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Die Standard-ECU sorgt für Unruhe

Einige Teams sind von den ersten Tests mit der neuen Microsoft-Einheitselektronik für 2008 entsetzt, Renault-Teamchef Briatore will dagegen vorgehen.

Als sich die Teamchefs darauf einigten, dass es ab der kommenden Formel-1-Saison eine Einheitselektronik geben wird, war man von diesem Vorhaben noch begeistert. Schließlich können dadurch die Entwicklungskosten gesenkt und das Verbot von Fahrhilfen wie der Traktionskontrolle kontrolliert werden.

Doch nun gehen die Teamchefs auf die Barrikaden, weil eine vom Automobilweltverband FIA erfolgte Ausschreibung von Microsoft MES gewonnen wurde, einem Jointventure des Software-Riesens Microsoft und der McLaren-Tochter MES (McLaren Electronic Systems).

Dies war allerdings bereits seit Monaten bekannt - der Widerstand formierte sich erst, als erste Testfahrten mit der neuen Elektronik bei vielen Teams zu Problemen führte. Sogar von Sicherheitsproblemen im Zusammenhang mit der Gas-Annahme ist die Rede.

Dass Ferrari die Tests bereits nach wenigen Runden abbrach, könnte auch einen politischen Hintergrund haben, schließlich müssten die Italiener geheime Daten über ihren Motor und das Getriebe an die McLaren-Tochter übermitteln. Angesichts der immer noch aktuellen Spionage-Affäre eine heiße Angelegenheit.

Problematisch ist das aber auch für McLaren, denn der Weltmotorsportrat der FIA urteilte Ende Juli, dass der Rennstall im Fall Stepney/Coughlan zwar nicht bestraft wird, aber ein Ausschluss aus den Weltmeisterschaften 2007 und 2008 droht, sollte nachgewiesen werden, dass das Team mit fremden Daten arbeitet.

McLaren argumentiert freilich, dass es sich bei MES um eine eigenständige Tochter handelt, die unabhängig vom Rennstall arbeitet. Doch ohne Daten der Konkurrenz, und damit auch ohne Daten von Ferrari, kann die McLaren-Tochter die Einheitselektronik nicht weiterentwickeln. Renault-Teamchef Flavio Briatore hat dennoch bereits am Rande des Großen Preises von Ungarn angekündigt, dass er gegen die Einheitselektronik Protest einlegen wird.

"Wie soll ich einer Firma trauen, die in einen Spionagefall verwickelt ist?", wird Briatore von auto, motor und sport zitiert. BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen missfällt es, dass von Microsoft MES pro Team ein Techniker abgestellt werden soll: "Ich sehe es nicht gerne, wenn Leute von der Konkurrenz bei uns durch die Box laufen und alle Abläufe mitkriegen."

auto, motor und sport bringt es auf den Punkt: "Was würde es für einen Aufschrei geben, falls beim Saisonauftakt beide Ferrari von Elektronikproblemen gebremst würden, die beiden McLaren aber ohne Probleme siegen würden?"

Der Automobilweltverband FIA hat unabhängig davon klargestellt, dass man 2008 mit der Einheitselektronik an den Start gehen wird - schließlich hätten sich die Teams selbst auf diesen Schritt verständigt...

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