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Kein Pflanz

Eine knapper Pressetext kündigt eine umwälzende Änderung an: Die WTCC steigt als erste FIA-Weltmeisterschaft ab 2008 auf Bio-Treibstoff um.

Johannes.Gauglica@motorline.cc

Die WTCC ist drauf und dran, sich mit der Etablierung als „Öko-Meisterschaft“ jenes Profil zu geben, das ihr bis jetzt vielleicht gefehlt hat. Nächstes Jahr wird Ethanol, also pflanzlicher Alkohol, neben bleifreiem Benzin und Dieseltreibstoff als dritter zulässiger Sprit in der WTCC eingeführt, ab 2009 wird die WTCC nach dem Willen der Veranstalter eine völlig bio-angetriebene Serie sein.

Für die Dieselklasse (die es momentan nur auf dem Papier gibt) müsste dann ebenfalls ein pflanzlicher Sprit gefunden werden, was ja technisch kein Problem darstellt. Welche pflanzlichen Treibstoffe dann letztlich zum Einsatz kommen sollen bzw. ob es sinnvollere Alternativen zum Ethanol gibt, wird von der Technikabteilung der FIA in Zusammenarbeit mit den WTCC-Herstellern geprüft.

Zukunftsweisende Arbeit

Jacques Behar, der Chef des WTCC-Promoters KSO, meint zu diesem Entschluss: “Wir glauben, dass durch die enge Verwandtschaft der Renntourenwagen zu ihren straßentauglichen Pendants die WTCC die logische Plattform für Bildung des öffentlichen Bewusstseins in puncto Bio-Treibstoff ist. Alternative Treibstoffe werden in der Zukunft dieses Sportes auch eine große Rolle spielen, und es ist unser Ziel, in dieser Technologie eine Vorreiterrolle zu haben.“

Nichts völlig Neues: Biosprit im Tourenwagen

Alternative Treibstoffe sind in der Tourenwagen-Szene kein Fremdwort; schon jetzt gibt es in einigen nationalen und regionalen Meisterschaften Europas - so zum Beispiel den wichtigen Meisterschaften in Schweden und Großbritannien, oder in der deutschen Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring - Teams, die mit Kraftstoffen wie Ethanol oder auch Erdgas ihre Rennen bestreiten bzw. heuer umsteigen.

Einige davon, wie die BMW und Volvo in der schwedischen Serie, entsprechen bereits den Regularien der WTCC. Völlig "grün" sind die Techniker der FIA, und auch die Ingenieure der Werke, in der Materie also nicht. Idealerweise bedeutet das für die Fans einen nahtlosen und quasi unmerklichen Umstieg auf die neue Treibstoff-Generation.

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