberger aus Weinburg hatte nominell die besten Karten, musste jedoch nach dem zweiten Vorlauf mit einem Getriebeschaden aufgeben. Besonders gut zurecht kam Raphael Springer: „Ich bin voll zufrieden, es läuft richtig gut. Ich war um neun Sekunden schneller als vergleichbare Autos.“ Für das Finale reichte es knapp nicht, mit Platz sieben holte der Oberösterreicher aber ein starkes Ergebnis mit dem seriennahen Fahrzeug. Für die Sensation sorgte Tobias Kerschbaummayr aus Pöchlarn: Der 22-Jährige kam als einziger Österreicher ins Finale der besten sechs und belegte dort Platz vier. „Ich bin sehr glücklich, für mich war es das Maximum. Zum Schluss habe ich gar nicht mehr alles riskiert“, strahlte Kerschbaummayr. Der Sieg ging an den jungen Ungarn Levente Kacor (Suzuki Swift).

National 1600
„Im Vorjahr habe ich den Sieg in der Jokerlap an der Betonmauer vergeben, heute war ich vorsichtig – und es hat gereicht. Ich bin sehr, sehr zufrieden, auf meiner Lieblingsstrecke zu gewinnen“, strahlte Michael Kittel (Suzuki Swift). Ganz knapp dahinter meldete auch Reini Kainender, Melk-Sieger aus dem Vorjahr, Titelambitionen an. Der Oberösterreicher verpasste den Sieg nur um Haaresbreite und zählt damit zu den schärfsten Rivalen von Kittel. Nina Spitaler lieferte sich einen harten Kampf mit Rallye-Star Rafi Dirnberger (Opel Corsa), den die Tullnerin knapp für sich entschied. „Für mich war’s okay. Ich wollte mich nicht überholen lassen und habe mich zurückgekämpft“, zeigte sich Spitaler kämpferisch. Damit standen gleich drei moderne Suzuki Swift am Stockerl.

Peugeot 206 RX-Cup
Oliver Dariz konnte wie schon im Vorjahr einen umjubelten Heimsieg feiern. Er war der schnellste Mann des Wochenendes und zeigte sich nach der Zielflagge entsprechend zufrieden. „Ich wollte in der ersten Kurve unbedingt vorne sein, deshalb habe ich mich innen reingedrückt und sogar den Reifenstapel leicht touchiert. Das Auto hat gehalten, und mein Tempo war richtig gut“, jubelte der Landfriedstettner. Dahinter kam Lokalmatador Alexander Strobl als Zweiter über die Linie. „Nachdem ich den ersten Vorlauf nicht starten konnte, weil der Peugeot nicht anspringen wollte, bin ich nun überglücklich“, meinte der erst 15-jährige Strobl aus St. Leonhard am Forst. Mit Fiona Bruckmüller schaffte es ein weiterer Teenager aufs Stockerl. „Ich war im Rennen sehr nervös, jetzt habe ich die Genugtuung. Ich wechsle die Klasse und fahre künftig in der STC bis 1,6 Liter Hubraum – ich höre auf, wenn es am schönsten ist“, erklärte Bruckmüller.

RWD-Cup und Histo-RX
Michael Stoklassa (BMW E36 328i) gewann bei den Hecktrieblern über 2 Liter Hubraum, Maximilian Pieber (BMW 318) war der schnellste bis 2 Liter Hubraum. Bei den historischen Fahrzeugen lieferten sich die beiden VW Golf I GTi von Mario Stachelberger und Erich Hösel ein sehenswertes Duell – mit dem besseren Ende für Hösel, obwohl dieser mit der Beifahrerseite einen Reifenstapel verschob. „Jetzt sieht der Golf wenigstens aus wie ein Rallycrossauto“, nahm der Niederösterreicher den Schaden gelassen. Horst Buxbaum (Opel Astra) und Stefan Reininger (Honda CRX) feierten Klassensiege.

Tschechische Rahmenserien
In der National 1600 gewann Radek Pinkas (Renault Twingo). In der historischen Klasse der tschechischen Meisterschaft war Jaroslav Fikota (Honda Civic) nicht zu schlagen.

Endergebnisse zum Nachsehen
Alle Resultate vom Rallycross Melk powerd by Lexus finden Sie unter:
chronomoto.hu/en/car/rallycross-en/fia-cez-rallycross-melk-aut-2
Zudem bringen ORF 1 und ORF Sport+ in den kommenden Tagen in mehreren Sendungen Beiträge vom Rallycross Melk powered by Lexus.

Nächstes Rennen
Am 17. Mai wird in Greinbach bei Hartberg der zweite Lauf zur heimischen Staatsmeisterschaft ausgetragen.

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