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ARC, Rally Vipavska Dolina: Bericht
Fotos: Harald Illmer, privat, Marek Pleha

Lindner triumphiert bei traumhafter Rally Vipavska Dolina!

Hans Georg Lindner konnte seine Chance nützen und bei der charismatischen Rally Vipavska Dolina die Tabellenführung in ARC und ARCH 2WD übernehmen. In der ART2 übernahmen die Gebrüder Maier mit Platz zwei hinter Lukas Wilhelm die Führung. Hermann Gaßner und Natascha Vrga erklimmen als bestplatziertes Challenge-Team die Spitze in der ARCP Tabelle.

Bei der stark besetzten slowenischen Rally Vipavska Dolina, der einzigen Auslandsrallye der Austrian Rallye Challenge, konnte sich bei traumhaftem Wetter der slowenische Mehrfach-Champion Rok Turk gegen Landsmann Mark Skulj um wenige Sekunden durchsetzen - bestplatziertes Team der Challenge wurden der deutsche Routinier Hermann Gaßner und seine österreichische Copilotin Natascha Vrga im Toyota GR Yaris auf Gesamtrang 18, gefolgt von dem jungen Rallycross-Quereinsteiger Lukas Wilhelm und Christina Ettel im Opel Corsa Rally4 auf Platz 21 sowie Max und Ben Maier auf Peugeot 208 Rally4 auf Gesamtrang 25.

Einmal mehr begeisterte die Rallye mit ihrer unvergleichlichen Atmosphäre - schon bei der traditionellen Auftakt-Sonderprüfung am Freitagabend in der Stadt Ajdovscina feuerten zahlreiche Fans die Teams an. Am Samstag wurden neben anderen auch drei komplett neue Sonderprüfungen gefahren, die bei den Teams der Austrian Rallye Challenge gut ankamen: Selektive, zum Teil etwas schnellere Prüfungen und ein gewohnt rutschiger Belag bildeten die gewünschte fahrerische Herausforderung, welche die meisten der 14 angetretenen ARC-Teams mit Bravour meistern konnten. Elf der 14 Teams schafften es auf die Zielrampe.

ARC: Lindner siegt und erobert die Tabellenführung

In der für die Clubmeisterschaft relevanten Gruppe ARC (Klassen C1 bis C4) konnten sich diesmal zwei historische Teams durchsetzen. Den Sieg feierten Hans Georg Lindner und Hermelinde Schütter in ihrem Ford Escort RS1600 MkI 29,4 Sekunden vor Bernhard Hengl und Eric Mika Wendl auf einem Ford Escort RS2000 MkI.

Hans Georg Lindner zeigte sich hernach höchst erfreut: „Wir hatten nur am Beginn ein kleines Problem mit der Kupplung und ansonsten lief es für uns bestens. Berni (Hengl, Anmerkung) war am Beginn schneller als wir - er ist wirklich gut gefahren, sodass wir unseren Speed forcieren mussten. Die Rally Vipavska Dolina war wieder einmal eine extrem schöne Rallye mit gewaltig vielen Zuschauern und super anspruchsvollen Sonderprüfungen.“

Lindner übernimmt mit seinem Sieg nun die ARC-Tabellenführung mit 79,5 Punkten vor Gerolf Schuller mit 66, Jan Dolzer mit 52 (führt weiterhin bei den Junioren der ARC) und Christian Rosner mit 51 Punkten.

Bernhard Hengl zählt zu den großen Fans der Rally Vipavska Dolina - seine Rallye verlief jedoch nicht völlig problemlos: „Die Rallye war wieder sehr schön. Wir konnten am Beginn unseren Leistungsnachteil gegenüber dem Lindner-Escort ein paar Mal ausgleichen und ihn dort schlagen. Wir hatten aber auch ein paar technische Probleme. Bei der Getriebeaufhängung wurde eine Schraube locker, die gerade noch gehalten hat und auf den letzten drei Prüfungen hatten wir Temperaturprobleme. So gesehen können wir mit Platz zwei durchaus zufrieden sein.“

Auf Platz drei der ARC landeten Gerald Hopf und Richard Haberl in ihrem Opel Corsa D OPC, dem Cupauto des früheren Opel Corsa Rallye Cups.

Nicht ins Ziel kamen Richard Knapp und Claudia Böckl in ihrem Mitsubishi Lancer Evo III sowie Kurt Niederreiter und David Angerer in ihrem knallroten Ford Escort RS1600 MkI. Niederreiters Freund und Nachbar Hans Georg Lindner berichtet: „Auf dem Stadtrundkurs touchierte Kurt mit einem Strohballen, da konnten wir den Blechschaden gemeinsam reparieren. Am Samstag jedoch musste Kurt wegen einem Leck in der Ölleitung vorzeitig aufgeben.“

Lindner führt auch in der ARCH 2WD

Auch in der Auszugswertung der Historischen liegt Lindner in der ARCH 2WD mit 40,5 Punkten in Führung, gefolgt vom bisherigen Leader Christian Rosner mit 37 sowie Bernhard Hengl mit 17 Punkten. In der ARCH 4WD war kein Team in Slowenien am Start - in Führung weiterhin Alexander Strobl mit 20 Punkten vor Rene Kiehtreiber mit 17 Zählern.

ARCP: Gaßner siegt vor Steinbock und geht in Tabellenführung

Als wie erwähnt bestplatziertes Team der Challenge konnten Hermann Gaßner und Natascha Vrga im Toyota GR Yaris-Cupauto die ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge klar für sich entscheiden. Die österreichische Copilotin erzählt: „Wir hatten bis auf einen Reifenschaden keine Probleme. Die Rallye war wieder sehr schön, der Veranstalter gibt sich immer große Mühe mit den Sonderprüfungen, die Rallye ist wirklich sehr empfehlenswert.“

Gaßner/Vrga konnten mit ihrem Sieg mit 84 Punkten die Tabellenführung in der ARCP übernehmen und werden auch bei der nächsten ARC-Rallye, der ET König Murtal Rallye an den Start gehen - noch ist jedoch unklar, welches Auto der vielseitige Allrounder Hermann Gaßner für diesen Einsatz wählen wird. Den zweiten Tabellenrang der ARCP teilen sich Maximilian Lichtenegger und Christoph Zellhofer mit jeweils 70 Punkten. Alfons Nothdurfter konnte seinen Punktestand auf 54 Zähler vergrößern und liegt nun in der stark besetzten Kategorie auf dem vierten Tabellenrang.

Markus Steinbock und Harald Bachmayer belegten in ihrem 2016er Hyundai i20 R5 den zweiten Platz der ARCP. Doch Steinbock blickt mit gemischten Gefühlen zurück auf das Wochenende: „Wir konnten nicht jenen Speed fahren, den wir erwartet haben. Dabei kommen uns neue Prüfungen normalerweise entgegen. Wir haben auch stets die richtige Reifenwahl getroffen, doch wir haben einfach nicht richtig reingefunden. Wir müssen noch analysieren, wieso es diesmal nicht unsere Rallye war. Ansonsten sind wir zufrieden, das Auto hat keinen Kratzer. Wir wissen einfach, dass mehr möglich gewesen wäre.“ Bei der ET König Murtal Rallye will das Duo aber wieder „voll angreifen“.

Auf Platz drei landeten Eugen Friedl und Helmut Aigner im von Race Rent Austria eingesetzten Ford Fiesta Proto. Für Friedl, der zuletzt bis zum Ende des Vorjahres stets den eigenen Mitsubishi Evo pilotierte, war es erst der zweite Einsatz im noch ungewohnten Proto - bei der Premiere im Rahmen der Quattro River Rallye hatte man einen Ausfall zu beklagen. Friedl erklärt: „Deshalb war uns die Zielankunft so wichtig und darüber, dass uns das gelungen ist bin ich ganz besonders happy - daher haben wir auch auf der letzten SP nichts mehr riskiert. Gott sei Dank sind wir den Shakedown gefahren, wo wir einen Defekt im vorderen Differenzial hatten. Denn in der Rallye selbst lief der Proto dann völlig problemlos - da hat die Mannschaft von Race Rent Austria wieder ganze Arbeit geleistet. Die Rallye war erneut großartig mit einer wahnsinnig tollen Atmosphäre, die Strecken waren diesmal beinahe völlig anders. Wir werden auch im Murtal wieder den Proto pilotieren - wir denken diesmal sogar über ein Jahresprogramm nach.“

Auf Platz vier landete ein weiterer Ford Fiesta Proto - jener von Alfons Nothdurfter und Christian Roschker. Wie erwähnt konnte Nothdurfter so auf Platz vier der ARCP-Tabelle vorrücken.

Keine Zielankunft gab es für den ARCP Champion 2024, Reinhard Frühwald (Co Johannes Roseneder) im Mitsubishi Lancer Evo IX Proto, der schon am Samstagmorgen einen Technikdefekt zu beklagen hatte.

ART: Lukas Wilhelm siegt - Maier in Tabellenführung

In der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge waren diesmal nur zweiradangetriebene Fahrzeuge der ART2 am Start. In dieser Kategorie konnten der junge Lukas Wilhelm, der aus dem Rallycross-Sport quer eingestiegen ist, und seine erfahrene Copilotin Christina Ettel im von Waldherr Motor Sport eingesetzten Opel Corsa Rally4 einen klaren Sieg einfahren. Wilhelm zeigte sich naturgemäß zufrieden: „Es war unser erster Einsatz bei dieser Rallye und auch unser erster Einsatz in Slowenien. Die Prüfungen waren schon ziemlich rutschig, aber ich würde sagen erkenntlich rutschig - man weiß, an welchen Stellen es besonders rutschig sein wird. Das waren schon sehr coole Stages, muss ich sagen. Am Auto hat alles gepasst bis auf einmal, als wir einen Achsschenkelbruch hatten. Sonst lief es wirklich perfekt ab.“ Bei der ET König Murtal Rallye wird Lukas Wilhelm nicht an den Start gehen, da er am neuen elektrischen Opel Mokka GSE Rally Cup teilnehmen wird.

Rund eine halbe Minute hinter Wilhelm/Ettel belegten Max und Ben Maier im teameigenen Peugeot 208 Rally4 den zweiten Platz der ART2. Die Umstellung vom Serien-Fiesta auf den Rally4-Boliden läuft für Maier immer besser - zweimal konnte er auch Wilhelm im direkten Kampf schlagen. Maier: „Wir konnten unseren Speed immer mehr steigern - die Rallye hat für uns gut funktioniert und die neuen Sonderprüfungen waren um einiges schneller. Und natürlich war der Belag wieder sehr rutschig - ganz anders, als wir es von unseren Rallyes her kennen.“

Das noch junge Kellner & Maier Racing Team hat bei der Rally Vipavska Dolina gleich vier Autos eingesetzt respektive betreut: „Der Einsatz hat gut funktioniert, wir hatten keine Schäden. Wir fangen ja in der Rally4 quasi bei Null an und müssen uns erst Erfahrungswerte zulegen. Wir haben unterschiedliche Setups ausprobiert und dann die Daten untereinander getauscht, sodass wir möglichst gute Basiswerte ansammeln konnten. Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass wir künftig noch mehr Autos einsetzen können.“

Auf Platz drei der ART2 landete dann auch ein weiterer Fahrer des Kellner & Maier Racing Teams: der bereits erfahrene Thomas Regner und seine Copilotin Nadine Kellner auf einem weiteren Peugeot 208 Rally4. Auf Platz vier konnten Martin Attwenger und Angelika Letz auf einem Opel Corsa Rally4 die Rallye beenden.

Der Tabellenstand in der ART2 könnte kaum spannender sein. Denn Max und Ben Maier haben mit ihrem zweiten Platz mit 62 Punkten die Tabellenführung übernommen, Lukas Wilhelm und Christine Ettel liegen mit 60,5 Zählern knapp dahinter, gefolgt vom bisherigen Tabellenleader Marcel Neulinger mit 60 Zählern.

Hopf startet bei seiner Rallye als ART1-Leader

In der ART1 für moderne Allradfahrzeuge blieb der Stand unverändert. Peter Hopf startet bei der von ihm veranstalteten ET König Murtal Rallye (12. & 13. Juni), dem nächsten Lauf zur Austrian Rallye Challenge als ART1-Tabellenleader mit 59 Punkten auf dem Konto, gefolgt von Daniel Mayer mit 40,5 sowie Manfred Stohl mit 39 Punkten.

Bei der ET König Murtal Rallye, dem vierten Lauf zur Austrian Rallye Challenge werden die ARC-Teams wieder am zweiten Rallyetag starten - sie können aber wieder wie immer bei kombinierten ORM/ARC-Rallyes beide Meisterschaften bestreiten oder den ersten Tag als Test respektive zum „Warmfahren“ nützen. Die Veranstalter rund um Peter Hopf versprechen einige Neuheiten bei dieser Rallye. Die Tabellenstände der Austrian Rallye Challenge versprechen zusätzliche Spannung.

Aktuelle ARC Wertung 2026:
www.rallye-challenge.at/site/wertung.html

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