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So will Ivan Capelli Monza retten

Der Ex-Formel-1-Pilot stellt sich auf schwierige Verhandlungen mit Ecclestone ein, will umbauen und mit neuen Events dazuverdienen.

In 64 Jahren Formel-1-Geschichte fehlte das Rennen in Monza nur ein einziges Mal im Kalender – als die Strecke 1980 umgebaut wurde. Trotz der überall spürbaren Tradition könnte nach dem Auslaufen des bis einschließlich 2016 gültigen Vertrages Schluss sein mit der "Königsklasse" im königlichen Park von Monza. Den Verantwortlichen fehlt das Geld, um den nimmersatten Bernie Ecclestone zufriedenzustellen, ein großer Teil der Infrastruktur ist modernisierungsbedürftig und auch in Italien kommen weniger Zuschauer.

Der Retter, auf dem die Hoffnungen ruhen, heißt Ivan Capelli. Der frühere Ferrari-Pilot ist frisch gewählter Vorsitzender des Mailänder Automobilklubs ACI und ist somit für das Autodromo Nazionale verantwortlich. "Ich arbeite seit einem Monat an dem Projekt – es ist nicht so kompliziert, aber das Problem ist ernst", sagt Capelli. Ein Treffen mit Ecclestone gab es in Ungarn, an diesem Wochenende sollen am Rande des Grand-Prix von Italien 2014 Gespräche mit weiteren Verantwortlichen stattfinden.

Capelli wirbt in der Lombardei um Unterstützung. "Wir brauchen ein starkes Team. Damit meine ich auch, dass die lokale Politik verstehen muss, dass das Rennen für die Region wahnsinnig wertvoll ist", mahnt der 51jährige, der sich über finanzielle Mittel aus der öffentlichen Hand wohl nicht beklagen würde. Doch in Italien – selbst im besser situierten Norden – sind die Kassen leer. Dem Hunger des Promoters, der in anderen Ländern besser verdienen kann, tut das jedoch keinen Abbruch.

"Es braucht Zeit und wird sechs Monate dauern, bis wir ein vernünftiges Angebot vorlegen können. Das Geld, das Herr Ecclestone gewöhnlich verlangt, ist nicht so einfach aufzutreiben", erklärt Capelli. Bares wird auch für Umbauten an der Strecke respektive deren Peripherie benötigt. Zwar hat die Ecclestone noch nicht in den Forderungskatalog aufgenommen, Capelli bezeichnet sie allerdings als notewendig. Es scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Zampano auch auf diesen Zug aufspringt.

Die sinkenden Zuschauerzahlen, die in Hockenheim und Budapest durch leere Tribünen sichtbar wurden, machen auch den Italienern zu schaffen. Capelli spricht von einem Zuspruch auf dem Niveau von 2012, allerdings auch von einem Minus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das liegt im europäischen Schnitt. Während er versucht, etwa Modeveranstaltungen von Mailand an die Rennbahn zu locken, gelten die Bemühungen auch weiteren Motorsport-Events, die wichtig für das Überleben der Anlage sind.

Die Tourenwagen- und die Superbike-WM haben dem Autodromo Nazionale bereits den Rücken gekehrt. "Man muss sich doppelt so viel Mühe geben, um etwas zurückzubekommen", weiß Capelli, wohl auch mit Blick auf die Formel 1. Sebastian Vettel, der in Monza 2008 im Toro Rosso seinen ersten Grand Prix gewinnen konnte, würde das bedauern: "Es wäre extrem schade", sagt der Deutsche. "Es ist etwas Besonderes: Noch eine 'alte' Strecke und nicht so eine breite Asphaltlandschaft wie fast überall."

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