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Hypercar-Debüt 2027 Ford wird ab 2027 in der Hypercar-Klasse der Langstrecken-WM fahren
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Hypercar-Debüt 2027: Warum sich Ford für WEC statt IMSA entschieden hat

Ford wird 2027 mit einem LMDh-Boliden in der Langstrecken-WM antreten, nicht in der amerikanischen IMSA-Serie: Ford-Sportchef Mark Rushbrook erklärt die Gründe

Ford wird in der Saison 2027 mit seinem brandneuen LMDh-Boliden das Debüt in der Hypercar-Klasse feiern - allerdings nicht in der amerikanischen IMSA-Serie, sondern in der Langstrecken-WM (WEC). Eine Entscheidung, die für einen amerikanischen Hersteller zunächst eher ungewöhnlich erscheint.

"Ja, wir sind ein US-Unternehmen mit Sitz in den USA, aber wir sind ein globales Unternehmen mit vielen Märkten, die für uns wichtig sind", spricht Ford-Sportchef Mark Rushbrook im exklusiven Interview mit Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, über die Gründe dafür.

"Wenn wir uns ansehen, wo wir in verschiedenen Serien antreten - und dabei speziell auf den Sportwagensektor blicken -, dann haben wir unser GT3-Programm, das wir sehr schätzen: Wir können in der IMSA als Werksteam starten und weltweit mit Kundenteams fahren, auch in der WEC."

"Allerdings können wir mit dem Mustang GT3 in der WEC nicht als Werksteam antreten", erinnert der US-Amerikaner an die Vorgaben der Langstrecken-WM, in der die LMGT3-Klasse als kundenorientierte Kategorie konzipiert wurde und einen Werkseinsatz deshalb nicht zulässt.

"Betrachtet man unser aktuelles Programm, das sich auf den Mustang GT3 beschränkt, so fahren wir mit diesem Modell bereits als Werksteam in der IMSA, also auf unserem Heimatmarkt." In der WEC ist dagegen das Proton-Kundenteam für den Einsatz des Mustang verantwortlich.

"Wir arbeiten sehr gerne mit Proton und deren Programm hier zusammen, aber ein wesentlicher Aspekt des Interesses an der Hypercar-Klasse der WEC ist die Möglichkeit, dort als Werksteam anzutreten - insbesondere bei den 24 Stunden von Le Mans."

Werkseinsatz in Le Mans als entscheidender Faktor

"Viele werden daraus schließen, dass die WEC wichtiger sei als die IMSA", meint Rushbrook. "Das sehe ich nicht so. Da der Mustang - ein amerikanischer Sportwagen - in der IMSA bereits erfolgreich als Werksfahrzeug eingesetzt wird, halte ich die Kombination aus Kundeneinsätzen des Mustang hier und einem Werkseinsatz in der Hypercar-Klasse für eine hervorragende Lösung."

"Zudem zeigt ein Blick auf unsere Aktivitäten in der IMSA, dass wir dort sowohl zwei Mustang GT3 als Werkswagen als auch zwei weitere als Kundenfahrzeuge am Start hatten."

Heißt im Klartext: Ford ist in Amerika bereits ausreichend präsent - vor allem dann, wenn man die GT4-Klasse und die Mustang Challenge als Markenpokal mitrechnet. "An diesen IMSA-Rennwochenenden haben wir also bereits eine massive Ford-Präsenz, nicht wahr?"

"Ich kann das im Kopf gar nicht genau ausrechnen", sagt der Ford-Sportchef mit einem leichten Grinsen. "Das sind 32 Mustangs, die in drei verschiedenen Rennen fahren. Wir haben dort also schon eine großartige Ford-Präsenz." Deshalb fiel die Entscheidung, sich mit dem LMDh-Boliden vorerst exklusiv auf die WEC zu fokussieren.

Ford setzt beim WEC-Einstieg 2027 auf Eigenständigkeit

Der Renneinsatz wird dort als Werksteam erfolgen, obwohl Ford offenbar mit mehreren Teams in Kontakt war. "Ich glaube nicht, dass wir alle Teams auflisten wollen, mit denen wir gesprochen haben, aber das war eine verantwortungsbewusste Vorgehensweise", so Rushbrook.

"Wir konnten nicht einfach im Alleingang die Entscheidung treffen, dass wir es auf eigene Faust machen", ergänzt der US-Amerikaner. "Wir mussten sehen, welche Optionen es alle gibt. Um ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern: Dazu gehörten Teams aus ganz Europa sowie aus den Vereinigten Staaten."

"Aber wir hatten das Gefühl, dass es für uns bei der Mission, auf der wir uns jetzt mit Ford Racing befinden - nämlich immer mehr intern zu machen, damit wir davon profitieren, dass unsere Ingenieure durch die direkte Arbeit am Programm lernen -, dass es uns als Unternahmen helfen würde, je mehr wir im eigenen Haus machen, insbesondere für das Hypercar-Programm."

Ford-Engagement in der IMSA ist "eine Option"

Rushbrook schließt allerdings nicht aus, dass Ford den LMDh-Boliden eines Tages auch in der IMSA einsetzen wird. "Natürlich ist das eine Option", sagt der Ford-Sportchef, auch wenn der Fokus aktuell nicht auf einem Einstieg in die amerikanische Meisterschaft liegt.

"Zum jetzigen Zeitpunkt, bei allem, was wir dort mit Mustangs machen, weltweit mit Mustangs, konzentrieren wir uns darauf, das Hypercar für das nächste Jahr zu homologieren und rennfertig zu machen. Und wenn es Sinn macht, es in die IMSA zu bringen, dann haben wir diese Option in der Zukunft."

Das Hypercar-Programm ist jedenfalls langfristig ausgelegt, betont Rushbrook. "Wir wollen nicht einfach nur in verschiedene Rennserien ein- und aussteigen. Wir wollen unsere Renneinsätze mit unseren Produkten verknüpfen, sicherstellen, dass wir Innovationen und Technologietransfer haben, und für die Fangemeinde da sein."

"Das war die eine traurige Sache beim GTE-Programm: Es dauerte nur vier Jahre und führte zu nichts Direktem. Und Fans mögen das nicht, richtig?", erinnert der Ford-Sportchef an das kurze Gastspiel mit dem GT. "Sie kommen gerne jedes Jahr, feuern das gleiche Team oder Auto an, und deshalb wollen wir langfristig dabei sein."

Motorsport-Total.com

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