MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

FIA war längst informiert

Laut Nelson Piquet senior wurde die FIA schon beim Saisonfinale 2008 über die Manipulation beim GP von Singapur informiert.

Es ist zwar positiv, dass die "Crashgate"-Affäre von Singapur mit einem Jahr Verspätung doch noch ans Licht gekommen ist, aber immer mehr Indizien deuten darauf hin, dass wichtige Entscheidungsträger schon lange von der Manipulation des Nachtrennens durch das Renault-Team, das Fernando Alonso mit einer künstlich herbeigeführten Safety-Car-Phase zum Sieg verholfen hat, wussten.

Bernie Ecclestone, eines der 26 Mitglieder des FIA-Motorsport-Weltrats, der nächste Woche im Fall Renault entscheiden wird, gibt offen zu, dass er schon im Mai erstmals darauf angesprochen wurde. Nun behauptet Nelson Piquet sen. aber, dass FIA-Rennleiter Charlie Whiting sogar schon beim Saisonfinale in Brasilien 2008 von ihm informiert wurde! Dies geht aus einem offiziellen Untersuchungsprotokoll hervor, das auszugsweise vom Daily Mirror veröffentlicht wurde.

"Als das in Singapur passiert ist, konnte ich es nicht glauben", wird Piquet sen. zitiert. "Ich bin schon mein Leben lang im Motorsport und konnte es nicht glauben. Also habe ich Nelson angerufen und er sagte mir, sie hätten ihn gebeten, bei diesem und jenem zu helfen. Ich sagte: 'Okay, aber du hättest dich verletzen können - und wenn nicht dich selbst, dann jemand anderen!' Und er sagt: 'Ja, ich weiß, dass es falsch ist.'"

"Jedenfalls habe ich in Brasilien mit Charlie gesprochen. Ich sagte ihm: 'Was kann Nelson passieren, wenn ich das aufdecke?' Ich war schließlich besorgt darüber, Nelsons Karriere zu ruinieren", so Piquet sen. Von jener Unterhaltung mit Whiting dauerte es mehr als acht Monate (!), bis seitens der FIA eine Untersuchung des Rennens in Auftrag gegeben wurde. Diese brachte erdrückende Beweise hervor, die Renault gar nicht erst anfechten will.

FIA-Präsident Max Mosley hat am vergangenen Wochenende in Monza erklärt, dass es von Anfang an Spekulationen über ein "Crashgate" gegeben habe, aber keine handfesten Beweise. Die lange Verzögerung ist so zu erklären, dass Piquet jun. seine Erklärung unter Eid erst im Juli abgegeben hat. Aus dieser ging hervor, dass er in Singapur 2008 von Pat Symonds und Flavio Briatore gebeten wurde, absichtlich einen Unfall zu produzieren.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Max Verstappen steckt bei Red Bull in der Krise, während Mercedes die Formel 1 nach Belieben dominiert - Experte Jolyon Palmer sieht einen Wechsel nahen

FIA-Meeting am Donnerstag

Welche Optionen hat die Formel 1?

Am Donnerstag trifft sich die Formel-1-Elite, um über die neuen Regeln zu reden: Doch was kann überhaupt kurzfristig verändert werden?

F1-Academy-Meisterin Doriane Pin hofft auf einen Formel-1-Test mit Mercedes - Laut eigener Aussage gibt es auch schon "die Idee" für eine private Testfahrt

Nürburgring-Langstrecken-Serie

Verstappen gewinnt - und wird disqualifiziert

Max Verstappen feiert am Nürburgring einen dominanten Sieg - doch Stunden später wird er disqualifiziert: Ein Teamfehler sorgt für das bittere Ende