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ARC, Lavanttal Rallye: Vorschau
Fotos: Harald Illmer, privat (Potrait)

Frische Gesichter und neue Chancen im Lavanttal

Die Austrian Rallye Challenge geht nach dem grandiosen Saisonauftakt mit der ARC Rallye Triestingtal mit der Laserhero Lavanttal Rallye powered by Dohr Wolfsberg / SG Tools in die zweite Runde. Dort könnten ungewohnte, neue Teams die ARC-Tabelle erobern. Für Spannung ist also gesorgt.

Nach dem grandiosen Saisonauftakt der Austrian Rallye Challenge mit der Premiere der ARC Rallye Triestingtal geht Österreichs Rallyeserie für den Breitensport in die zweite Runde: Bei der 48. Laserhero Lavanttal Rallye powered by Dohr Wolfsberg / SG Tools (9. bis 11. April) wird mit der Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft (TEC7 ORM) wieder eine Kooperation eingegangen. Für die ARC zählt bei dieser Zweitages-Veranstaltung nur der zweite Tag - doch schon im Vorjahr haben einige ARC-Teams den ersten Tag genützt, um sich „warm zu fahren“. Bereits im Vorjahr gab die ARC ihre Premiere in Wolfsberg - heuer wartet die Rallye mit zum Teil neuen Sonderprüfungen auf, man darf gespannt sein…

In der Austrian Rallye Challenge wird der Clubmeister bekanntlich über die ARC-Klassen C1 bis C4 ermittelt, sodass auch mit älteren und weniger teuren Fahrzeugen ganz vorne mitgekämpft werden kann.

Nach dem Saisonauftakt im Triestingtal führen in der ARC-Tabelle Alexander Strobl und Cathy Schmidt mit 39 Punkten vor Roman Mühlberger und Nadine Dolzer mit 32 Zählern. Den dritten Platz teilen sich Harald Ruiner (führt in der Klasse C2), Michael Kroneder (führt in der C3) und Franz Zack (führt in der C4).

Kuriosum vor der zweiten Saison-Rallye: Keines der Top 5-Teams wird im Lavanttal an den Start gehen, wie auch die auf den Rängen sechs und sieben liegenden Günther Königseder und Markus Jaitz. Womit der auf Rang sechs liegende Gerolf Schuller mit 28 Punkten auf dem Konto gute Chancen hat, im Lavanttal die Tabellenführung zu erobern.

Schuller: „Im Hintergrund - und trotzdem schnell“

Der 53-jährige Gerolf Schuller (Foto oben) gehört zu jenen Menschen, die sich zur Lebenshalbzeit quasi einen „Bubentraum“ erfüllt haben: „Mit 18 bin ich ein paar Eisrallyes gefahren, mit einem Subaru Justy. Doch dann musste ich mich meiner Familie und meiner Firma widmen.“ Erst vor rund drei Jahren kam Gerolf Schuller wieder mit Motorsport in Kontakt: „In Hollabrunn konnte man über Sonnleitner Motorsport mit Mitsubishi Lancer Evo-Boliden fahren, da bin ich auf den Geschmack gekommen. Zu meinem 50er habe ich mir dann die Austrian Rallye Legends gegönnt.“ Lachend fügt Gerolf hinzu: „Da hat mich das Rallyevirus dann endgültig gepackt.“

So kommt es 2024 zur ersten Rallye im Bewerb - in einem von FS Motorsport eingesetzten Mitsubishi Lancer Evo VI, bei der Lavanttal Rallye: „Wir konnten damals gleich einmal komplikationslos ins Ziel fahren und sind 2024 noch einige weitere Rallyes gefahren.“ 2025 startet Schuller erneut bei der Lavanttal Rallye - doch diesmal zeigt sich die Rallye kratzbürstig: „Wir hatten einen Riesen-Crash in Eitweg, den ich erst verdauen musste.“ Später in der Saison gelingt dem Steirer und seiner niederösterreichischen Copilotin Kathrin Redlingshofer-Milev mit dem 13. Gesamtrang bei der OBM Land der 1.000 Hügel-Rallye sein bislang bestes Gesamt-Ergebnis.

Jetzt kehrt Gerolf Schuller erneut ins Lavanttal zurück. Dass er mit seinen 28 Punkten die besten Chancen hat, in der ARC die Tabellenführung zu übernehmen, freut Gerolf naturgemäß, doch er räumt ein: „Dazu musst du einmal ins Ziel kommen. Und nach unserem Vorjahres-Crash wollen wir daher auch einfach mal schauen, dass wir auch wirklich ins Ziel kommen. Aber natürlich wollen wir auch attackieren - Arlinggraben zum Beispiel ist eine super Prüfung. Leider gibt es jene Prüfung nicht mehr, wo wir immer besonders schnell waren. Aber ich freue mich schon so richtig auf diese Rallye. Im Triestingtal ist es ja richtig super für uns gelaufen.“

Dass ihn Medienvertreter um ein paar Sätze vor der kommenden Rallye bitten, ist für Gerolf Schuller noch ungewohnt - mit einem Augenzwinkern spricht er wohl auch für einige seiner Mitbewerber, wenn er sagt: „Wir agieren im Hintergrund - und sind trotzdem schnell.“

Christian Rosner auf den Spuren von Kurt Göttlicher

Gute Chancen auf die ARC-Tabellenführung haben wohl auch Christian Rosner und Martin Rigl, die 24 Punkte aufweisen und zugleich auch in der Auszugswertung für Historische mit Zweiradantrieb (ARCH 2WD) mit 20 Punkten die Tabelle anführen.

Mit einem historischen Rallye-Fahrzeug um den ARC-Clubmeister kämpfen - das weckt Erinnerungen an den legendären Kurt Göttlicher, der 2014 im Ford Sierra RS Cosworth ARC Vize-Clubmeister wurde. Für Christian Rosner, der seit 2002 Rallyes fährt, sind solche Erfolge nicht ungewohnt: 2007, damals noch mit Harald Gottlieb auf einem Porsche 911 Carrera 3.2, wurde er Historischer Vize-Staatsmeister. Im Jahr 2022, bereits mit Martin Rigl im Porsche 911 RS unterwegs, gewann er den Österreichischen Historischen Rallye Pokal.

Dass Rosner nun im „zarten Alter“ von 68 Jahren wieder Chancen auf eine Clubmeisterschaft hat, lässt den Niederösterreicher nicht nervös werden: „Man kann doch ohnehin nur eines tun: Ins Ziel kommen, nichts ruinieren - und das möglichst oft. Wenn das klappt, geht der Rest ohnehin von ganz allein.“

Rosner und sein Wiener Copilot Rigl werden im Lavanttal nur den zweiten Tag absolvieren, denn nur dieser zählt zur Austrian Rallye Challenge: „Es ist eine wirklich schöne Rallye. Wenn das Wetter passt und es keinen Schnee auf dem Berg oben gibt, ist das eine wunderbare Rallye. Lediglich jener Rundkurs, auf dem Andy Hulak seinen schweren Unfall hatte bereitet mir ein flaues Gefühl. Und bei Regen sind wir schon einmal im Wechselland auf Aquaplaning dermaßen heftig abgeflogen, dass unser Auto ziemlich zerstört wurde.“ Doch der schwarze Rosner-Porsche, eines der schönsten historischen Fahrzeuge im Feld, wird hoffentlich ohne Kratzer die Rallye überstehen. Rosner nickt: „Es schaut sehr nach trockenem Wetter aus.“

ARCH: Rosner als 2WD-Tabellenleader & Gschwander-„Comeback“

Neben den guten Chancen in der für den Clubmeister relevanten ARC-Tabelle führt Christian Rosner wie erwähnt mit 20 Punkten in der ARCH 2WD für Historische mit Zweiradantrieb. Die hinter ihm liegenden Christian Zerzawy (17 Punkte), Tobias Reischer (15) und Franz Zack (12) sind allesamt nicht am Start. Starke Konkurrenz ist dennoch vorhanden: Hans-Georg Lindner, Gerhard Openauer und Goran Dokic etwa in ihren Ford Escort sind allesamt nicht zu unterschätzen.

Erstmals seit 2019 wird ARC-Obmann Georg Gschwandner wieder im Bewerb antreten - standesgemäß in einem historischen Volvo 945 Kombi: „Ein Comeback ist es nicht wirklich, da ich als Pilot nie zurückgetreten bin.“ An seiner Seite Ulrike Kornek - für sie wird es nach dem Rallye-Debüt im Vorjahr bei den Austrian Rallye Legends die erste Rallye unter Wettbewerbsbedingungen.

Georg Gschwandner reiht sich in jene Gruppe von Fahrern ein, welche die Freude am Fahren in den Vordergrund stellen und dabei auch die Fans nicht zu kurz kommen lassen wollen: "Unser Volvo Kombi ist nach dem M1-Reglement aufgebaut und es geht uns bei unserem Einsatz nur um den Spaß und um eine tolle Show für die Fans. Die Zeiten sind uns nicht wirklich wichtig in unserem schwedischen Kampfschiff.“

In der ARCH 4WD für Historische Fahrzeuge mit Allradantrieb ist mit dem Ehepaar Patrik und Verena Gaubinger im Audi Quattro Gr.4 diesmal nur ein Team am Start. Womit aufgrund der halben Punktevergabe der Triestingtal-Gewinner Alexander Strobl zumindest in dieser Tabelle auch ohne Lavanttal-Start die Tabellenführung behalten wird.

ARCP: Zellhofer mit Revanche-Ansage

In der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge sind die beiden Tabellenführenden Maximilian Lichtenegger (39 Punkte) und Christoph Zellhofer (32) im Lavanttal live dabei.

Kann der oftmalige „Proto-Dominator“ Zellhofer im von ZM Racing gebauten Suzuki Swift ZMX Proto im Duell gegen Triestingtal-ARCP-Sieger Lichtenegger das Blatt wenden? Kann er den jungen, talentierten Kärntner, der wieder mit dem routinierten Bernhard Ettel im BRR Renault Clio Rally3 an den Start geht, auf den Prüfungen rund um Wolfsberg schlagen? Christoph sagt: „Jene Rallyes, die uns gut liegen, kommen eigentlich erst gegen Ende dieser Saison. Doch im Lavanttal wurden einige Prüfungen geändert und es gibt viele Schotter-Passagen. Die Lavanttal Rallye wird also wieder richtig anspruchsvoll. Und um die Frage zu beantworten: Natürlich möchte ich Lichtenegger schlagen - man muss sich schließlich klare Ziele stecken.“

Und weil Zellhofer sowohl in der ARC als auch in der ORM um wichtige Punkte kämpft und er und seine deutsche Copilotin Anna Maria Seidl daher auch beide Rallyetage absolvieren, fügt er neckisch hinzu: „Wir wollen Maximilian natürlich an beiden Tagen besiegen.“

ART1 mit starkem Mayer - Österreichs Youngsters in der ART2

Freilich gibt es in der Austrian Rallye Challenge auch Bewerbe für moderne Fahrzeuge. In der Austrian Rallye Trophy gibt es heuer die ART1 für Allrad-Fahrzeuge sowie die ART2 für zweiradgetriebene Autos.

In der ART1 führt Manfred Stohl, der jedoch nicht im Lavanttal an den Start geht. Wohl aber der auf dem zweiten Tabellenrang liegende Daniel Mayer, der im Citroen C3 Rally2 von den ARC-Teams wohl auch die größten Chancen im Gesamtklassement haben wird.

In der ART2 ist ebenfalls der Tabellenleader Luca Pröglhöf nicht am Start, wohl aber die dahinter liegenden Piloten. Und hier sind mit Marcel und Nico Neulinger, Lukas Wilhelm, Lukas und Raphael Dirnberger, Thomas Traußnig und Max Maier die angesagten Jungtalente des Landes quasi geschlossen am Start.

Ob Superstars vom Schlage eines Manfred Stohl, späte Quereinsteiger wie Gerolf Schuller oder die „jungen Wilden“ des Landes - in den Tabellen der Austrian Rallye Challenge sind sie alle zu finden. Man darf gespannt sein, wer nach dem traditionsreichen Kärntner Rallye Festival die Nase vorne haben wird.

Laserhero Lavanttal Rallye Radio & Web-Links

Noir Trawniczek ist auch bei der Laserhero Lavanttal Rallye powered by Dohr Wolfsberg/SG Toolbox wieder auf Stimmenfang unterwegs. Zu folgenden Zeiten können die Interviews LIVE über folgenden Link empfangen werden: mixlr.com/rallye-radio-noir

Freitag, 10. April 2026

16.20 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP2
18.25 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP4
20.30 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP6

Samstag, 11. April 2026

09.20 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP8
11.50 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP10
15.35 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP12
17.40 Uhr: Stimmen der Piloten vor dem Ziel

LIVE:
mixlr.com/rallye-radio-noir

Zum Nachhören: Über folgenden Link können die Interviews unmittelbar nach dem Ende des Live-Streams abgehört werden:
mixlr.com/rallye-radio-noir/showreel

Rallye Radio Noir auf Facebook:
www.facebook.com/rallyeradionoir/

Aktuelle ARC Wertung 2026:
www.rallye-challenge.at/site/DOK/Wertungen_ARC-2026-01.pdf

Die Austrian Rallye Challenge im Internet:
www.rallye-challenge.at

Die Austrian Rallye Challenge auf Facebook:
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