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Grand Prix der Türkei steht vor dem Aus

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone möchte ab 2011 mehr Geld für das Rennen in Istanbul; für den Grand Prix wäre staatliche Hilfe vonnöten.

Eine Erfolgsgeschichte war das Formel-1-Rennen in Türkei bisher nicht. Die Strecke erfreut sich bei Fahrern und Teams großer Beliebtheit, doch kommerziell waren die Gastspiele vor allem zuletzt desaströs. So deckte man in diesem Jahr Teile der Tribünen mit Planen ab, damit die leeren Ränge bei den Übertragungen nicht sofort auszumachen waren.

Zwar steht das Rennen in Istanbul für 2010 noch im Kalender, doch das Aus könnte danach schneller kommen als erwartet. Wie die türkische Milliyet berichtet, hat Formel-1-Chef Bernie Ecclestone die Gebühren für das Rennen verdoppelt. In der Türkei müsste man ab 2011 bis zu 26 Millionen US-Dollar für den Grand Prix auf den Tisch blättern – bisher sind es 13,5 Millionen.

Die neuen Vertragsbedingungen wurden dem zuständigen Minister für Bauwesen und Besiedlung, Faruk Nafiz Özak, vorgelegt. Bis Ende Dezember soll bereits eine Entscheidung übermittelt werden. Das türkische Formel-1-Rennen lebt von der staatlichen Unterstützung. Ohne diese Gelder wäre das Rennen nicht durchführbar.

Ministerpräsident Erdogan entscheidet

Ecclestone berufe sich bei der Erhöhung der Zahlungen auf andere Nationen, die in ähnlichen Regionen Angebote unterbreitet haben. So habe Indien 30 Millionen US-Dollar (fast 21 Millionen Euro) für ein Formel-1-Rennen geboten. In der Türkei wollte man das in einer ersten Reaktion nicht so einfach akzeptieren.

"In Ländern wie Frankreich oder Deutschland verlangt der Formel-1-Chef nur zwischen eineinhalb und vier Millionen Dollar", wird eine anonym bleibende Quelle von Milliyet zitiert. Mit aller Gewalt wird man in der Türkei nicht an der Formel 1 festhalten, zumal die Turkish Motorcycle Federation (TMF) Lobbyarbeit betreibt, um die Superbike-WM in die Türkei zu bringen und die Motorrad-WM zurückzuholen.

Bis Ende des Jahres wird im Falle der Formel 1 aber eine Entscheidung fallen. Die ausgearbeiteten Pläne werden dem türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vorgelegt.

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