MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Jean Pierre Jabouille: Der Turbo-Don Quijote

Der Franzose war als Renault-Pilot der Turbo-Pionier der Formel 1, nach zwei harten Jahren gab es zwei Siege als Belohnung, einen davon in Österreich.

Michael Noir Trawniczek

Jean Pierre Jabouille kam sehr spät in die Formel 1, nämlich erst mit 33 Lebensjahren. 1965 hat der am 1. Oktober 1942 geborene Franzose mit einer gekauften Renault Alpine bei einem Bergrennen in seiner hügeligen Heimat mit dem aktiven Motorsport begonnen.

Später hat er sich dann einen Formel 3 gekauft. Jabouille war zu dieser Zeit auch Mechaniker bei einem Freund namens Jacques Laffite, seines Zeichen ebenfalls einer der Sieger des Österreich-GP.

Jabouille wurde dann Teil des Matra-Sportwagenteams. 1975 kam sein Formel 1-Debut in einem Tyrrell, jedoch nur beim GP von Frankreich. Dabei gab es weder WM-Punkte noch konnte er irgendwelche Teamchefs von seinem Talent überzeugen. Daher ging es wieder eine Stufe runter, in die Formel 2. 1976 konnte er dann die Formel 2-Europameisterschaft gewinnen, in einem Elf 2-Chassis.

1977: Als „Turbo-Don Quijote“ belächelt...

1977 begann der gemeinsame Kampf von Renault und Jabouille in der Königsklasse – man kämpfte nicht gegen Windmühlen, dafür aber mit Motorschäden. Kein Wunder – Renault brachte den ersten Turbomotor in die Formel 1 und in den Anfangsjahren wurde man fast zum Gespött des Fahrerlagers, es wurden Wetten abgeschlossen, in welcher Runde wohl der gelbe Flitzer wieder mit rauchendem Heck an die Seite fahren würde. Pioniere hatten noch nie ein leichtes Leben...

Doch 1979 begann die Turbo-Rechnung aufzugehen – Renault stand in der zweiten Saisonhälfte immer weiter vorne in der Startaufstellung und Jabouille gewann schließlich den GP von Frankreich. Damit war er – wenn auch nur für kurze Zeit – so etwas wie ein französischer Nationalheld.

Und langsam begannen die Konkurrenzteams, das Turbokonzept näher ins Auge zu fassen. In der Endwertung belegte Jabouille aber nur Rang 13 der WM, da er außer den damals vergebenen neun Punkten für seinen Sieg keine weiteren Zähler verbuchen konnte...

1980: Sieg auf dem Österreichring!

1980 sollte dann das beste Jahr für den Franzosen werden. Auch die Standfestigkeit des Turboaggregats wurde immer besser. Doch nicht unbedingt an Jabouille’s Wagen. In Österreich gelang ihm sein zweiter und letzter GP-Sieg.

Sein Teamkollege Renè Arnoux hatte die Pole-Position inne, Jabouille stand neben ihm in Reihe 1, dahinter die beiden Williams von Alan Jones und Carlos Reutemann, auf Platz fünf fand sich Jabouille’s alter Freund Jacques Laffite im Ligier wieder.

Während bei Arnoux die Reifen abbauten und er deshalb neue Pneus ausfassen musste, konnte Jabouille Alan Jones bezwingen und somit beide Williams-Piloten besiegen.

Mehr als die neun Punkte für diesen Sieg gab es aber wieder nicht zu verbuchen und somit beendete Jabouille seine beste Formel 1-Saison auf Platz 8 der Fahrer-WM. Im Kanada-GP zog sich Jabouille gegen Saisonende einen bösen Beinbruch zu. Aber schon im nächsten Jahr kehrte er zurück. Zwar nicht bei Renault, sondern beim zweiten Franzosen-Team Ligier. Doch nach drei Rennen und einem vergeblichen Versuch, sich in Monaco für das Rennen zu qualifizieren, machte Jabouille Schluss mit der Formel 1.

Zumindest als Aktiver –später war er für das leidige Peugeot-Formel 1-Programm verantwortlich. Heute ist Jean Pierre Jabouille Besitzer eines eigenen Sportwagenteams.

News aus anderen Motorline-Channels:

Die Legenden beim Österreich-GP

Weitere Artikel:

GP von Monaco: 2. Fr. Training

Ferrari wieder doppelt vorn

Ferrari belegte wie im ersten Training die ersten beiden Plätze, während Mercedes nicht über die Positionen vier und fünf hinauskam - Frühes Aus für Lando Norris

GP von Monaco: Qualifying

Antonelli holt Monaco-Pole!

So lief das Qualifying in Monte Carlo: Max Verstappen griff nach Platz 1, Lewis Hamilton mischte voll mit - aber am Ende setzte sich wieder Kimi Antonelli durch

1. Training Monaco: Leclerc Schnellster

Hadjar sorgt für ersten heftigen Einschlag

Charles Leclerc zweimal in der Auslaufzone, Isack Hadjar spektakulär in der Leitplanke: Beim ersten Freien Training in Monaco wurde es turbulent

24h Nürburgring 2026 – Hintergrund

Große Galerie der Zuschauer-Rekordveranstaltung

Das 24h Rennen durch die grüne Hölle brachte vor allem einen neuen Zuschauer-Rekord. 352.000 Besucher nannte der Veranstalter. Und dies bei typischem Eifelwetter mit maximal Temperaturen um die 10 Grad und Luftfeuchtigkeit in allen Variationen. Galerie mit mehr als 250 Bildern!

Der brandneue Audi Nuvolari teilt offenbar seine Basis mit dem Lamborghini Temerario: Genau daraus könnte das nächste GT3-Auto von Audi entstehen

Grand Prix von Kanada: 29 Runden lang ein Herzschlag-Thriller, dann entscheidet die Mercedes-Technik - McLaren verzockt sich am Start mit falscher Reifenwahl