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„Ich möchte diesen Sieg einem verstorbenen Freund widmen!“

Norbert Siedler hat in Zolder den heiß ersehnten Sieg in der Euro F3000 geholt, im Interview spricht er über seine Zukunft und vieles mehr.

Einen tonnenschwere Last fiel am Sonntagnachmittag in Zolder von den Schultern Norbert Siedlers: Nach vier ungenutzten Pole Positions gelang endlich der erste Sieg in der Superfund Euro 3000.

Im Interview erzählt der Tiroler, an wen er in der Stunde des Erfolges gedacht hat und wie es nun in seiner Karriere weitergehen soll.

Eine fabelhafte Leistung und ein Sieg, auf den Du lange warten musstest. Wie hast Du diesen Erfolg in Zolder erlebt und vor allem gefeiert?

Im ersten Moment spürt man natürlich eine Riesenerleichterung, denn wenn man so oft eine Chance zum gewinnen hatte wie ich, und immer etwas dazwischen kommt, geht einem halt schön langsam der Glaube aus. Ich habe aber immer gewusst, dass wir gewinnen können und dass es nur eine Frage der Zeit sein wird. Feiern konnten wir leider noch nicht richtig, weil wir für den Abend schon den Rückflug nach München gebucht hatten.

Du warst am Siegespodest relativ ruhig und hast Dich erst bei der Champagnerdusche an der üblichen Show beteiligt. Was hat Dich in diesem Moment bewegt?

Ich habe einfach daran gedacht, was heuer schon alles passiert ist und wie lange wir auf diesen Moment gewartet haben.

Gibt es jemanden, dem Du diesen Sieg widmen möchtest?

Ja, ich möchte ihn unserem verstorbenen Freund Rainer Hölzl vom ORF widmen, der mich von meiner Gokart-Zeit bis hin zum ersten Formel 1 Test begleitet hat. Ich wollte bei den Siegerinterviews in Zolder keine große Story daraus machen, aber für mich und meinen Manager, Edi Nikolic, war immer klar, dass mein erster Sieg in diesem Jahr ihm gewidmet sein soll.

Zolder hat Dir schon im letzten Jahr Glück gebracht mit Platz 3 in der Nissan World Series. Ist es ein Kurs, der Norbert Siedler auf den Leib geschneidert ist?

Mir sind alle Kurse auf den Leib geschneidert (lacht), aber diesmal traf das besonders auf mein Auto zu. Obwohl wir alle die gleichen Reifen, die gleichen Motoren und die gleichen Chassis einsetzen gibt es in der Autoabstimmung doch gewisse Unterschiede. Wir sind ein sehr starkes Team, das bislang einfach nur Pech gehabt hat.

Dein brasilianischer Teamkollege Allam Khodair hat nach dem Qualifying von „Ayrton“ Siedler gesprochen...

Das war sicher Spaß, aber er weiß inzwischen natürlich, dass wir Tiroler auch Autofahren können.

Welche von Deinen bislang vier Pole Positions war eigentlich die schönste?

Auf jeden Fall die von Spa, weil ich zum ersten Mal dort war, und weil die Strecke eben etwas ganz Besonderes ist.

Die Meisterschaft schien schon komplett verloren, nun hast Du sogar noch eine theoretische Chance auf den Titel...

Ich werde in Cagliari wieder voll angreifen, aber Del Monte ist eigentlich kaum mehr einzuholen. Der Vizemeistertitel liegt zumindest in greifbarer Nähe.

Während Deine erste Formel 3000 Saison also schön langsam ins Finale geht, wird hinter den Kulissen bereits eifrig an einem neuen Projekt für 2005 getüftelt. Was kannst Du uns darüber schon verraten?

Aus der Superfund Euro 3000 wird eine neue Serie mit Autos, die fast so schnell sein sollen wie ein Minardi, mit 650 PS und breiteren Reifen als die Formel 1. Viel mehr kann ich noch nicht sagen, aber für uns Fahrer wird es auf alle Fälle eine irrsinnig spannende Sache.

Wann winkt der nächste Test in einem Grand-Prix-Wagen?

Warten wir einmal ab. Jedenfalls bin ich mir sicher, dass meine Chance früher oder später noch kommen wird.

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