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Surtees fordert klare Formelsportstruktur

Ex-Formel-1-Weltmeister John Surtees fordert klare Strukturen im Formelsport, gute Leistungen sollen mit Karriereförderung belohnt werden.

Die etwas unübersichtliche Situation im Formelsport – mit GP2 und GP3, diversen Formel-3-Meisterschaften, den World Series by Renault, der AutoGP und vielen anderen Serien – ist auch nach dem Ende der kurzfristig wiederbelebten Formel 2 manchem Beobachter der Szene ein Dorn im Auge. So hatte im Oktober Max Mosley, ehemaliger Präsident des Automobilweltverbands FIA, die Tatsache, dass er in diesem Bereich keine Ordnung geschaffen habe, als das vielleicht größte Versagen seiner Präsidentschaft bezeichnet.

Auch John Surtees appelliert an die Verantwortlichen, das "Formelchaos" aufzuräumen. "Wir benötigen eine Struktur, die Erfolg mit Fortschritten in der Karriere belohnt", fordert der 78jährige im Rahmen der Autosport-Show in Birmingham. "Wo sonst wird der Titelgewinn in einer Serie damit belohnt, dass dir ein Team in der nächsthöheren Klasse sagt, dass du 550.000 Pfund [ca. 660.000 Euro, Anm.] für die Saison mitbringen musst? Das ist schrecklich", beurteilt der Brite die aktuelle Situation.

Nicht nur der finanzielle Aspekt stört den Formel-1-Weltmeister von 1964; durch die vielen verschiedenen Klassen sei es schwierig, die Leistungen der Nachwuchsfahrer objektiv einzuschätzen. Zudem gebe es keinen klar vorgezeichneten Weg in Richtung Formel 1. "Wir brauchen eine festgelegte Anzahl von Formelklassen, die international anerkannt sind. Wenn du eine Klasse gewinnst, erhältst du ein Stipendium für die nächsthöhere Kategorie. Und das muss bis zur Formel 1 so funktionieren", schlägt Surtees vor.

Diesen Ruf hat die FIA mittlerweile erhört. Gerhard Berger, der seit dem vergangenen Jahr Vorsitzender der Formel-Kommission der FIA ist, soll sich des Themas annehmen. Einen ersten Schritt unternahm der Österreicher bereits, indem er für 2013 eine eigenständige Formel-3-EM ins Leben rief.

Surtees, der nach seiner aktiven Zwei- und Vierrad-Karriere eigene Teams in der Formel 5000, Formel 2 und Formel 1 geleitet hat, gab schon damals dem Geld nur ungern den Vorzug vor dem Talent: "Als ich mein eigenes Team hatte, war ich frustriert, wenn ich Bezahlfahrer nehmen musste. Ich habe immer versucht, trotzdem einen Fahrer zu nehmen, an den ich geglaubt habe." Der 78jährige glaubt, dass damals die sportliche Leistung noch einen höheren Stellenwert hatte. "Zu der Zeit, als ich Rennen gefahren bin, war die Stoppuhr wesentlich wichtiger."

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