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Ö-GP: Wie geht's weiter?

Die Zukunft des Österreich Grand Prix ist weiter ungewiss, mehrere Szenarien könnten jedoch dazu beitragen, weitere Rennen auszutragen.

Am vergangenen Wochenende gastierte der Formel 1 Zirkus zum vorerst letzten Mal auf dem idyllisch in der Steiermark gelegenen A1Ring zum Großen Preis von Österreich. Denn F1-Boss Bernie Ecclestone verkündete bereits Anfang dieses Jahres überraschend, dass „diese Entscheidung endgültig“ sei und man sich aufgrund des Tabakwerbeverbotes auf andere Regionen wie China und Bahrain konzentrieren werde.

Einige Monate danach sorgte der F1-Zampano nun zum wiederholten Male mit Aussagen der Art „Keine Sorge, wir kommen zurück“, „Bei der ersten Chance kommen wir zurück“ oder „Eine Rückkehr ist absolut realistisch“ für aufkeimende Hoffnung bei den österreichischen F1-Fans. Doch müssten hierfür die Teams einer Aufstockung des WM-Kalenders auf über 17 Rennen zustimmen, was für McLaren-Boss Ron Dennis eher unwahrscheinlich ist.

„Unter den aktuellen Vereinbarungen gibt es eine Absprache die WM von 16 wieder auf 17 Rennen auszuweiten, aber nicht noch weiter,“ wird der McLaren-Teamchef von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. „Es gibt kein Rennen zu dem wir reisen, ohne dass wir Geld verlieren,“ gab der Brite, der die zur Kostensenkung gedachten neuen Regeln von FIA-Präsident Max Mosley zusammen mit Frank Williams aufgrund mangelnden Sportsgeists anfechtet, ein finanzielles Problem als Hauptgrund an.

„Die Rennen kosten uns Geld und es gibt keine finanziellen Anreiz für die Teams mehr Rennen zu bestreiten. Ich denke es bedarf außergewöhnlicher Umstände um den Rennkalender zu erweitern,“ fuhr der gleiche Ron Dennis fort, der keine finanziellen Bedenken hat für seinen neuen Boliden zeitgleich zwei Getriebe entwickeln zu lassen: „Es ist nur ein etwas teurerer Weg, aber es hat sich bewährt.“

Ron Dennis’ Mitankläger im Regelstreit, Frank Williams, führt hingegen ein anderes Argument gegen eine Ausweitung des Rennkalenders auf 18 Strecken auf: „Die meisten Menschen in der Formel 1 könnten keine 18 Grand Prix und ein intensives Testprogramm bestreiten,“ so Williams, der natürlich noch einmal den Kostenaspekt betont: „Ein weiterer Faktor sind die Kosten. Es würde eine Menge zusätzliches Geld kosten. Bernie wird versuchen dies durchzusetzen, aber es wird viele harte Verhandlungen geben.“

Doch trotz aller Gegenwehr gibt man die Hoffnungen auf einen weiteren Alpen Grand Prix nicht auf. So weilte sogar der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Sonntag in Spielberg um Bernie Ecclestone noch einmal umzustimmen.

„Es hängt alles von Bernie Ecclestone ab. Die Konkurrenz aus China und dem arabischen Raum ist hart. Es gibt in Europa viele Grand Prix. Aber Spielberg ist ein besonders schöner und sicherer Standort, wahrscheinlich der gemütlichste Grand Prix der Welt,“ erklärte Schüssel im Rahmen des Rennens. „Wir wollen alles tun, dass er auch weiter hier bleiben wird. Die Gespräche laufen und die Hoffnung lebt immer.“

Der Geschäftsführer des A1-Rings, Hans Geist, baut seine Hoffnungen trotz seines Abgangs in Richtung Bahrain derweil auf den Problemen der Streckenbetreiber in China mit dem Lungenvirus SARS sowie den Umbauarbeiten in Imola auf:

„Was uns unter Umständen helfen könnte, ist, dass die eine oder andere Rennstrecke nicht zeitgerecht fertig wird oder der eine oder andere GP ausfallen kann,“ so Geist. „Wie wir wissen, sind die Zeiten turbulent. Wir wollen auf der Reservebank die Position eins einnehmen...“

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