ARC, Lavanttal Rallye: Bericht | 14.04.2026
Gerolf Schuller ist der neue ARC-Leader!
Bei der selektiven, turbulenten Lavanttal Rallye konnte der 53-jährige Quereinsteiger Gerolf Schuller die ARC-Führung übernehmen. Dahinter lauern Jungpilot Jan Dolzer und Christian Rosner im historischen Porsche. ARC-Obmann Georg Gschwandner erlebte bei seinem „Comeback“ die Rallye aus der Cockpitperspektive und zeigte sich rundum begeistert.
Die Laserhero Lavanttal Rallye powered by Dohr Wolfsberg / SG Toolbox wird wohl als ganz besonders turbulent und außerordentlich spannend in die Geschichte eingehen. Wobei der Freitagnachmittag/Abend vor allem von den wechselhaften Wetterbedingungen geprägt war. Für die Teams der Austrian Rallye Challenge ging die Rallye erst am Samstagmorgen los - doch einige nützten den Freitag entweder als willkommene Möglichkeit, sich warm zu fahren oder aber sie nahmen sowohl an der TEC7 ORM als auch an der ARC teil.
Gerolf Schuller und seine Copilotin Kathrin Redlingshofer-Milev nützten den Freitag, um wieder ins Fahren zu kommen: „Wir sind nach der ARC Rallye Triestingtal keinen Meter mehr mit dem Rallyeauto gefahren und da haben wir den Freitag genützt, um uns wieder an die Rallyebedingungen zu gewöhnen.“ Bezugnehmend auf die vielen Ausfälle am Freitag fügt Schuller hinzu: „Wir sind auf der ersten Prüfung ganz besonders vorsichtig gefahren - denn wir hatten ja für den Samstag etwas vor.“
Was Schuller meint: In Abwesenheit der Top 5-Teams der ARC-Klassen, welche für den Clubmeister herangezogen werden, hatten Schuller und Redlingshofer-Milev große Chancen, im Lavanttal die Tabellenführung zu erobern. Für den 53-jährigen Quereinsteiger, dessen späte Pilotenkarriere mit einem Schnuppertag zum 50er ihren Lauf genommen hatte, war eine solche Zielvorgabe ungewohnt: „In meinem Kopf war ständig, dass wir ins Ziel kommen müssen. Die vielen Ausfälle haben uns zudem zu denken gegeben.“ Auf der dritten Sonderprüfung passierte Folgendes: „Andreas Mörtl ist vor uns abgeflogen. Wir sind stehen geblieben und haben geholfen - zum Glück ist Fahrer und Beifahrer nichts passiert. Aber da war es schon schwierig für mich als Neuling,. da weiter zu fahren…“
Doch am Ende kann von einer komplett gelungenen Mission gesprochen werden. Schuller/Redlingshofer-Milev konnten sämtliche ARC-Bestzeiten markieren und führen demnach nun mit 66 Punkten in der ARC-Tabelle vor Jan Dolzer mit 52 sowie Christian Rosner mit 51 Zählern.
„Das freut mich schon sehr“, gibt Schuller offen zu. Denn: „Diese Rallye war eine super Veranstaltung - doch für mich aufgrund der Verhältnisse und des Ergebnisdrucks auch eine der schwierigsten.“ Großes Lob spricht Gerolf Schuller seiner Copilotin aus: „Kathrin hat sich voll reingehängt und sich um alles sehr bemüht. Und auch unser Einsatzteam Sonnleitner mit Mechaniker Roland hat unseren Mitsubishi Lancer Evo VI perfekt betreut.“ Beim nächsten Einsatz, den Gerolf Schuller für die ET König Murtal Rallye vorgesehen hat, wird erneut mit Kathrin Redlingshofer-Milev und Sonnleitner Motorsport angetreten. Denn, wie Gerolf mit einem Augenzwinkern hinzufügt: „Never change a winning team!“
ARC-Tabellenzweiter Jan Dolzer führt in der Junior ARC
Der 22 Jahre junge Jan Dolzer konnte gemeinsam mit Copilotin Victoria Praschinger im von Magnus Racing eingesetzten Subaru Impreza WRX R4 den zweiten Platz in der ARC belegen. Damit eroberte er auch den zweiten ARC-Tabellenrang und die Führung in der Auszugswertung der Junioren aus den ARC-Klassen C1 bis C4. Die heuer neu eingeführte Auszugswertung der Junioren aus ARCP & ART führt Maximilian Lichtenegger an.
Auch Jan Dolzer gehört zu jenen, welche den ersten Tag der Lavanttal Rallye genützt haben. Dabei passierte ein Malheur: „Wir sind direkt nach Patrik Gaubinger rausgerutscht.“ Was Konsequenzen hatte: „Das hat etwas am zweiten Tag bewirkt - wir sind nicht gleich von Anfang an auf vollen Angriff gefahren.“ Was Jan freut: „Wir konnten gut mit Gerolf Schuller mithalten, ihn sogar manchmal schlagen. Die Rallye hat uns richtig Spaß gemacht und ich hatte ein gutes Gefühl für das Auto.“ Daher bleibt auch bei Jan Dolzer bei seinem nächsten Einsatz alles unverändert: „Wir fahren weiter mit dem Subaru. Und Victoria hat einen super Job abgeliefert - sie bleibt jetzt meine Stammcopilotin.“
ARC-Tabellendritter Christian Rosner führt in der ARCH 2WD
Obwohl sich gerade der Freitag bei dieser Ausgabe der Lavanttal Rallye mit den wechselhaften Wetterbedingungen als extrem schwierig erwies, verrät Christian Rosner, dass er „es bereut, nicht schon am Freitag gefahren zu sein“. Rosner erklärt: „Mir haben einfach die Kilometer gefehlt und es dauert dann schon immer eine gewisse Zeit, bis man wieder ‚drinnen‘ ist.“
Rosner und sein Copilot Martin Rigl beendeten in ihrem pechschwarzen Porsche 911 RS die Rallye auf Platz vier der ARC und liegen nun in der ARC-Wertung auf Rang drei - als bestplatziertes historisches Fahrzeug.
In der ARCH 2WD für historische Fahrzeuge mit Zweiradantrieb wurden Rosner/Rigl hinter dem formidabel fahrenden Sieger Hans-Georg Lindner (Copilotin Hermelinde Lindner-Schütter/Ford Escort RS1600) Zweite. In dieser Auszugswertung der ARCH 2WD führt nun Rosner mit 37 Punkten vor Lindner mit 20,5 Zählern.
Christian Rosner blickt mit Freude auf das vergangene Wochenende zurück: „Mir gefallen einfach diese Strecken im Lavanttal - das ist eine Ausnahmerallye! Diese Mischung aus Asphalt und Schotter. aus Highspeed-Passagen und engen kurvigen Wegen, das ist einfach großartig. Und was mir wichtig ist: Wir haben nichts ruiniert - denn ich fahre dann schon mit einem gewissen Anstand gegenüber meinem Fahrzeug.“
ARC-Obmann Gschwandner begeistert von der Lavanttal Rallye
Den dritten Platz der ARCH 2WD belegte MCL68-Obmann Georg Gschwandner bei seiner ersten Rallye im Bewerb seit 2019. Als Fahrzeug diente, wie kann es anders sein, ein Volvo. Und zwar ein von KFZ Drapela nach M1-Reglement neu aufgebauter Volvo 945 Kombi. Für Copilotin Ulli Kornek war es nach einem „Testlauf“ bei den Austrian Rallye Legends der erste Einsatz unter Wettbewerbsbedingungen.
In seiner Eigenschaft als ARC-Obmann zeigte sich Georg Gschwandner begeistert von der Lavanttal Rallye - auch aus der Cockpitperspektive: „Ich bin froh, dass die Austrian Rallye Challenge hier am zweiten Tag starten konnte und ich kann den Veranstaltern nur zu dieser gelungenen und anspruchsvollen Rallye gratulieren.“ Beeindruckt zeigte sich Gschwandner auch von den vielen Fans - nicht nur an den Sonderprüfungen, sondern auch auf den Verbindungs-Etappen: „Es ist absolut unbeschreiblich, wie viele Anrainer, egal ob jung oder alt, vor ihren Häusern stehen und den Teams zujubeln.“
In der ARCH 4WD für historische Fahrzeuge mit Allradantrieb wären diesmal Patrik und Verena Gaubinger in ihrem Audi Quattro Gr.4 die einzigen Teilnehmer gewesen. Doch dazu kam es leider nicht. Denn das Duo hatte am Freitagabend einen Abflug, der zum Glück ohne Verletzungen ablief. Doch aufgrund der Schäden am Quattro verzichtete das Ehepaar auf den Start am Samstag. In der Tabelle der ARCH 4WD führen somit weiterhin Alexander Strobl und Cathy Schmidt.
ARCP: Zellhofer & Lichtenegger teilen sich Tabellenführung
In der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge lieferten Christoph Zellhofer (Copilotin Anna Maria Seidl/Suzuki Swift ZMX Proto) und Maximilian Lichtenegger (Co Bernhard Ettel/Renault Clio Rally3) ein spannendes Duell um jede einzelne Sekunde. Am Ende siegte Zellhofer als bestplatzierter ARC-Pilot der Samstagswertung mit einem knappen Vorsprung von 4,3 Sekunden.
In der ARCP-Tabelle teilen sich Zellhofer und Lichtenegger mit jeweils 70 Punkten die Führung. Auf Rang drei liegt Hermann Gaßner senior mit 46 Punkten vor Peter Ölsinger mit 38 Zählern.
ART1-Sieg & Führung für Peter Hopf
In der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge mit Allradantrieb (ART1) waren Daniel Mayer und sein erfahrener Copilot, Lokalmatador Gerald Winter auf einem klaren Siegeskurs unterwegs, im Gesamtklassement der Rallye lag der Sohn von Walter Mayer bereits stabil auf Rang drei.
Doch auf der dritten Samstags-Prüfung unterlief Daniel ein Fehler: „Ich habe in einer schnellen Rechts-4-Plus Kurve einfach den Einlenkpunkt ein wenig verpasst, bin dann mit einem Hinterrad auf die Wiese – und dort den kleinen Hang runter gerutscht. Und da war ich dann chancenlos, wieder raus zu kommen.“ Zerknirscht fügte Mayer hinzu: „Ein kleiner Fehler mit großen Auswirkungen. Da war wirklich einiges an Pech dabei. Sehr schade, denn es lief eigentlich bis zu diesem Zeitpunkt alles nach Plan.“
In der Folge übernahm Peter Hopf die Führung, die er mit Serien-Bestzeiten absicherte. Der Österreichische Rallye Pokal Sieger des Jahres 2024 und sein Copilot Stefan Heiland konnten in ihrem von ZM Racing eingesetzten Ford Fiesta Rally2 Hermann Gaßner senior und seine österreichische Copilotin Natascha Vrga 53,6 Sekunden hinter sich halten. Allerdings wird Gaßner nicht in der ART1 gewertet, da man ein Homologationsblatt vorlegen konnte, das zeigt, dass der Hyundai i20 R5 des Deutschen 2016 homologiert wurde, womit er in der ARCP gewertet wird.
So oder so konnte Peter Hopf mit seinem ART1-Sieg auch die ART1-Tabellenführung übernehmen - er führt mit 59 Punkten vor Daniel Mayer mit 40,5 sowie Manfred Stohl mit 39 Punkten auf dem Konto.
Hopf zeigte sich mit seiner weiteren Eingewöhnung auf den Rally2-Boliden zufrieden: „Es lief bereits viel besser als zuvor. Langsam gewöhne ich mich an das Auto und ich komme immer besser zurecht.“ Das ist vor allem in Hinblick auf die bevorstehende ET König Murtal Rallye höchst erfreulich, der Hopf bekanntlich als Veranstalter vorsteht - mit einem Team, das es ihm ermöglicht, auch bei der eigenen Rallye zu starten. Hopf fiebert bereits der Rallye, bei der wie im Lavanttal ebenfalls der zweite Tag zur Austrian Rallye Challenge zählt, entgegen: „Ich hoffe, dass wir viele Starter haben werden. Wir haben uns auch einiges einfallen lassen. So wird der Stadtkurs diesmal drei Mal gefahren und es gibt am Freitagvormittag einen Shakedown, der mit fünf Kilometern ungewöhnlich lang sein wird und den man fünf Mal fahren kann.“
Marcel Neulinger dominiert in der ART2
In der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb (ART2) waren Marcel Neulinger und Jakob Ruhsam in ihrem von Baumschlager Rallye & Racing eingesetzten Lancia Ypsilon Rally4 erneut das Maß der Dinge. Neulinger, der sowohl die ORM3 als auch die ART2 überlegen gewinnen konnte, schenkte sich diesen Triumph quasi selbst zum 21. Geburtstag´, den er am Sonntag nach der Rallye feierte. In seiner Presseaussendung verrät der künftige JuniorERC-Pilot auch, dass er am Samstag, dem Rallyetag der Challenge gar nicht mehr volle Attacke fuhr: „Ich habe am Samstag zwar weiter gepusht, bin aber trotzdem nicht mehr zu viel Risiko eingegangen. Ich wollte ja nach dem Unfall im Vorjahr unbedingt ins Ziel kommen! Wir haben auch wieder die neuen Hankook-Reifen getestet. Das hat gut funktioniert und man hat gesehen, dass sich die Kilometer im Auto einfach bezahlt machen.“
Mit etwas mehr als einer Minute Rückstand belegten Lukas Dirnberger und Lukas Martinelli im Peugeot 208 Rally4 den zweiten Platz vor Nico Neulinger und Markus Pötscher auf einem weiteren, von E&S Motorsport eingesetzten Lancia Ypsilon Rally4. Kurios: Nach SP2 lagen die beiden Neulinger-Lancia auf den Plätzen eins und zwei der ART2.
In der ART2-Tabelle führt Marcel Neulinger ganz klar mit 60 Punkten vor Lukas Dirnberger mit 50 sowie Raphael Dirnberger mit 39 Punkten.
Auf Platz vier der ART2-Tabelle rangieren Max und Ben Maier in ihrem Peugeot 208 Rally4. Maier tat sich bei der Lavanttal Rallye extrem schwer - immer noch geht es um die Umstellung vom Serien-Fiesta, mit dem er beinahe Clubmeister wurde, auf den Rally4-Boliden.
Nächste ARC-Rallye: Vipavska Dolina
Doch schon am 8. und 9. Mai werden die Gebrüder Maier wieder kräftig Gas geben - bei der dritten Saisonrallye der Austrian Rallye Challenge, der Rally Vipavska Dolina. Die einzige Auslandsrallye der ARC lässt offenbar niemanden kalt - man meidet oder man liebt sie. Es sind meist etwas weniger Teams, die bei dieser Rallye an den Start gehen. Doch die sind dafür Feuer und Flamme - auch Max Maier, selbst Co-Organisator der ARC Rallye Horn, gehört zu den glühenden Verehrern dieser Veranstaltung rund um die slowenische Kleinstadt Adjovscina.
Die Google KI führt dazu Folgendes aus: „Die Rally Vipavska Dolina in Slowenien ist ein Highlight im Kalender der Austrian Rallye Challenge (ARC) und zieht regelmäßig tausende Fans an. Als einziger Auslands-Event der ARC bietet sie eine fantastische Atmosphäre mit zahlreichen Zuschauern, beispielsweise 15.000 bis 20.000 allein auf dem Rundkurs.“ Und: „Die Veranstaltung bietet eine Mischung aus anspruchsvollen, selektiven Sonderprüfungen und einer sehr gut organisierten Atmosphäre, was sie bei den ARC-Teams und Fans sehr beliebt macht.“


















