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Formel 1: News

Gibt es diesen Datenaustausch wirklich?

Laut der Bild-Zeitung sollen Mercedes, McLaren und Ferrari ihre Spionage-Daten austauschen, um das Geheimnis des überlegenen RB6 zu lüften…

Michael Noir Trawniczek
Foto: Red Bull Racing

„Das gab’s noch nie!“, schreibt die Bild-Zeitung. Weil der RB6 von Red Bull Racing derart überlegen ist, würden die drei Topteams Mercedes, McLaren und Ferrari nun gemeinsame Sache machen…

Konkret heißt es in dem Artikel, die drei Teams würden „ihre Spionage-Daten austauschen“. Die Behauptung wird mit einem Zitat von Ross Brawn untermauert, welches jedoch in keiner Weise eine Bestätigung dafür ist, dass die drei Teams Daten austauschen würden. Brawn wird mit den Worten zitiert: „Red Bull ist in einigen Bereichen andere Wege gegangen. Unsere Leute schauen sich das genau an.“

Es ist bekannt, dass die großen Formel 1-Teams eigene Fotografen engagieren, welche Detailaufnahmen der Konkurrenzfahrzeuge anfertigen. Es ist auch bekannt, dass auch freie Fotografen, wenn ihnen eine Detailaufnahme gelingt, diese Bilder teuer an die großen Teams verkaufen können. Der Autor des Bild-Artikels könnte aus der Fotografen-Szene einen Hinweis erhalten haben – nur: Auch Fotografen haben mitunter sehr viel Fantasie…

Sollte die Behauptung tatsächlich der Wahrheit entsprechen, sollten also Mercedes, McLaren und Ferrari tatsächlich ihre Spionagefotos austauschen, um das „Geheimnis des RB6 zu lüften“ (gleich zu Saisonbeginn gab es den Verdacht, RBR würde eine aktive Radaufhängung verwenden, doch der RB6 wurde von der FIA genau kontrolliert, ein solches System wurde nie gefunden), wäre das nichts anderes als ein Armutszeugnis dreier eigentlich sehr stolzer Marken.

Größtmögliches Kompliment für das Newey-Team

Es wäre ein Eingeständnis der eigenen Hilflosigkeit und würde den RB6 damit auf eine Stufe mit „Wunderautos“ wie dem ersten Flügelauto Lotus 78 bzw. Lotus 79 oder dem berühmten „Staubsauger-Brabham“ stellen. Ein größeres Kompliment könnte man Red Bull Racing respektive Adrian Newey und seinem Team eigentlich gar nicht machen…

Ob es hinsichtlich des Wettbewerbs der Konstrukteure vertretbar ist, wenn drei Teams zusammenarbeiten, um der Überlegenheit eines Konkurrenzfahrzeugs auf die Schliche zu kommen? Mit dieser Frage müsste sich dann wohl die Sportbehörde FIA herumschlagen.

Natürlich – all das trifft nur dann zu, wenn diese Behauptung tatsächlich stimmen sollte. Und man kann davon ausgehen, dass keines der drei Teams öffentlich zugeben würde, dass es einen solchen Geheimpakt gibt.

Die alte Geschichte: Wurde eine Behauptung, so gewagt sie auch ist, in den öffentlichen Raum gestellt, wird sie von einem gewissen Prozentsatz der LeserInnen geglaubt – jetzt liegt es wohl an den drei Rennställen, diesen Vorwurf glaubwürdig zu entkräften…

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