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Gené-tisch bedingt

Marc Gené siegt in der LMS, sein Bruder Jordi tut es ihm in der Tourenwagen-WM gleich. Lauf 2: Erster WTCC-Sieg für Tiago Monteiro.

Johannes.Gauglica@motorline.cc; Fotos: PHOTO4

Im Training hatten Seat und Chevrolet die Trümpfe in der Hand, von den BMW war zunächst nicht viel zu sehen. Puebla-Amozoc ist ein „Höhenrennen“, ein drastischer Vorteil der Turbodiesel wurde befürchtet. Deshalb beschränkte die FIA den Turbo-Boost der Seat.

Die Pole Posiiton ging an Jordi Gené, der Spanier war offenbar beflügelt von der guten Performance seines Bruders zuhause in Spanien. Denn Bruder Marc war mit dem Peugeot-Sportwagen auf der Siegerstraße in den 1000km von Barcelona.

Chevy-Pilot Nicola Larini sah sich im Qualifying von Gené blockiert, der offizielle Protest wurde abgeschmettert. Edelprivatier Tom Coronel holte sich Startplatz 3.

Lauf 1: Bruderherz, was willst du mehr

Was Marc kann, kann Jordi noch lang – der Spanier gab sich im ersten Rennen des WTCC-Wochenendes in Barcelona keine Blöße und fuhr einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg nach Hause.

Sein schwedischer Teamkollege Rickard Rydell legte einen fabelhaften Start hin, er sprang von Platz 6 auf Rang 2 nach vor und hielt sich dort bis ins Ziel. Larini komplettierte das Podium.

BMW erlebte den Anfang eines vergessenswerten Wochenendes: Zanardi, Müller, Priaulx und Porteiro waren gleich zu Anfang in Scharmützel involviert. Generell war die Bayern-Fraktion diesmal schlicht zu langsam.

Der neu aufgetragene Asphalt auf dem Oval-Infield-Mischkurs von Puebla ist noch immer nicht der griffigste, und jeder Ausrutscher schleuderte fontänenweise Sand auf die Piste.

Auch Alain Menu im Chevrolet Lacetti besuchte die Botanik (bzw. die Sandkiste) und rutschte dadurch einige Plätze ab.

In der letzten Runde auf Platz 6, kam er dann noch (taktisch?) von der Linie ab und wurde letztlich Achter – damit stand er auf der Pole für Lauf 2.

Lauf 2: Seat, Seat, Seat…

Menu konnte seine Startposition nicht ausnutzen, der portugiesische F1-Flüchtling Tiago Monteiro war der Protagonisten. Die Seat-Phalanx nahm wieder geschlossen die besten Plätze ein.

Monteiro erwischte einen Traumstart und ward von da an nicht mehr gesehen. Dahinter war Alain Menu der einzige echte Störenfried in der Seat-Idylle, zumindest bis zu einer weiteren Rallycross-Einlage. Am Schluss war er Siebenter, Kollege Larini musste aufgeben.

Starke Leistung wieder von Rydell: Er startete von Platz 7 und war im Ziel Zweiter vor Gabriele Tarquini, Yvan Muller und Jordi Gené – damit waren die Seat-Werksautos auf Platz 1 bis 5.

Dahinter mit Tom Coronel der schnellste Semi-Werkswagen, also mit anderen Worten: die völlige spanische Dominanz. Noch ein Seat-Erfolg: Pierre-Yves Corthals sicherte sich zweimal maximale Punkte bei den Privatiers.

In der WTCC-Tabelle führt jetzt Rydell mit 26 Zählern vor Tarquini (24) und Muller (22).

Vor allem BMW hofft auf eine ungleich stärkere Vorstellung am 15. Mai, dann will man gerade beim Seat-Heimspiel in Valencia den Spaniern die Show spielen. Aber die werden vor eigenem Publikum wohl ganz besonders bissig sein.

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