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F1 Launches 2008

Think small...

Der FW30 wurde als ein "revolutionäres Auto" angekündigt. Doch die Revolution findet nur noch im Detail statt - etwas wirklich Neues gibt es 2008 nicht.

Michael Noir Trawniczek

"Ein Auto, das eine Revolution ist, ist schnell und gewinnt Rennen", hat Williams-Technikdirektor Sam Michael im Herbst philosophiert - und damit angedeutet, dass es sich beim neuen Boliden aus dem Hause Grove, dem FW30, um eine solche Revolution handeln werde. Der FW30 werde keine Weiterentwicklung des bestehenden Fahrzeugs, sondern ein komplett neues Auto sein, versprach Michael - man wolle mit diesem Boliden einen "großen Schritt vorwärts" tätigen...

Im nebeligen Valencia wurde nun der neue Bolide erstmals ausgeführt - doch von einer Revolution kann nicht die Rede sein. Der Wagen verfügt im Gegensatz zum FW29 wieder über mehr Zusatzflügel und über ein seitliches Luftleitblech im McLaren-Stil. That's it...

Doch schon in Monza hat Nico Rosberg in einem exklusiven Gespräch mit motorline.cc alle Hoffnungen auf eine Überdosis Kreativität im Fahrzeugbau zunichte gemacht: "Ich hoffe, dass der FW30 eine Revolution sein wird. Aber wenn Sie erwarten, dass es da wieder irgendwelche Haifischnasen geben wird - das wird nicht der Fall sein."

Wenn man die Fahrzeuggeneration des Jahrgangs 2008 betrachtet, kann man nur sagen: Nico Rosberg hatte völlig Recht. Es gibt nur noch im Flügelbeiwerk Neues zu entdecken und dort, wo der "Normalsterbliche" nicht hinsieht. Ansonsten gleichen die um viel Geld entwickelten neuen Boliden mehr oder weniger ihren Vorgängern.

Wer also heute eine Revolution ankündigt, kündigt ein Auto an wie den FW30. Und auch beim neuen Renault R28 wird von einer "völlig neuen Aerodynamik" gesprochen. Das Fazit: Man muss einfach umdenken. Dass Renault vom V- auf den Null-Kiel umgestellt hat, ist also die große Sensation im Fahrzeugbau der Formel 1.

Ein Colin Chapman würde sich von dieser Formel 1 wohl oder übel abwenden - und für seinen Garten einen revolutionären Rasenmäher konstruieren.

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