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Formel 1: News

„Kritik wirkt sich auf Dauer negativ aus“

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery setzen die Kritiken in Bezug auf den wenig haltbaren Reifen zu. Er wünscht sich weniger Abhängigkeit von den Teams.

Die Berichterstattung über Pirelli war in den vergangenen Wochen alles andere als positiv. Zuerst gab es Kritik wegen der wenig haltbaren Reifen, dann sorgte die Affäre um den umstrittenen Reifentest mit Mercedes für Aufregung. Motorsportchef Paul Hembery blieb am Kanada-Wochenende sogar der offiziellen FIA-Pressekonferenz fern - laut Angaben einer Pirelli-Sprecherin auf Anraten der Rechtsanwälte, da man in einer Woche beim Internationalen Tribunal der FIA in der Testcausa Rede und Antwort stehen muss.

Hembery ist mit der aktuellen Situation jedenfalls unglücklich: Einerseits regen sich die Teams über die haltbaren Reifen auf, andererseits gibt es kaum Möglichkeiten, für die kommende Saison, wo durch die Turbomotoren andere Anforderungen gelten, repräsentative Reifentests durchzuführen. "Wir wurden so ziemlich in allen unseren Möglichkeiten eingeschränkt", klagt der Brite gegenüber 'Autosport'.

Negative Presse setzt Pirelli zu

Für die Zukunft fordert er Änderungen, sollte der Vertrag mit Pirelli als Formel-1-Reifenausrüster über diese Saison hinaus verlängert werden. "Es ist sehr hart, wenn man kritisiert wird", klagt er. "Man weiß, dass man die Dinge ändern kann, hat aber keine Erlaubnis dazu. Das ist etwas, was wir nicht noch einmal durchmachen wollen. Aus unserer Sicht ist es einfach nicht fair. Wir sind hier, um dem Sport zu helfen. Wir wollen sicherstellen, dass jedes Team die gleiche Unterstützung und das gleiche Produkt erhält. Außerdem wollen wir den Fans das bieten, worum wir gebeten wurden."

Die negative Presse setzt ihm zu: "Wir gewinnen zwar jedes Rennen, aber im Unterschied zu allen anderen ist es uns egal, wer gewinnt. Wir kümmern uns aber darum, was gesagt wird. Wir hören und lesen ständig die Kommentare, und damit rechnet man sicher nicht in einem Sport, wo man als Partner fungiert."

Was Hembery besonders wurmt: Pirelli muss den Teams in Kürze Daten über die Pneus für die kommende Saison liefern, dabei warten die Italiener nach wie vor auf einen Vertrag für 2014 und besitzen nur begrenzte Testdaten. Statt gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, prägt nun der Streit zwischen den Teams das Stimmungsbild im Fahrerlager - und Pirelli dient in diesem Interessenskonflikt als Spielball.

Hembery beschwert sich über Einfluss der Teams

Eine Testlösung muss aber laut Hembery dringend gefunden werden: "Wir wissen nach wie vor nicht alle Details über die nächstjährigen Autos, wir haben zwar ein paar Indikatoren in Hinblick auf den Antriebsstrang, aber wir werden bis Februar 2014 keine Möglichkeit haben, mit einem neuen Auto zu testen."

Pirelli würde gerne einen neuen Hinterreifen einsetzen, um das Problem der Delaminierungen endlich aus dem Weg zu schaffen, schließlich wirkt sich der Anblick eines kaputten Reifens ohne Lauffläche negativ auf das Image des Reifenherstellers aus. Doch dazu müssen alle Teams zustimmen - in Silverstone wurde die Einführung dadurch verhindert.

Hembery sieht diese Situation als hinderlich und wünscht sich, dass die Teams weniger Einfluss haben. "Wir erhalten von der FIA die volle Unterstützung, und Charlie Whiting ist fantastisch. Wir haben eine großartige Zusammenarbeit, aber bei unserer Herangehensweise sollten wir uns nicht zu sehr auf die Teams verlassen müssen. Die FIA sollte das gemeinsam mit uns entscheiden, so wie es in den meisten anderen Meisterschaften der Fall ist, wo wir teilnehmen."

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