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Mansell: "Gebt den Sport den Fahrern zurück!"

Für Ex-Weltmeister Nigel Mansell sind die neuen Regeln ein fauler Kompromiss. Seiner Meinung nach wurde die Formel 1 durch die Fahrhilfen sterilisiert.

"Ich werde wohl dafür erschossen werden, wenn ich das sage – aber die neuen Regeln sind ein Eigentor. Das ist es nicht, was die Fans wollen...", erklärte Ex-Weltmeister Nigel Mansell gegenüber Autosport. Während zumindest ein Teil der Formel-1-Fans die neuen Regeln - das Knock-Out-Qualifying und das Comeback der Reifenwechsel ab 2006 sowie den radikalen CDG-Heckflügel und Einheits-Slickreifen ab 2007 oder 2008 - als Schritt in die richtige Richtung begrüßen, ist Nigel Mansell ganz anderer Meinung.

Der neue Qualifying-Modus ist für den Briten schlicht unfair: "Es ist doch so, dass gerade Teams, die Probleme haben, so viel Zeit wie nur möglich auf der Strecke benötigen, damit sie ihre Probleme aussortieren und so schneller werden können. Und gerade sie werden nun bestraft - wenn sie sich nicht binnen 15 Minuten qualifizieren können, fallen sie raus, während die anderen mehr Zeit auf der Strecke verbringen können. Und das soll fair sein?" Wenn man die Kosten tatsächlich reduzieren wolle, solle man ein offenes Training für alle abhalten, das würde auch die Fans erfreuen, findet Mansell.

Was den radikalen CDG-Wing betrifft – ein zweigeteilter Heckflügel, mit dessen Hilfe das Überholen erleichtert werden soll – räumt Mansell zwar ein, dass er für dessen Beurteilung technisch zu wenig qualifiziert sei, doch seiner Meinung nach hätte man besser die elektronischen Fahrhilfen abschaffen sollen. Mansell: "Die Verantwortlichen betrachten das vom falschen Gesichtspunkt aus. Sie machen die Autos für das Aero-Problem verantwortlich und sehen die wahren Gründe nicht."

Denn laut Nigel Mansell ist ein anderes Problem wesentlich schwerwiegender: "Wir leben ja im Computerzeitalter - wann hat das letzte Mal ein Computer den falschen Gang eingelegt? Wann hat das letzte Mal ein Computer einen Dreher bewirkt? Die Fahrer machen keine Fehler mehr, bevor sie nicht den kompletten Abflug fabrizieren. Wenn man wieder mehr Überholmanöver in der Formel 1 sehen will, muss man den Piloten wieder mehr Einfluss geben. Lasst die Fahrer doch wieder rauf- und runterschalten, wann sie es für richtig erachten. Wenn jemand einen Fehler begeht, schafft er damit Überholmöglichkeiten."

Nigel Mansell, der in der "Grand Prix Masters"-Serie wieder ins Renncockpit steigen wird und sich nach ersten Testfahrten hinsichtlich des GPM-Boliden höchst erfreut gezeigt hat ("Keine Servolenkung, keine Traktionskontrolle – und eine richtige Schaltung!"), fügt hinzu: "Nehmt ihnen doch die Traktionskontrolle weg. Wenn du zu stark aufs Gaspedal steigst, kommst du ins Schleudern und wirst vom Gas gehen. Und wieder hat man eine Überholmöglichkeit." Zudem habe man auch die Strecken mit großzügigen Auslaufzonen unnötigerweise entschärft. Mansell: "Zum Beispiel in Japan. Die Schikane dort war zu meiner Zeit großartig. Wenn du sie verfehlt hast, wurdest du bestraft. Du musstest vom Gas gehen."

Und so appelliert Nigel Mansell: "Man hat die Formel 1 mit zu vielen Fahrhilfen sterilisiert. Das ist nicht der Fehler der Piloten, denn sie schreiben die Regeln ja nicht. Gebt doch den Sport wieder zurück in die Hände der Fahrer - und ihr werdet sehen, dass ihr den ganzen Bockmist nicht braucht."

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