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"Ein Meistertitel ist keine Garantie für ein Top-Cockpit"

Norbert Siedler will beim F3000-Finale in Monza den Titel fixieren, im Interview spricht er über Pannen, die weitere Zukunft und die Formel 1.

Wahrscheinlich ein schlechter Reifensatz hat Norbert Siedler beim jüngsten Saisonrennen in Adria am vorzeitigen Gewinn der Europäischen Formel 3000 gehindert.

Nach einer absolut überlegenen Vorstellung im Qualifying stand der 22jährige im Rennen plötzlich auf verlorenem Posten und muss sich nun auf ein Herzschlagfinale in Monza einstellen. Wie er mit dieser neuen Situation umgeht, hat er uns im folgenden Interview verraten:

Was vor drei Rennwochenenden noch nach einem klaren Durchmarsch ausgesehen hat, wird nun doch noch einmal zum Krimi. Was ist in den letzten Wochen bei Euch schief gelaufen?

Es bringt nicht viel, daran zu denken, wie es anders hätte laufen können. Ich konzentriere mich einfach wieder voll auf meine Arbeit und versuch in Monza eine perfekte Leistung hinzulegen.

Trotzdem bleibt der plötzliche „Absturz“ in Adria von der Pole Position auf Platz 4 im Rennen für viele ein Rätsel...

Das Team hat bislang nichts am Auto gefunden, somit ist die Ursache sehr wahrscheinlich ein schlechter Reifensatz. Wir waren nämlich nicht nur im Qualifying, sondern auch in allen anderen Trainingssitzungen, egal ob mit neuen oder mit alten Reifen vorn. Außerdem habe ich mir sogar einen neuen Satz für das Rennen aufsparen können, was im Grunde ein Riesenvorteil gegenüber der Konkurrenz hätte sein müssen.

Hängt mit diesem Reifenproblem auch Dein kleiner „Verbremser“ in der ersten Runde zusammen?

Ja, da bin ich mir inzwischen sogar sicher, denn wenn ich mit einem frischen Reifen nicht mehr an derselben Stelle bremsen darf, wie mit einem alten, dann kann doch etwas nicht in Ordnung sein. Ich hätte eigentlich eine Sekunde schneller sein müssen als die anderen und nicht eine halbe Sekunde langsamer. Platz 4 war auf jeden Fall eine Riesenenttäuschung.

Die Situation in der Meisterschaft spitzt sich also noch einmal dramatisch zu, denn Dein Vorsprung auf Busnelli ist auf zwei Zähler geschmolzen und dahinter lauern bereits die beiden Draco-Piloten...

So ist eben der Motorsport, aber wenn man immer konzentriert bleibt und versucht, sein Bestes zu geben, gibt eines Tages auch eine ausgleichende Gerechtigkeit. Ich brauch’ nur noch einmal ein gutes Auto, den Rest erledige ich selbst.

Du wirkst weiterhin positiv. Wie sehr könnte Dir der Gewinn der 3000 Pro Series bei der Umsetzung Deiner Ziele helfen?

Ein Meistertitel zählt immer, aber eine Garantie auf irgendein Cockpit in der Topliga gibt es dadurch natürlich auch nicht. Das Wichtigste ist, dass ich von ein paar Teams aus der Profiliga beobachtet werde, und dass diese Leute schon ziemlich neugierig geworden sind.

Wie wirst Du das Rennwochenende in Monza taktisch ausrichten?

Meine Taktik ist immer die gleiche, nämlich das Maximum aus dem Auto herauszuholen. Dass ich das Rennen nicht um jeden Preis gewinnen muss, könnte dabei ein kleiner Vorteil für mich sein. Wir werden zuerst im Training eine neue Abstimmungsvariante durchspielen, damit ich auf den langen Geraden vom Topspeed her mithalten kann und dann genau darauf schauen, dass das Auto bis in jedes Detail perfekt funktioniert.

Letzte Frage: Die Formel 1 hat ihren Weltmeister gekürt. Was ist Dein Fazit aus der Saison 2005 und wie sehr beeindruckt Dich Fernando Alonso...

Es hat einmal ein anderer gewonnen, aber schlussendlich sieht man auch, dass nicht einmal ein Schumacher ohne ein konkurrenzfähiges Auto Weltmeister werden kann. Alonso ist sicher gut, aber ohne die vielen technischen Probleme bei McLaren hätte er gegen Kimi Räikkonen keine Chance gehabt.

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