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Das Ergebnis war Nebensache

Nach einem tödlichen Unfall auf der Nordschleife gibt es jetzt auch wieder Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der Traditionsstrecke.

Gottseidank nicht "alle Jahre wieder" – der letzte Unfall mit tödlichem Ausgang im Rahmen der VLN-Rennen lag neun Jahre zurück; aber die Diskussionen um die größte permanente Rennstrecke der Welt haben wieder begonnen.

Die dritte Runde der VLN 2010 galt als Probelauf für das 24-Stunden-Rennen Mitte Mai. 204 Teams, darunter beispielsweise die kompletten Werksmannschaften von BMW und Lexus, gingen an den Start zum 52. ADAC ACAS H&R-Cup. Es wäre ein fast perfektes Rennwochenende gewesen - bis zu dem tragischen Unfall, bei dem der 43jährige Leo Löwenstein ums Leben kam.

Das Unglück ereignete sich in der 22. Runde des auf vier Stunden angesetzten Rennens im Streckenabschnitt Bergwerk. Dort ist 1976 Niki Lauda schwer verunglückt.

Löwenstein, ein Routinier auf der Nordschleife, wollte mit seinem Aston Martin eine Lücke zwischen zwei Fahrzeugen ausnützen. Nach einer Berührung stieg sein Fahrzeug auf und schlug hart in die rechte Leitschiene ein. Der neu angebrachte FIA-Sicherheitszaun wurde vom sich überschlagenden Auto auf rund 80 Metern Länge umgerissen.

Das Fahrzeug fing Feuer, unbestätigten Berichten zufolge dürfte durch die Wucht des Aufpralles eine Ölleitung gerissen sein. Der Hersteller hat bereits eine Untersuchung des Unfallherganges angekündigt; man will wissen, weshalb der Aston Martin Vantage – der ja ein einigen Exemplaren rennmäßig eingesetzt wird – Feuer gefangen hat. Eine Aussendung seitens des Werkes soll bald erfolgen.

Die Rettungsmaßnahmen wurden umgehend eingeleitet, kamen aber zu spät; Löwenstein, der sich nicht selbstständig aus dem Wrack befreien konnte, erlag laut Bekanntgage der Offiziellen einer Rauchgasvergiftung.

Der Niederösterreicher Gerald Fischer, der an der Unfallstelle vorbeifuhr, berichtete von einem "völlig zerlegten" Fahrzeug, das auf dem Dach liegend brannte. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen und nicht mehr neu gestartet.

Das Ergebnis geriet unter diesen Umständen zur Nebensache. Löwensteins Auto wurde, weil das Ergebnis aus der letzten vollständig absolvierten Runde vor dem Rennabbruch herangezogen wird, noch auf Platz 61 gewertet.

Trauriger Sieg für Porsche

Wolf Henzler und Chris Mamerow werden sich über ihren Sieg ebenso wenig freuen können wie die Werks-BMW-Teams Jörg Müller/Augusto Farfus/Pedro Lamy und Dirk Werner/Dirk Müller/Andy Priaulx/Dirk Adorf über die Plätze 2 und 3. Die Audi R8 LMS von Phoenix Racing und Abt Sportsline wurden wegen einiger Reifenschäden vorzeitig aus dem Rennen genommen.

Die Frage, ob die 1927 erstmals befahrene Nordschleife heute noch zeitgemäß ist, werden in den deutschen Medien bereits wieder aufgeworfen. Dabei ist die Zeit dort keineswegs stehengeblieben; nach diversen baulichen Maßnahmen ist der Kurs derzeit sogar wieder für Fahrzeuge der Klasse FIA-GT1 homologiert.

Österreichische Starter

Der Vollständigkeit halber ein paar Worte zu den ÖsterreicherInnen, die die lange Anreise für die VLN-Rennen auf sich nehmen: Der bestplatzierte der kleinen Gruppe war diesmal Mark Porsche auf Position 38 mit dem Cup-997er.

Die Tirolerin Daniela Schmid startete mit dem Ford Focus RS der FH Köln von der Pole Position ihter Klasse SP4T: "Durch eine gute Teamarbeit konnten wir den Vorsprung in der Klasse ausbauen und uns im Gesamtklassement nach vorne arbeiten." – Bei Rennabbruch lagen Schmid/Wassertheurer/Schlesack auf dem 62. Gesamtrang.

Erich Trinkl war in der Klasse V4 der Serienautos bis 2,5l Hubraum mit einem BMW 325 unterwegs und notierte Rang 96. In derselben Klasse startete Medilikke Motorsport mit dem Fahrertrio Hollerweger/Lipp/Fischer. Man kam am 101. Gesamtplatz ins Ziel, das bedeutete Platz 8 in der Klasse. Die Crew aus Mödling wird auch bei den 24 Stunden am 15./16. Mai am Start sein.

Bernhard Wagner im Peugeot 206 erreichte Rang 139; Richard Purtscher/Kurt Fournier/Konrad Fuchsberger sind 158. von 160 gewerteten Teams. Die VLN hat jetzt "Sommerpause" bis zum 12. Juni.

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