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Der Name Senna kehrt in die Formel 1 zurück

Bruno Senna, der Neffe des unvergessenen Ayrton, wurde vom neuen Campos Formel 1-Team offiziell als Einsatzfahrer für 2010 bestätigt.

Am Dienstagabend wurde Bruno Senna als erster Pilot des Campos-Teams im Technologiepark Fuente Alamo nahe der spanischen Provinzhauptstadt Murcia offiziell vorgestellt. Bereits am Montag besuchte Senna die Dallara-Fabrik in Italien zu einer ersten Sitzprobe, am heutigen Mittwoch absolviert der 26-Jährige die notwendigen medizinischen Checks.

Die Ziele des Brasilianers mit dem so prominenten Nachnamen sind für seine erste Formel-1-Saison 2010 durchaus hochgesteckt: "Ich möchte für diese neue Mannschaft Punkte holen und es zum besten Rookie-Team machen", erklärte Senna im Rahmen der Veranstaltung.

Der Neffe des 1994 in Imola verstorbenen dreifachen Formel-1-Weltmeisters Ayrton Senna hat dabei eine große persönliche Aufgabe vor sich. In vielerlei Hinsicht, dessen ist er sich bewusst. "Ich hoffe, dass mich die Leute irgendwann als Bruno in Erinnerung haben werden, und nicht wegen des Namens meines Onkels. Aber ich habe gelernt, damit zu leben und natürlich war dies vor allem zu Beginn meiner Karriere von Vorteil, um Sponsoren zu finden und Beziehungen aufzubauen."

Ein sichtlich zufriedener Adrian Campos bestätigte: "Sennas Vertrag geht über zwei Jahre. Er wird also 2010 und 2011 bei uns fahren." Die Vorfreude auf die Formel 1 ist beim 49-Jährigen groß: "Die Präsentation des ersten Piloten ist, als würde ein Fahrer sein erstes Rennen gewinnen. Es ist ein unvergesslicher Moment, den wir immer in Erinnerung behalten werden."

Maldonado im zweiten Auto?

Das Senna-Engagement war für Campos auch eine Angelegenheit, die mit einigen Emotionen verbunden war, wie der Teamchef versicherte. "Ich möchte darauf hinweisen, wie schwer es für ihn gewesen sein muss, seine Karriere überhaupt anzufangen. Ich war ein persönlicher Freund seines Onkels. Ich bin noch gegen ihn gefahren, er besaß ein außergewöhnliches Talent."

Für den Spätstarter Bruno Senna sei es "nicht leicht" gewesen, "eine Karriere in nur fünf Jahren auf die Beine zu stellen. Er war Gesamtzweiter in der GP2-Serie, was nicht jedermann von sich behaupten kann. Heute kommen Piloten, die 1.200 oder 1.300 Rennen gefahren sind. Wenn Bruno 200 Rennen bestritten hat, dann ist das viel. Ich wollte ihn schon vor ein paar Jahren für mein GP2-Team. Ich glaube, dass das Beste von Bruno Senna noch vor uns liegt."

Nachdem die Personalie Senna also festgezurrt wurde, bleibt die Frage nach dem Teamkollegen. Campos: "Ich persönlich hätte sehr gerne Pedro de la Rosa, aber in Spanien und bei den spanischen Sponsoren herrscht Flaute. Es gibt Optionen und Russland und Venezuela, aber alles hängt vom Sponsoring ab."

Gemeint ist natürlich in erster Linie Pastor Maldonado, der sich möglicherweise in die Favoritenrolle von Campos-Cockpit Nummer zwei gebracht hat. Maldonado fuhr 2009 in der GP2-Serie und war dort der ART-Teamkollege von Nico Hülkenberg. Auch der Russe Vitaly Petrov scheint noch Außenseiterchancen zu besitzen.

Nur: "Rein geschäftlich gesehen, ist unser Charakter klar lateinamerikanisch", so Campos. "Unser logischer Markt ist Lateinamerika und da war Brasilien natürlich in Sachen Sponsoren extrem wichtig. Alles war für eine Kombination Bruno/Campos bereitet." Auch Murcia, die etwa 400.000 Einwohner zählende Provinzhauptstadt im Südosten Spaniens, zählt zu den Sponsoren des Teams von Adrian Campos.

In der Region soll eine Menge passieren: "Unsere Idee ist es, im Technologie-Park Fuente Alamo ein spanisches Maranello zu schaffen. Um dies umzusetzen, siedeln wir dort das GP3-Team und eine Flugschule an, dazu einige Hersteller aus der Region Murcia." Campos rechnet damit, dass "etwa 200 Jobs neu geschaffen werden, darunter 70 Prozent mit Hochschulabschluss." An den Universitäten von Murcia und Cartagena laufen bereits erste Rekrutierungsmaßnahmen, sein Ziel sind mittelfristig 400 Arbeitsplätze "vor allem aus der Region."

Und natürlich eine eigene Testrecke. "Die Idee ist es, dass die Strecke im kommenden Jahr fertig gestellt sein soll und viele Teams hierher zum Testen kommen. Das würde bis zu 3.000 Leute anziehen, die zum Beispiel auch übernachten und essen müssen. Wenn man also in Zukunft den Namen Formel 1 in den Mund nimmt, dann wird Murcia Erwähnung finden und das, wie ich hoffe, mit einem atemberaubenden Tempo."

Letzteres wird auch im Winter benötigt, wenn das neue Auto mit Dallara-Chassis und Cosworth-Motor auf die Strecke gehen muss. Campos bleibt optimistisch: "Cosworth macht einen großartigen Job. Sie können durchaus überraschen. Anhand der Vergleichstests, die sie alle zwei Wochen durchführen, sind wir bei der Musik. Und wie wir alle wissen, kann man in der Formel 1 erst im Februar testen. In der ersten Woche in Valencia, in der zweiten und dritten in Jerez und in der vierten Woche in Barcelona."

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