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WTCC vor dem Kollaps?

Drift im Minenfeld

Titelverteidiger Seat kritisiert in offenem Brief die Regelanpassungen der jüngsten Zeit - Theissen: BMW schaut sich nach Alternativen um.

Die nächsten Rennen gehen am 31. Mai in Valencia über die Bühne, und hinter den Kulissen fliegen im Vorfeld die Fetzen. Die ständige Balance zwischen den unterschiedlichen Konzepten und Antriebsformen sorgt in der Tourenwagen-WM seit Jahren für Zündstoff. Brennt jetzt die Lunte?

Für die beiden Rennen auf dem französischen Stadtkurs in Pau wurde ja den TDI-Autos der Ladedruck auf strenge 2,5 bar beschränkt.

Das bedeutet, dass die bislang eingerechnete Toleranz von 0,4 bar gestrichen worden ist. Das kostete laut Werk über 30 PS, die Auswirkungen waren recht deutlich zu sehen.

Die nächsten Läufe in Valencia, beim Heimspiel von Seat, sehen den Ladedruck wieder bei fixen 2,7 bar. Die entsprechende Ankündigung kam laut Seat nur eine Woche vor den Rennen, auch mit dieser kurzen Vorbereitungszeit sind die Spanier unglücklich und machen dies in einem offenen Statement kund.

Zieht sich BMW zurück?

Während Seat sich gleichzeitig zur WTCC bekennt, ist das bei BMW schon nicht mehr so sicher. In der britischen Zeitschrift Autosport macht BMW-Sportchef Dr. Mario Theissen deutlich, dass er die momentane reglementäre Instabilität in der WTCC nicht für dauerhaft tragbar hält.

Unzufrieden ist er nicht so sehr mit Seat als mit der FIA selbst, und der Handhabung des Regelwerks durch die Offiziellen. Wegen Überschreiten des Drehzehllimits verloren im Qualifying in Pau neun Fahrer ihre schnellsten Zeiten; in den Rennen kam "over-revving" auch vor, zog jedoch keine Konsequenzen nach sich.

Es habe zuviele unausgegorene Entscheidungen gegeben, kritisiert Theissen, und er reglementäre Rahmen sei zu oft und zu kurzfristig geändert worden. Dazu komme eine schlechte Kommunikation und Erläuterung dieser Entscheidungen.

Deshalb der Warnschuss vor den Bug der FIA: die Bayern schauen sich in anderen Kategorien um, das werksseitige Aussetzen sei ebenfalls eine Alternative.

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